die Grenze der Veränderung

Die Grenze der Veränderung

Jeder Veränderung, die Sie in Ihrem Leben vornehmen, stößt irgendwann an eine Grenze. Die Grenze der Veränderung gehört als Bestandteil des Wandels einfach dazu. Manchmal nehmen wir die Grenze der Veränderung nicht wahr. Ein andermal wird sie Ihnen schmerzhaft bewusst. Das „auf der Stelle treten“ fühlt sich unangenehm an. Zeitweise ist es richtig frustrierend. In diesem Artikel soll es um die Grenze der Veränderung und Ihren Umgang damit gehen.

Systemisch gesehen

In der Systemtheorie gehört die Grenze der Veränderung zu den Systemarchetypen. Das bedeutet, dass sie ein Grundmuster aller Systeme ist. Das heißt für Sie an dieser Stelle auch, das sollte die Grenze der Veränderung bei Ihnen auftreten, Sie keine Ausnahme sind. Machen Sie sich also bitte deswegen nicht selber klein. Sehen Sie die Grenze als einen Beweis, dass Sie sich verändern.

Diese Grenze der Veränderung finden sie in mancher Literatur auch als Grenze des Erfolges. An dieser Grenze angekommen ist es manchmal sogar so, dass Ihre Leistung sinkt, obwohl Sie Ihre Anstrengungen vergrößern.

Nehmen wir hier ein Beispiel aus der Medizin, dessen Folgen Sie sicher kennen. Es geht um Antibiotika. Als Medikament zur Behandlung von bakteriellen Infektionen war es so erfolgreich, dass es vermehrt eingesetzt worden ist. Dennoch, dieses Medikament kam (und kommt) an seine Grenze der Veränderung.

Systeme, in dem Fall Bakterien, sind nicht so leicht auszubremsen. Sie wurden einfach resistent. So mussten neue Arten zum Beispiel Breitbandantibiotika entwickelt werden. Aber auch diese kommen wieder an ihr Wirkungsende durch muliresistente Bakterien.

Die Grenze der Veränderung gehört dazu

Wie sieht es bei Ihnen aus?

Vielleicht kennen Sie das. Sie haben sich vorgenommen, sich in das neue Computerprogramm einzuarbeiten oder Ihre Art der Gesprächsführung zu verändern. Sie starten eine Teamentwicklung oder die gesamte Organisation soll umstrukturiert werden. Anfangs gehen Ihnen die Veränderungen leicht von der Hand.

Nach einer gewissen, sehr unterschiedlichen, Zeit kommen sie an eine Grenze der Veränderung. Sie strengen sich mehr an, machen dass, was vorher erfolgreich war und Sie haben trotzdem das Gefühl, das Sie auf der Stelle treten.

Noch auffälliger ist dieses Phänomen, wenn es um eher persönliche und langfristige Veränderungen geht. Das Lernen einer Sprache, einer neuen Sportart, selbstsicheres Auftreten, Abnehmen … oder was auch immer. Vieles, was sehr einfach und erfolgversprechend beginnt, kommt irgendwann an eine Grenze der Veränderung.

Wenn Sie eine neue Fertigkeit, zum Beispiel kreatives Schreiben, lernen, werden Sie anfangs recht schnell Fortschritte machen. Nach einem guten Beginn, mit Fortschritten, die Ihren Erfolg erkennen lassen, werden die erkennbaren Fortschritte weniger. Das Wichtige ist, dass ein mehr derselben Anstrengung sie nicht weiterbringen wird. Sie sollten etwas verändern.

Wie Sie mit Grenzen umgehen können, möchte ich Ihnen beispielhaft am Abnehmen erklären. Ich wähle dieses Beispiel, da das „System Körper“ sehr schöne Mechanismen hat, um auf Veränderungen zu reagieren.

Grenze der Veränderung am Beispiel „Abnehmen“

Bevor wir auf das Thema eingehen, möchte ich Ihnen hier bereits einen Hinweis geben. Dieser gilt, egal, welche Veränderung Sie privat oder beruflich durchführen wollen.

Überlegen Sie im Vorfeld bereits, welche Grenze der Veränderung auf Sie zukommen wird. Halten Sie den Blick auf mögliche Grenzen während des Prozesses der Veränderung bei. Das wird Sie in einem positiven Umgang mit der Grenze unterstützen.

Die Grenze der Veränderung und das Ziel

Die erste Grenze der Veränderung

Schon zu Beginn, bevor überhaupt „Abnehmen“ beginnt, zeigt sich die erste Grenze der Veränderung. Das Thema Körperbewusstsein ist von der gesellschaftlichen Diskussion so überfrachtet, dass ein eigenes Empfinden dazu bereits schwerfällt.

