5 Schritte zu mehr Freiheit in der Arbeit

Geben Sie Ihrer Freiheit in der Arbeit Raum – er ist da

Ich möchte eine Skala aus der systemischen Supervision einführen. Die Skala geht von eins bis zehn. Die „1“ steht in diesem Fall für: „Völlig mit der Arbeit unzufrieden.“ Die „10“ steht für: „Absolut mit der Arbeit zufrieden.“

Denken Sie bitte an einen Bereich oder Teil, Ihrer Arbeit, mit dem Sie derzeit unzufrieden sind. Wo auf der Skala würden Sie sich wiederfinden. Mal angenommen Sie stehen bei „4“. Verfallen Sie bitte nicht direkt in eine Lösungssuche, wie Sie von der „4“ auf eine „6“ oder sogar höher kommen.

Jetzt geht es erst einmal darum, den Ausgangspunkt zu definieren. (Hierzu hatte ich bereits etwas im SCORE Modell geschrieben) Ihr Wunsch auf der Skala höher zu steigen ist verständlich. Wahrscheinlich gibt es dabei innere und/oder äußere Hindernisse, die Ihnen im Weg stehen. Um sich selber den Raum zu geben, müssen Sie beides, sowohl Ihren Wunsch als auch die Hindernisse, anerkennen.

Nach meiner Erfahrung gibt es dabei oft einen Wettstreit zwischen den inneren Stimmen. Vielleicht kennen sie das Bild, von Engelchen und Teufelchen, die auf jeweils einer Schulter sitzen und dem Menschen ihre entgegengesetzte Meinung ins Ohr sprechen. Das kann in diesem Fall genauso sein.

Einerseits gibt es den Anteil in Ihnen, der den Wunsch toll, erstrebenswert und vielleicht sogar für erreichbar hält. Mit dem „aber“ kommt die andere Sichtweise. Uns fallen dann die ganzen Hindernisse und Stolpermöglichkeiten ein. Es macht Sinn beide Seiten schriftlich festzuhalten.

Wenn Sie alles, was Ihnen zu dem Thema eingefallen ist, aufgeschrieben haben, gönnen sie sich eine Pause. Danach markieren Sie getrennt voneinander, die inneren und äußeren Hindernisse.

Wenn Sie nicht erst seit gestern leben, was sehr unwahrscheinlich ist, haben Sie sicherlich schon die ein oder andere schwierige Situation gemeistert. Sicherlich haben Sie auch schon Ziele erreicht, die Sie sich vorgenommen haben. Kurz und gut, Sie haben Ressourcen. Darauf zu vertrauen, dass Sie alle Möglichkeiten haben, Ihre Situation zu verbessern, kann sehr hilfreich für Sie sein.

Manchmal scheinen uns, vor allem die äußeren Hindernisse als zu groß. Wir glauben, dass sie jeden Raum einengen und Freiheiten unmöglich machen.

Natürlich wird es immer Dinge geben, auf die Sie keinen Einfluss haben. Letztendlich sind Sie jedoch unabhängig von diesen Begrenzungen. Schauen Sie auf die Sachen, die sie verändern können. Alles, was außerhalb Ihrer Kontrolle liegt, nehmen Sie als gegeben hin. Daran lässt sich nichts ändern. Wenn Sie jedoch offen für Veränderungen sind, werden sie viel mehr Dinge erkenne, die Sie verändern können und auf die Sie Einfluss haben. Selbst in scheinbar hoffnungslosen Zeiten gibt es Möglichkeiten, sich Raum und Freiheit zu gestalten.

Frei zu sein bedeutet, dass Sie erkennen, dass der Raum, in dem Sie sich bewegen können bereits vorhanden ist. „Das geht nicht. Das haben wir/ich noch nie so gemacht….“, gehören hier nicht hin. Sie haben die Wahlfreiheit. Schon immer! Erkennen Sie, dass der Raum für Ihre Freiheit in der Arbeit bereits da ist. Egal, in welcher Situation Sie sich gerade befinden, es gibt ungenutzte Handlungsspielräume.

Ein Bild von Freiheit

Machen Sie sich ein Bild

Sicher kennen Sie den Spruch: „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.“ Bilder, die uns ansprechen, beinhalten Emotionen. Wenn es beispielsweise darum geht, besser mit ihrer Vorgesetzten umzugehen, machen Sie sich ein Bild davon.

Wie würde es (möglichst genau) aussehen, wenn Sie mit ihr in Kontakt stehen? Welche körperlichen Haltungen würden sie beide einnehmen? Welche Anlässe gibt es zum Kontakt? In diesem Bereich würde ich persönlich sogar einen kleinen Film vorziehen.

Bilder helfen uns, Ideen, die wir bereits in uns tragen sichtbar zu machen. So kann es durchaus unterstützend sein, wenn Sie ein paar Stifte nehmen und tatsächlich ein Bild malen. Oder sie suchen im Internet nach einem Bild, das Ihren Vorstellungen sehr nahekommt, und ergänzen es dann. Auch wenn sie nicht zeichnen können, ist es hilfreich! Das Bild ist ja nur für Sie.

An dieser Stelle ist es wichtig, dass Sie zwischen Weg und Ziel unterscheiden. Ich habe immer wieder Menschen in meiner Praxis, die sich nicht an das, was sie sich wirklich wünschen herantrauen. Der Grund liegt meist darin, dass sie nicht sehen, wie sie es erreichen können. Deswegen hatte ich oben auch geschrieben, dass Sie bitte jetzt noch nicht in Lösungen denken. Gönnen Sie sich die Freiheit, in Bildern zu denken.

