7 Mal souverän Gespräche führen

7 Mal souverän Gespräche führen

Gespräche stellen einen Hauptteil der Arbeit in sozialen Organisationen dar. Neben den Gesprächen mit Klienten gehören Mitarbeitergespräche zum täglichen Arbeitsalltag von Menschen in Leitungsfunktionen. Wenn es Ihnen gelingt, souverän Gespräche zu führen, wird sich ihr Alltag vereinfachen. 

Souverän auftreten und Fachlichkeit

Im Grunde genommen können Sie souverän auftreten und die Wirkung von Fachlichkeit gleichsetzen. Ihre Fachlichkeit zeigt sich genauso in den gleich beschrieben Punkten. Während in den Gesprächen mit Ihrem Klienten dieser im Mittelpunkt des besprochenen steht, geht es in Kundenbeziehungen meist um Ihre Fachlichkeit und Sachkenntnis.

Ich der festen Meinung, dass Ihnen die folgenden Anregungen auch im Privatleben hilfreich sein können. Aus dem Grund habe ich Ihre Souveränität in den Vordergrund gestellt. Bedenken Sie bitte dennoch die Wirkung der Fachlichkeit in den Gesprächen, in denen es genau auf diese ankommt.

souverän die Gesprächsanteile verteilen

1. Gesprächsverteilung

Wenn Sie Gespräche souverän führen möchten, heißt das vor allen Dingen, dass alle den gleichen Gesprächsrahmen haben. Achten Sie dahingehend, dass die Gesprächsanteile gleichmäßig verteilt sind. Bei zwei Personen wären das 50 zu 50 Prozent. Bei vier Gesprächspartnern je 25 Prozent.

Haben Sie ein Auge darauf, dass jeder zu Wort kommt. Lassen Sie den Anderen immer ausreden. Wenn Sie unterbrochen werden, machen Sie dieses deutlich und holen sich das Gespräch zurück. Eine Ausnahme von dieser Regel sind sogenannte Dauerredner. Hier dürfen Sie höflich, aber auch eindeutig unterbrechen.

2. Gesprächspartner

In Gesprächspartner steckt das Wort Partner. Es bedeutet, dass man gemeinsam etwas erreichen möchte. Sie haben ein Recht auf Ihre Meinung und Ihr (Gesprächs-)Partner ebenfalls. Daher sollten Sie Ihr Gegenüber als gleichwertigen Beteiligten ansehen.

Wenn unterschiedliche Meinungen „aufeinanderprallen“ erscheint uns der Gesprächspartner schnell als Gegner. Menschen merken unterschwellig, wie sie von anderen, in dem Fall von Ihnen, wahrgenommen werden. Souverän Gespräche führen, ist dann nur schwer möglich.

Wenn Sie in Ihrem Gegenüber einen Gegner sehen, führt dieses schnell dazu, dass der andere sich angegriffen fühlt. Bei einem (gefühlten) Angriff gibt es vor allem drei Reaktionsarten. Erstarren, Flucht und Angriff. In solchen Momenten rücken Lösungen meist in weite Ferne. Dann brauchen Sie vor allen Dingen Zeit und Energie, um auf den Inhalt zurückzukommen. Eine mögliche Lösung wird erschwert.

souverän zu sein bezieht die Gedanken des andern mit ins Gespräcg

3. Verstehen

Versuchen Sie die Gedankengänge Ihres Gesprächspartners zu erkennen. Lassen Sie sich auf seine Perspektive und Darstellung ein. Wenn Sie bereit sind, Ihr Gegenüber zu verstehen, wird es ihm leichter fallen, Ihre Perspektive anzuerkennen. Ich kann gar nicht oft genug wiederholen, wie wichtig das Verständnis des anderen ist, um zu gemeinsamen Lösungen zu kommen.

Verstehen und Übereinstimmen sind zwei verschiedene Positionen. Sie können grundsätzlich der absolut gegenteiligen Meinung sein, wie Ihr Gesprächspartner. Dennoch können und sollten Sie seine Position verstehen. Verständnis bedeutet nicht, dass Sie die Meinung des anderen Teilen.

Versuchen Sie herauszufinden, was Ihr Gegenüber meint. Was sind seine Gründe und warum sind ihm diese wichtig? Hierzu gehört es auch, dass Sie nachfragen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben. Nachfragen macht Ihr Interesse am Gesprächspartner deutlich. Souverän Gespräche zu führen bedeutet, den anderen mit einzubeziehen.

