7 Phasen der Veränderung

7 Phasen der Veränderung

Veränderungen passieren ständig. Mal laufen sie einfach an uns vorbei. Manchmal haben Veränderungen eine enorm große Auswirkung. Egal wie groß oder klein sie ist, die Menschen durchlaufen fast immer die 7 Phasen der Veränderung.

Je nachdem, wie einschneidend ein Wechsel erlebt wird, treten die Phasen der Veränderung unterschiedlich stark auf. Das (Er-) Kennen dieser Phasen der Veränderung kann Sie darin unterstützen, den Prozess gut zu begleiten. Für Sie wird es einfacher sein, in den verschiedenen Phasen der Veränderung konstruktiv und positiv zu arbeiten.

Umgang mit Herausforderungen

Jeder Mensch stellt sich täglich regelmäßig Herausforderungen. Auch hier geht die Spanne von klein, bis groß. Also von „welche Strümpfe passen zu meinem Pullover“ bis „soll ich wegen der Arbeit umziehen“. Veränderungen am Arbeitsplatz sind somit zusätzliche Aufgabe. Hierbei kommt hinzu, dass sie aus der bisherigen Routine ausbrechen.

Ob und wie die, mit der Veränderung einhergehenden Probleme angegangen werden, hängt davon ab, wie der Einzelne sich den Anforderungen gewachsen fühlt. Hierbei geht es um das persönliche Erleben. In den Phasen der Veränderung können Sie am ehesten hilfreich sein, wenn Sie diese subjektive Selbstwahrnehmung kennen.

Die Phasen der Veränderung

Die Phasen der Veränderung

In diesem Zusammenhang gibt es unterschiedliche Darstellungen der Phasen der Veränderung. Einige lassen die Frage der Vorahnung außen vor und nehmen das „Tal der Tränen“ als eigenen Punkt mit auf. Ich habe eine einfache Auswertung der Artikel im Internet durchgeführt und mich für die gleich folgende Aufstellung entschieden.

Da der Bereich der Vorahnung nicht bei jeder Veränderung auftritt, finden Sie im Folgenden acht Punkte. Gedanklich sollten Sie den ersten Punkt in Klammern setzen.

Wundern Sie sich nicht, wenn Sie die Phasen der Veränderung an die Phasen der Trauer, nach Elisabeth Kübler-Ross erinnern. Da es bei Veränderungen ebenfalls um Abschiede, und die Akzeptanz der Zeit danach, geht, liegen beide Prozesse sehr dicht beieinander. Doch lassen Sie uns jetzt die einzelnen Phasen der Veränderung gezielt anschauen.

Die Vorahnung

Die Belegungszahlen sind zu niedrig, die Kosten zu hoch oder eine andere Veränderung macht sich vor der offiziellen Verlautbarung bemerkbar. Der „Flurfunk“ läuft auf Hochtouren. Gerüchte, Halbwahrheiten und tatsächliche Gegebenheiten werden vermischt. Erste Ängste und Widerstände tauchen auf.

An dieser Stelle ist es wichtig, mit den Menschen, die die Phasen der Veränderung durchlaufen, im Gespräch zu bleiben. Sie sollten Spielregeln vereinbaren, wie mit der vorherrschenden Situation umgegangen werden kann.

Die Phasen der Veränderung, der Schock

Der Schock

Durch die Bekanntgabe der anstehenden Veränderung werden die Auswirkungen für die eigene Person bewusst. Je unerwarteter und überraschender die Verlautbarung über kommende Veränderungen ist, umso größer ist der Schock.

Sowohl die Hoffnungen, als auch die Befürchtungen sind auf einen Schlag präsent. In dieser Phase der Veränderungen sind die Betroffenen oftmals irritiert. Manchmal fühlen sie sich überfordert. Sie können erstarren, da sie sich selbst als handlungsunfähig erleben.

In dieser Phase ist es wichtig zuzuhören. Nehmen Sie Ängste und Befürchtungen ernst. Zeigen Sie Verständnis und vermitteln Sie gelichzeitig Zuversicht. Sollten Sie selber Teil der Veränderung sein, kann ich Ihnen nur dringend empfehlen, dass Sie sich Unterstützung bei der Begleitung Ihres Prozesses holen. 

Die Unterstützung kann eine interne oder externe sein. Bei der Auswahl der Begleitung ist es zum einen wichtig, dass Sie sich gut aufgehoben fühlen. Zum anderen sollte Sie weder direkt noch indirekt selber von der Veränderung betroffen sein.

Verneinung und Gegenwehr

Nachdem sich die Menschen vom ersten Schrecken erholt haben, gehen sie häufig in den Widerstand. Sie wollen die Veränderung nicht wahrhaben. Im Bereich der „Verneinung“ reden sich Menschen ein, dass die Veränderung eh keinen großen Unterschied macht. „Die Oberen werden schon einsehen, dass es sinnlos ist und nichts bringt.“ Oder „Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.“, sind Gedanken, die auftauchen.

Meist tauchen sehr schnell Ärger und Wut auf. Werte, die für die Organisation wichtig sind, werden aufgezeigt, um der Veränderung zu widersprechen. Der Blick und die Orientierung geht in die „Gute alte Zeit“, die Vergangenheit. Je nach Ausmaß der Veränderung werden Untergangsszenarien heraufbeschworen.

Durch die „Verneinung“ und die „Gegenwehr“, „Die Veränderung ist unnötig, wir schaffen das auch so.“, werden Kräfte mobilisiert, die teilweise die Arbeitsleistungen und -effktivität erhöhen.