Es braucht einen gewissen Mut um ihre Wünsche und Bedürfnisse anzuerkennen. Besonders dann, wenn Sie noch nicht wissen, wie Sie diese erreichen können. Bevor Sie also anfangen, sich über den Weg Gedanken zu machen, machen Sie sich ein Bild von Ihrem Ziel.

Gerade bei Ihrem Weg sollte Ihnen klar sein: „Egal, welchen Weg Sie wählen, irgendwann kommen Sie an einen Punkt, an dem Sie einen anderen nehmen müssen, um an Ihr Ziel zu gelangen.“

Wenn Sie eine klare Vorstellung von dem haben, wohin sie wollen, wird oft zweierlei passieren. Sie werden Anfangen Möglichkeiten zu sehen, wie Ihr Weg verlaufen kann. Allerdings werden Sie auch neue innere und äußere Hindernisse wahrnehmen. Werten Sie beides als Signal, dass Sie bereits auf dem Weg zu mehr Freiheit in der Arbeit sind.

Sobald Sie ein Bild ihres Zieles vor Augen haben, kann es sein, dass sich die Definition ihrer Arbeit verändert. Was ist ihre Aufgabe? Für wen arbeiten Sie? Was tragen sie zur Arbeit in der Organisation bei? Wenn sich diese Definition ändert, wird das für Sie einen erheblichen Unterschied machen.

Bleiben Sie flexibel

Freiheit und „flexibel sein“ hängen aus meiner Sicht untrennbar zusammen. Sich voll auf das einzulassen, was wir erreichen wollen, ohne den Veränderungen, die kommen und gehen, zu viel Bedeutung zuzumessen ist eine Qualität, die jeder Mensch hat. Auch Sie!

Bambus als Symbol für Freiheit

Mein Lieblingsbild in diesem Zusammenhang ist der Bambus. Er wird bis zu 20 Meter hoch und trotzt jedem Orkan. Fest in der Erde verwurzelt weicht es beweglich den stärksten Stürmen aus.

Den Sinn im Blick behalten

Ein Ziel zu erreichen, alleine um des Erreichens willen, wird Sie nicht weiterbringen. Manchmal verlieren wir, wenn wir uns mit dem Teil einer Aufgabe beschäftigen, den Blick dafür, warum wir diese Aufgabe überhaupt angefangen haben. Deswegen ist es gerade bei Veränderungen wichtig, sich den Sinn dieser Veränderung zu erinnern.

Was ist der Sinn Ihrer Arbeit, für Sie? Bleiben Sie hier bitte erst einmal bei dem Sinn für sich! Wenn Sie in der sozialen Arbeit tätig sind, dann gibt es einen deutlichen Sinn für andere. Letztendlich sollte Ihre Arbeit aber auch einen Sinn für Sie persönlich haben.

Warum tun Sie das, was Sie tun? Das ist eine Frage, die Sie bei jeder Aufgabe, die Sie zu bewältigen haben, stellen können. Was ist der Sinn hinter dieser Aufgabe? Doch kommen wir zurück zu Ihrem ganz persönlichen Sinn.

Was ist der eigentliche Sinn ihrer Arbeit? Vielleicht ist der Sinn Ihrer Arbeit, Geld zu verdienen. Ein Sinn, den ich übrigens absolut in Ordnung finde. Dann ist die Frage, wofür Sie dieses Geld brauchen? Vielleicht benötigen Sie das Geld um sich schöne Formen der Entspannung zu gönnen. Wäre hier nicht die Frage angebracht, wie Sie entspannter Arbeiten könnten? Ich habe dieses Beispiel nicht umsonst ausgewählt. Kommen wir zurück zum sozialen Bereich.

Vielleicht ist es Ihr Sinn, anderen Menschen zu helfen. Ein sehr schöner Sinn, wie ich finde. Ich erspare mir an dieser Stelle einen Exkurs zum Für und Wider von „Helfen“. Wie können Sie während Ihrer Arbeit gut für sich selber sorgen? Nur wenn Sie gut für sich selber sorgen, haben Sie die Kraft, anderen zu helfen. Darüber hinaus wären Sie ein gutes Vorbild für Ihre Klienten und Mitarbeiter.

Weg zu mehr Freiheit

Stimmen Sie Weg, Handlung und Ziel immer wieder miteinander ab

Ihre Aktionen, Ihr Ziel und der Weg dorthin sollten mit Ihrer ursprünglichen Absicht und Ihrem Sinn übereinstimmen. Hierfür ist es wichtig, dass Sie sich zwischendurch die Zeit nehmen und eine Zwischenbilanz ziehen.

Ist das Ziel, da ich mir gesetzt habe, immer noch mein Ziel? Macht es noch Sinn? Befinde ich mich auf dem Weg dorthin? Was hat sich bisher verändert und was davon hat einen Einfluss auf mein weiteres Vorgehen? Sind Veränderungen von Ziel oder dem Weg vorteilhaft? Welche Handlungen sind jetzt erforderlich?

Zusammengefasst

  1. Geben Sie Ihrer Freiheit den Raum, der bereits vorhanden ist.
  2. Machen Sie sich ein Bild von Ihrem Ziel.
  3. Bleiben Sie flexibel auf ihrem Weg und in der Zielerreichung.
  4. Behalten Sie den Sinn im Blick.
  5. Stimmen Sie den Weg, Ihre Handlungen und das Ziel immer wieder aufeinander ab.

Weitergehende Literatur

Literatur

Inner Gaame Coaching – W. Timthy Gallwey

Weiterlesen

So gewinnen Sie Freude an der Arbeit

Den Spaß an der Arbeit finden

So macht die Arbeit wieder Freude

Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Arbeit.

 

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