Den Auftrag klären

Den Auftrag klären

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Die Wichtigkeit einen Auftrag klären zu können dürfte Ihnen bekannt sein. Mit diesem Artikel zum Auftrag klären möchte ich einen umfassenden Blick und hoffentlich die ein oder andere Anregung an Sie weitergeben.

Ich fange mit einem allgemeinen Überblick, zum Thema Auftrag klären, an. Hierbei beziehe ich mich nicht ausdrücklich auf Klienten, sondern ich möchte Ihnen noch Weitere gebieten, in denen den Auftrag klären sich lohnt aufzeigen. Hierfür werde ich die Idee der „Beratung“ etwas ausweiten.

Anschließend gehe ich mit der Hoffnung, dass die Inhalte für Sie gut übertragbar sind, auf die Auftragsklärung mit Klienten ein. Nachdem ich das Thema Wertschätzung kurz anreiße, möchte ich Ihnen vier Bereiche aufzeigen, die sie bei der Klärung eines Auftrages berücksichtigen sollten.

Abschließend werde ich Ihnen noch ein paar Fragen mit auf den Weg geben, die Sie für Ihre Gespräche nutzen können. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie den Artikel am Ende bewerten. Hierbei werden keine Daten von Ihnen festgehalten. Doch lassen Sie uns nun starten.

Den Auftrag klären allgemein

Den Auftrag klären allgemein

Wenn ich darüber spreche den Auftrag klären zu wollen, denken viele an ihre Klienten. Den Auftrag klären geht für mich allerdings deutlich über den Umgang mit Klienten hinaus. Manchmal kommen noch die Vorgesetzten ins Spiel. Den Auftrag klären kann aber auch mit Kunden und Mitarbeitenden sinnvoll sein.

Wenn Sie Aufträge nach außen, beispielsweise für eine Supervision, ein Coaching oder eine Teamentwicklung, geben, würden ich Ihnen empfehlen, den Auftrag für sich in jedem Fall klar zu haben. Den Auftrag klären ist dann zwar die Aufgabe der beauftragten Beratung, manchmal zeigt es ich bei der Auftragsklärung aber, dass ein anders Vorgehen sinnvoller ist.

Ein Auftrag gegenüber den Mitarbeitenden ergibt sich grundsätzlich aus dem Arbeitsvertrag. Manchmal kommen jedoch andere Punkte hinzu. Vielleicht kennen Sie Folgendes auch: Einer Ihrer Mitarbeitenden kommt zu Ihnen, um ein Anliegen zu besprechen. Aus diesem Anliegen entsteht ein (verdeckter) Auftrag. Jetzt stellt sich die Frage, wer den Auftrag hat. Manchmal bleibt er bei Ihnen hängen.

Sowohl mit Vorgesetzten wie auch mit Kunden kann das Klären des Auftrages schwieriger sein. Hier hängt es vom Vertrauensverhältnis ab, wie einfach die Sache wird. Wenn Sie wertschätzend an die Aufträge herangehen, kann das Auftrag klären allerdings auch zu Vertrauen führen.

Gerade bei Kunden habe ich gemerkt, wie hilfreich das Ganze sein kann. Nicht selten haben wir beim Auftrag klären gemerkt, dass ein anders Vorgehen hilfreicher ist. Zwar war der Auftrag erst einmal weg, aber was glauben Sie, wen der Kunde für den nächsten Auftrag angesprochen hat?

Beratung etwas weiter gesteckt

Vielleicht arbeiten Sie ja in einer Seniorenresidenz oder in einem Krankenhaus und meinen, dass Sie da ja einen klaren Auftrag haben. Ich würde den Auftrag klären hier etwas weitgefasster sehen. Eine Auftragsklärung zur Aufnahme kann viel bewirken.

Bei einer Auftragsklärung im Krankenhaus kann zum Beispiel auch gut geklärt werden, in welchen Bereichen Patienten ihre Genesung unterstützen können. In einer Seniorenresidenz führt eine solche Klärung dazu Erwartungen zu hinterfragen und den Aufenthalt möglichst angenehm und reibungslos verlaufen zu lassen.

Auftrag klären mit Klienten

Auftrag klären mit Klienten

Im weiteren Verlauf von Auftrag klären, werde ich jedoch von Klienten ausgehen. Das ist sicherlich der Bereich, mit dem Sie am meisten zu tun haben. Ich hoffe, dass Ihnen die Übertragung in andere Bereiche leichtfällt. Ansonsten melden Sie sich bitte.

Arist von Schlippe schreibt, dass eine Stunde Auftragsklärung zehn Stunden Therapie einsparen kann. Aus meiner Erfahrung gilt dies für alle Formen von Beratungen. Die Gefahr am Thema des Klienten vorbeizuarbeiten ist immens hoch. Bitte nehmen Sie sich die Zeit. Es wird sich für Sie sowohl zeitlich wie auch inhaltlich auszahlen.

Die Bedeutung die Klienten der Beratung geben und die Ziele, welche Sie damit verbinden, bestimmen was sie in welcher Art und Weise von der Beratung aufnehmen. Diesen Bereich möchte ich Ihnen nun etwas ausführlicher vorstellen.

Das (gemeinsame) Überlegen zu diesen Bereichen wird Ihnen eine Menge an Informationen liefern, die Sie später in Ihrer eigentlichen Beratung nutzen lassen. Zum Teil reicht sich auch, wie das „Problem“ aufrechterhalten wird. Manchmal kann es durchaus passieren, dass ein Problem bereits in der Auftragsklärung gelöst wird.

Grundlage Wertschätzung

Wertschätzung sollte immer (ja ich verwende dieses Wort bewusst) Grundlage einer Beratung sein. Hier geht es um eine Klärung auf Augenhöhe. Hierbei dürfen wir nicht vergessen, dass der Klient der Spezialist für sein Leben ist.