Ein weiterer Vorteil des „Verstehens“ ist es, dass Sie Ihre Argumente an die Position des Anderen anpassen können. Dieses wird eine Lösungsfindung ebenfalls unterstützen. Eine weitere Unterstützung bieten Ihnen die sogenannten „Ich – Botschaften.“

Bleiben Sie bei sich! Statt zu sagen: „Sie sehen das falsch.“, verwenden Sie eine Ich – Botschaft. „Ich habe einen anderen Eindruck von der Situation.“

4. Verständlich

Formulieren Sie Ihre Aussagen möglichst kurz, verständlich und präzise. Achten Sie darauf, dass Sie die Sprache Ihres Gegenübers verwenden. Hierbei ist es dienlich, wenn Sie die Schlüsselbegriffe Ihres Gesprächspartners aufgreifen. Fachausdrücke und Fremdwörter sollten Sie vermeiden. Allein schon hierdurch wirken Sie souverän.

Gerade in Deutschland scheint es mir so, dass möglichst viele Fremdwörter und Fachausdrücke die Fachlichkeit unterstreichen sollen. Nach meiner Erfahrung verhält es sich in Gesprächen anders. Hier zeigt sich Fachlichkeit darin, dass Sie komplexe Inhalte einfach und verständlich darlegen können.

Vermeiden Sie so gut als möglich Beschönigungen und Dramatisierungen. Beides wirkt wenig souverän (hier vor allen Dingen unfachlich). Es besteht sogar die Gefahr, dass Ihre Glaubwürdigkeit leidet und Vertrauen schwindet.

souverän die gesprächsziele im auge behalten

5. Gesprächsziele

Jedes Gespräch, das wir führen, verfolgt ein Ziel. Im privaten Bereich kann das Beispielsweise ein Gedankenaustausch oder einfach Unterhaltung sein. Im beruflichen Bereich soll gemeinsam etwas erreicht werden. So kann es um Veränderungen, Lösungen oder Erweiterungen gehen.

In vielen Gesprächen entstehen schnell „Nebenbaustellen“. Wie der Volksmund so schön sagt, man kommt von „Hölzchen auf Stöckchen“. Behalten Sie das Gesprächsziel im Auge und achten Sie darauf immer wieder auf dieses Ziel zurückzukommen. Souverän Gespräche zu führen bedeutet das Abdriften des Gespräches zu verhindern.

6. Positionen

Vor allem in Konfliktgesprächen haben Sie es oft mit starren Positionen zu tun. Je länger der Konflikt währt, um so festgefahrener sind diese. Deswegen sollten Sie sich angewöhnen weniger über die bestehenden Positionen zu sprechen und mehr über die Ideen und Interessen hinter diesen.

Was hat Ihr Gegenüber davon, dass er diese Position vertritt? Welcher Gewinn steckt in ihr? Wenn sie auf die Interessen hinter der Position eingehen, werden Sie oftmals Gemeinsamkeiten enddecken. Die Gemeinsamkeiten zwischen Ihrem Interesse und dem des anderen werden Ihnen helfen, Lösungen zu finden.

Sollten sich die Positionen weiter verhärten oder andere Konflikte im Gespräch auftauchen, sollten Sie das Gespräch lieber auf einen anderen Termin vertagen. Wenn Gespräche sehr emotional werden rückt eine Annäherung meist in weite Ferne. Sobald Sie in solchen Momenten das Gespräch vertagen, hat jede Partei nochmals Zeit sich über die Position (und das Interesse) der anderen Seite Gedanken zu machen.

souverän auch Gefühle benennen

7. Gefühle

Gefühle sind das Salz in der Suppe des Lebens. Sie gehören dazu. Gefühle zu zeigen wird weder Ihre Souveränität noch Ihrer Fachlichkeit einen Schaden zufügen. Das Gegenteil ist der Fall. Gefühle machen Sie menschlich und schließlich ist das Erkennen der Menschlichkeit ein zentraler Faktor in jedem Gespräch.

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Weiterlesen

Persönliche Souveränität – S. Etrillard (in Die besten Ideen für eine Starke Persönlichkeit)

Übersicht zum Thema Methoden in diesem Blog.

 

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