10 Mal lösungsorientiert kommunizieren

10 Mal lösungsorientiert kommunizieren

Im letzten Artikel habe ich Ihnen die theoretischen Hintergründe rund um das lösungsorientierte Denken und Handeln dargestellt. In diesem Artikel geht es nun um die praktische Umsetzung. Lösungsorientiert kommunizieren soll den Handlungsspielraum aller Beteiligten vergrößern.

Gleichsam braucht es ein gewisses Fingerspitzengefühl, um lösungsorientiert kommunizieren zu können. Manchmal ist das Problem so gravierend, dass Sie erst einmal über das Problem und die Sicht der Beteiligten dazu sprechen sollten.

Ein zu schneller Wechsel von der Problemebene zur Lösungsebene könnte dazu führen, dass sich Ihre Gesprächspartner nicht ernstgenommen fühlen. Hier geht es vor allem, um die Wertschätzung der Bemühungen sich mit dem Problem auseinanderzusetzen.

Dennoch halte ich insgesamt eine lösungsorientierte Kommunikation für sehr hilfreich und gewinnbringend. Daher lassen Sie uns jetzt einfach loslegen.

1. Bauen Sie Brücken in die Zukunft

Die Vergangenheit ist vorbei. Sie lässt sich nicht mehr korrigieren. Lösungsorientiert kommunizieren bedeutet die Aufmerksamkeit auf die Zukunft zu richten. Die Gegenwart kann genutzt werden, um die Zukunft zu verändern.

Analysen, wie es zu einem Problem gekommen ist, beziehungsweise gar, wer die Schuld trägt, lähmen. Meist fühlt sich jemand angegriffen, greift selber an oder zieht sich zurück. Die Kommunikation kommt zum Erliegen und Probleme werden verstärkt.

Konstruieren Sie eine gemeinsame Zukunft. Wie könnte eine Lösung in dieser aussehen?

Probleme sind verkleidete Ziele

2. Probleme sind verkleidete Ziele

Ich persönlich finde ja auch, dass Ziele selbst geschaffene Probleme sind. Aber das ist eine andere Geschichte. Zurück zum Thema, wie Sie lösungsorientiert kommunizieren können.

Die Herausforderung, vor der Sie und Ihre Gesprächspartner stehen, ist das Ziel aus den Problemen „herauszuschälen“. Welche Herausforderung steckt in dem Problem? Wie lässt sich daraus ein Ziel ableiten?

Sobald Sie beginnen die Brücke in die Zukunft, zum Ziel, zu betreten, verlassen Sie den Problemkontext. Da sich die Aufmerksamkeit auf die Zukunft ausrichtet, entstehen weniger, bis keine Kränkungen. Ein kreativer Weg zur Lösungsorientierung kann beginnen. Die meisten Menschen „bauen“ sehr gerne an einer positiven Zukunft.

3. „Wie“ und „Wann“ statt „Warum“ und „Wer“

Die Frage nach dem „Warum“ führt meist in die Verteidigung und in die Rechtfertigung. Ebenfalls entstehen oftmals Schuldzuweisungen. Dieses Vorgehen vertieft das Problem, schafft sogar manchmal neue und entfernt Sie von der Lösung.

Die Gesprächs- und Arbeitsatmosphäre verdunkelt sich. Motivation und Kreativität verschwinden von der Bildfläche. Das „Wer“ wird meist schon in der Problemdarstellung benannt. Ein weiteres Nachfragen führt ebenfalls zur Schuldzuweisung.

Die Frage nach dem „Wie“ und „Wann“ beschreiben mehr und sind weniger wertend.

Wann tritt das Problem auf? Wie macht es sich bemerkbar? Wie könnte eine Lösung aussehen? Wann kann diese erreicht werden?

Auf den Nutzen achten

4. Auf den Nutzen achten

Zielerreichung und der Weg zu dieser sollen für alle Beteiligten gewinnbringend sein. Hier ist es wichtig, an Kompromissen zu arbeiten. Bedenken Sie dabei, vor allen Dingen für Ihr eigenes Leben, dass bei einem Kompromiss keine Seite das bekommt, was sie eigentlich will.

5. Erst das Ziel

Oftmals fangen wir an zu planen oder zu verwerfen, wenn wir die ersten Ideen in Richtung Ziel entwickelt haben. Dabei übersehen wir schnell weitere Möglichkeiten, die uns vielleicht einfacher zum Ziel führen, oder wir verwerfen gute Ideen, weil wir Stolperfallen erahnen.