Mittlerweile habe ich etliche Menschen kennengelernt, die normalgewichtig oder sogar im Bereich des Untergewichtes lagen und dennoch meinten, dass sie abnehmen müssten.

Machen Sie sich im Vorfeld einer Veränderung bewusst, ob es wirklich Ihr Wunsch und damit auch Ihr Ziel ist, etwas zu verändern. Sollte es sich um eine Vorgabe von außen handeln, suchen Sie nach einem eigenen Ziel, innerhalb dieser Vorgabe.

Die zweite Grenze der Veränderung

Die zweite Grenze der Veränderung

Mal angenommen, es ist Ihr Wunsch, Ihr Gewicht zu reduzieren. Sie stellen Ihre Nahrung um und reduzieren Ihre Kalorienzufuhr drastisch. In der ersten Woche nehmen Sie direkt drei Kilo ab. In der zweiten Woche sind es dann „nur“ noch anderthalb Kilo. In jeder weiteren Woche werden es noch weniger.

Hier zeigt sich, wie fantastisch unser System – Körper ist. Auch wenn es sich in diesem Zusammenhang weniger fantastisch anfühlt. Zeitversetzt drosselt unser Körper den Stoffwechsel. Er passt sich so der geringeren Nahrungsaufnahme an. Das verhindert, dass Sie weiter an Gewicht verlieren. Zuviel Gewichtsverlust wäre für unseren Körper letztendlich ja auch tödlich. Er macht also alles richtig.

Wenn Sie an eine Grenze der Veränderung geraten, stellen Sie sich die Frage, was Sie verändern können, um Ihr Ziel zu erreichen. Eine „gute“ systemische Frage ist hier: „Was begrenzt mich?“

Sollte sich eine anfänglich positive Entwicklung verlangsamen, ist es an der Zeit etwas zu verändern. Halten Sie sich nicht mehr an derselben Tätigkeit auf. Sie können zu einem späteren Zeitpunkt auf Sie zurückgreifen und so wieder Veränderungen ankurbeln.

Die dritte Grenze der Veränderung

Die dritte Grenze der Veränderung

Beim Thema Gewichtsreduktion wäre eine mögliche Strategie Sport zu treiben. Diese Strategie birgt gleich mehrere Vorteile in sich. Zum einen werden Kalorien verbraucht und zum anderen wird Ihr Stoffwechsel angeregt.

Auch bei dieser, sehr guten Strategie kommen Sie, wenn Sie sich alleine auf die Wage verlassen an eine Grenze. Hier zeigt sich wieder die fantastische Seiter unseres Systems Körper. Durch Sport bauen Sie Muskelmasse auf. Muskelmasse ist schwerer als Fettgewebe. Im Extremfall kann das dazu führen, dass sie Sport treiben und schwerer werden.

Um sich hier nicht zu frustrieren, brauchen sie noch ein weiteres Maßsystem für Ihren Erfolg. Daher sollten Sie regelmäßig ihren Bauch-, Po- und Oberschenkelmaß ermitteln. Denn obwohl Ihre Wage auf dem gleichen Gewicht bleibt, können sich diese Maße enorm verändern.

In der Übertragung auf andere Grenzen der Veränderung bedeutet das: Suchen Sie soweit als möglich nach mehreren Faktoren, an denen Sie Ihren Erfolg messen können.

In der Teamentwicklung könnte das, neben der Effektivität des Teams, die Mitarbeiterzufriedenheit sein. Gleiches gilt natürlich auch für Organisationsveränderungen. Beim Lernen einer neuen Sprache ist es neben dem „Verstehen“ vielleicht das „Schreiben“ dieser Sprache.

Umgang mit der Grenze der Veränderung

Umgang mit der Grenze der Veränderung

  • Überlegen Sie im Vorfeld schon, welche Grenze der Veränderung auf Sie zukommen wird.
  • Halten Sie den Blick auf mögliche Grenzen während des Prozesses der Veränderung bei.
  • Machen Sie sich im Vorfeld einer Veränderung bewusst, ob es wirklich Ihr Wunsch und damit auch Ihr Ziel ist, etwas zu verändern.
  • Sollte es sich um eine Vorgabe von außen handeln, suchen Sie nach einem eigenen Ziel, innerhalb dieser Vorgabe.
  • Wenn Sie an eine Grenze der Veränderung geraten, stellen Sie sich die Frage, was Sie verändern können, um Ihr Ziel zu erreichen.
  • Verändern Sie Ihr Vorgehen.
  • Suchen Sie so weit als möglich nach mehreren Faktoren, an denen Sie Ihren Erfolg messen können.

Weiterlesen

Die Lösung lauert überall – J. O´Connor, I. McDermott

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Hier geht es zur Methodenübersicht in diesem Blog.

 

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