Ihre Aufgabe in der dritten, der Phasen der Veränderung, ist es, den anstehenden Wechsel immer wieder zu thematisieren. Zeigen Sie auf, dass der Wandel notwendig ist und erfolgen wird.

Die Phasen der Veränderung, erste Einsicht

Erste Einsicht

Die mit der Veränderung im Zusammenhang stehenden Personen erkennen, auf einer rationalen Ebene, dass es zum Wandel kommen wird. Die Menschen setzen sich mit „dem Neuen“ auseinander. In vielen Situationen wird erkannt, dass bisherige Fähigkeiten nicht ausreichen.

Der Blick richtet sich auf die Sachebene. Die Überzeugung, dass die Dinge sich ändern müssen wächst. Die Wahrnehmung ist meist jedoch auf die Vergangenheit ausgerichtet. Probleme werden in den Vordergrund gestellt. Schnelle Lösungen sollen her, damit man endlich aus dieser Situation herauskommt.

Fragen, die im Focus liegen sind: „Welche Folgen hat die Veränderung für mich? Kann ich mit der neuen Situation umgehen? Was für Herausforderungen kommen auf mich zu?“ Das wirkliche Ausmaß der Veränderung auf die eigene Person kann noch nicht eingeschätzt werden.

Hier benötigen Menschen Sicherheit. Eine Sicherheit, die Sie ausstrahlen können. Unterstützen Sie die betreffenden Personen im Aushalten der Ungewissheiten. Machen Sie Mut, dass es weitergehen wird. Erzählen Sie von eigenen Erfahrungen mit den Phasen der Veränderung.

Der Tiefpunkt

Mit der Erkenntnis, dass ein Wandel unausweichlich ist und den oben beschrieben Fragen an die Auswirkung auf die eigene Person kommt es zu einem Tiefpunkt. Diese, der Phasen der Veränderung, wird oftmals unterschätzt.

Wie schon in der letzten Phase beschrieben liegt die Suchen nach schnellen Lösungen im Fokus. Keine möchte dieses unangenehme Gefühl aushalten. Diese Phase geht mit Wut und Ungerechtigkeitsempfinden einher. Menschen, die von der Veränderung betroffen sind, fragen sich, warum es gerade sie trifft.

Mangelnde Wertschätzung wird beklagt. Verzweiflung macht sich breit. Die emotionale Einsicht, dass die Veränderung kommt, fehlt noch. Positive Seiten des Wandels werden, wenn sie überhaupt gesehen werden, negiert. Hüten Sie sich an dieser Stelle vor „Schönrederei“. Ein Versuch, die Dinge in ein positives Licht zu setzen führt vielmehr dazu, dass Sie den Widerstand erhöhen.

In dieser, der Phasen der Veränderung, ist es wichtig, dass Emotionen anerkannt und ausgelebt werden können. Ansonsten besteht die Gefahr, genau auf dieser Ebene festzustecken.

Damit das Neue eine Chance haben kann, ist es zielführend, das Alte zu würdigen. Ein Rahmen für Trauer und Abschiednehmen kann diese Phase unterstützen. Nutzen Sie Einzel- und Teamgespräche hierfür. Je nachdem, wie stark die Veränderung ausfällt, kann es sinnvoll sein, den gesamten Prozess durch Workshops zu begleiten.

„Über das Tal der Tränen gibt es keine Brücke. Es muss durchlebt werden.“ Dr. Edith Schütte 

Erste Schritte

Nachdem der Abschied des Alten durchlaufen wurde, wird die Veränderung auch emotional akzeptiert. Der Weg, um sich mit den neuen Gegebenheiten auszuprobieren, ist geebnet. Die Bereitschaft zu lernen und zu handeln entsteht.

Um die wieder wahrgenommene Eigenkompetenz zu unterstützen, ist es wichtig, für einen guten Austausch zu sorgen. Experimentieren und Kreativität sollten gefördert werden. Eine konstruktive Fehlerkultur ist ausschlaggebend, um nicht erneut in ein Tief zu gelangen.

Ermöglichen und beleben Sie den Erfahrungsaustausch untereinander. Was läuft gut? Welche Lösungen wurden gefunden? Über welche Fehler wurde gestolpert? Welche Erfahrungen ergeben sich daraus? Wie können diese Fehler vermeiden werden?  Was wird noch gebraucht?

Die Phasen der Veränderung, integration

Integration

Mit der Integration sind die Phasen der Veränderung abgeschlossen. Lernerfolge haben das Selbstvertrauen erweitert und das Neue ist zur Normalität geworden. Die Klarheit über das, was funktioniert und das, was nicht funktioniert, ist gewachsen.

Hier geht es darum, diesen Prozess noch eine Weile zu unterstützen. So können Sie die steigende Energie und mit ihr die einhergehende Arbeitslust noch weiter fördern. Wenn möglich sollten Sie das nun Erreichte gebührend feiern.

Ich würde Ihnen dringend empfehlen, vor allen Dingen bei großen Veränderungen, den Veränderungsprozess zu reflektieren. Weitere Veränderungen werden kommen und Sie können die Erfahrungen aus diesem Prozess für weitere nutzen.

Aus meiner Sicht macht es durchaus Sinn, diese Reflektion in betreffenden Teams durchzuführen. In jedem Fall sollte sie auf der Leitungsebene besprochen werden. Ich würde sogar eine Dokumentation des Prozesses empfehlen.

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