Achten Sie darauf erst eine gemeinsame Idee vom Ziel zu entwerfen, bevor Sie daran gehen Maßnahmen zu planen. Das ist eine sehr wichtige Reihenfolge.

6. Ausnahmen sind Lösungsfinder

Wenn es um problematische Situationen geht, sind Ausnahmen sehr hilfreich. Wenn Sie nach Ausnahmen suchen, richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Erfolge, Stärken und Ressourcen. Wann, unter welchen Umständen gab es das Problem nicht? Wo trat es weniger stark auf?

Scheitern, aber richtig

7. Scheitern, aber richtig

Was müssen wir tun oder lassen, damit die Angelegenheit richtig den Bach runtergeht? Aus dem Gegenteil ergibt sich meist ein Weg, der anders nur schwierig und langwierig zu finden wäre. Alles was als negativ geäußert wird, kann ins Positive verändert werden.

Weiterhin geben Sie mit dieser Frage den „Inneren“ und „äußeren“ Kritikern die Möglichkeit sich zu äußern. Vergessen Sie hierbei auch nicht, dass jeder noch so gute Plan auch Schwierigkeiten hervorruft. Durch diese Frage, die Sie ruhig öfters stellen sollten, können Sie den ein oder anderen Fallstrick schon im Vorfeld erkennen und vielleicht sogar entschärfen.

8. Rückschritte sind wertvolles Feedback

Wie gerade schon gesagt wird es auf dem Weg zum Ziel meist auch Rückschläge gehen. Unvorhersehbares geschieht oder Dinge, die wichtig gewesen wären, wurden bei der Planung übersehen. Das passiert und ist in der Regel kein Beinbruch.

Ich halte an dieser Stelle nichts von Schönfärberei. Wenn etwas schiefläuft, ist das Mist. Sie dürfen sich ruhig auch mal ärgern und eventuell diesem Ärger auch Raum geben. Aber dann ist es gut. Was passiert ist, ist passiert.

Das Einzige, was jetzt fatal wäre, wäre, dass Sie sich davon entmutigen lassen. Geduld und Ausdauer gehören zu den meisten Zielen. Ziehen Sie aus dem, was passiert ist, die wichtigen Informationen: was wurde übersehen oder unterbewertet, was sollte unbedingt beachtet werden, was gilt es jetzt zu tun?

Passen Sie Ihre Strategie an, und weiter geht es.

Stärken und Fortschritte

9. Stärken und Fortschritte

Das, auf was wir unsere Aufmerksamkeit richten, wird verstärkt! Achten Sie daher immer wieder auf das, was gut läuft und unterstützen Sie ihre „Mitspieler“ dabei, mehr von diesem Guten zu produzieren.

Die einfachste Möglichkeit zu unterstützen ist es, Rückmeldungen zu geben. Achten Sie auf ein ehrliches und unterstützendes Feedback. Ich weiß leider nicht mehr, wo ich die folgende Aussage herhabe, aber sie ist für mich zu einer Art Richtschnur geworden: „Beobachte die Menschen genau. Wenn Sie etwas Gutes richtig tun, sage es Ihnen.“

So halten Sie auch das Ziel präsent und richten die Aufmerksamkeit aller Beteiligten wieder am Ziel aus.

10. Erfolge leben und feiern

Auch die kleinsten Schritte sind die, die alle dem Ziel näherbringen. Setzen Sie auf diese kleinen Schritte. Wenn Sie die Meilensteine zum Ziel zu groß wählen gerät das System schnell außer Atem und der Weg könnte verloren gehen.

Jeder Schritt in Richtung Ziel ist ein Erfolg.

Irgendwann sind Sie am Ziel angekommen, oder es hat sich ein neues, weitergehendes Ziel etabliert. Das ist ein guter Punkt um allen, die an der Aktion beteiligt waren zu danken. Schänken Sie den Beiträgen der anderen Aufmerksamkeit. Hierdurch unterstützen Sie die Motivation für die nächste Herausforderung, die sich mit Sicherheit einstellen wird.

Weiterlesen und Quellen

Führen mit neuer Autorität – W. Geisbauer (sehr empfehlenswert)

Hier geht es zur Methodenübersicht in diesem Blog.

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