Gleichzeitig sollten wir auch bedenken, dass es oftmals ein großer Schritt ist, mit seinen „schwierigen“ Themen auf andere zuzugehen. Somit ist alleine der Weg zur Beratung einen Lösungsversuch, der unbedingt gewertschätzt werden sollte. Doch nun zu den vier Grundbereichen beim Auftrag klären.

Auftrag Klären – vier Bereiche

Nochmal zu Erinnerung, bei den folgenden Punkten geht es darum Informationen zu erhalten die eine „Lösungsfindung“ wahrscheinlicher machen. Gleichzeitig können Sie auch manchmal erkennen, wie „Probleme“ aufrechterhalten werden.

Im Vordergrund steht vor allem die Frage, was die Klienten motivieren könnte, mögliche Ressourcen zur Lösungsfindung zu aktivieren. Wie können Sie sich einbringen und wer ist noch mit im Boot?

Den Auftrag klären können und sollten Sie auch dazu nutzen, die Kooperationsbereitschaft mit Ihnen und gegebenenfalls mit anderen wichtigen Personen oder Systemen zu stärken. Hierfür kann es wichtig sein, deutlich zu machen, dass den Auftrag klären, bereits ein wesentlicher Schritt der gemeinsamen Arbeit darstellt.

Was hat dazu geführt, dass die Idee für eine Beratung entstanden ist?

Gunter Schmidt weist an dieser Stelle darauf hin, dass die Idee, die hinter einer Beratung steht, manchmal die gleichen Muster aufweist wie die, die zum „Problem“ geführt haben. Auch die Idee, wie die Beratung zur Lösung das Problems beitragen kann, deckt sich oftmals mit Lösungsversuchen, die bereits stattgefunden haben, aber nicht zur tatsächlichen Lösung führten.

Nehmen wir hier mal ein nicht so selten vorkommendes Beispiel. Das stark übergewichtige Kind soll sein Gewicht reduzieren. Es hat im häuslichen Umfeld schon verschiedene Versuche gegeben, das Gewicht in den Griff zu bekommen. Jetzt ist eine Kur angedacht. Ziel, dass Kind soll sich mehr bewegen und gesünder essen.

Bei genauerem Hinterfragen des Auftrages wurde jedoch klar, dass es sich um ein Erziehungsthema auf der Erwachsenenebene handelt.  Stundenlanges „vor dem Fernseher kleben“ und „mindestens dreimal die Woche Pizza bestellen“, würden jeden Erfolg der Kur schnell wieder zunichtemachen.

Wer hat welche Zielvorstellungen der Beratung?

Wer hat welche Zielvorstellungen der Beratung?

Hierbei geht es auch um die Erwartung die an eine Beratung und an das vermeintliche Handeln des Beraters. In einer Klinik wird der Patient nicht erwarten, dass „nur“ geredet wird. Bei einer Supervision gehen die Teilnehmer eher nicht von Tanzeinlagen aus (es sei denn man hat sich bewusst für einen Tanzpädagogen entschieden). Die Zielvorstellungen und die Erwartungen an den Prozess sollten hinterfragt werden.

Neben dem eigentlichen Klienten gibt es manchmal auch noch andere wichtige Personen oder Institutionen die Erwartungen an die Beratung haben. Das können beispielsweise die Schule, Angehörige oder der überweisende Arzt sein. Auch hier sollte mit dem Klienten zumindest über die Erwartungen und Zielvorstellungen spekuliert werden.

Welche Auswirkungen hat es, wenn es zu einer Beratung kommt?

Bereits der Beginn einer Beratung hat Auswirkungen. Dies vor allen Dingen in den Beziehungen des Klienten. Wenn beispielsweise ein Elternteil in einer Seniorenresidenz aufgenommen wird, kann das die Angehörigen entlasten. Es könnte aber auch sein, dass es zu Problemen kommt, weil die Angehörigen nicht loslassen wollen, immer in der Seniorenresidenz auftauchen und alles besser können.

Wenn Menschen anfangen, selbstständiger zu werden, können sich andere vielleicht zu schnell zurückziehen. Hier könnte der Klient seinen Halt verlieren und in alte Verhaltensmuster zurückfallen, um wieder mehr in Kontakt zu sein.

Welche Auswirkungen gibt es, wenn das Ziel erreicht wird?

Manchmal denken wir, das Ziel ist erreicht. Ist doch super. Ziele haben jedoch auch Nebenwirkungen. Solche und Solche. Hin und wieder lohnt sich die Frage nach dem Ziel hinter dem Ziel. Was wird noch möglich sein, wenn das Ziel erreicht ist?

Zeitweise ergeben sich Synergien in anderen Bereichen. Beispielsweise lassen bei Kindern, die in den normalgewichtigen Bereich kommen, die Hänseleien anderer Kinder nach.

In meiner NLP-Ausbildung habe ich gelernt drei positive, wie auch drei negative Aspekte zu benennen die mit der Zielerreichung einhergehen. Bei der Benennung der drei negativen Ergebnisse einer Zielerreichung zeigen sich manchmal Hindernisse ab, die bereits auf dem Weg dorthin auftreten können.

Mittlerweile frage ich bei Klienten nicht mehr so gezielt nach. Eine gemeinsame Überlegung, welche negativen Aspekte bei der Zielerreichung auftreten können reicht schon. Mein besonderer Blick gilt hier vor allen Dingen den Beziehungen, in denen der Klient lebt.

Bei Mitarbeitenden frage ich die drei negativen Aspekte ab. Dies vor allen Dingen im Mitarbeiterjahresgespräch.

Auftrag klären - Fragen

Fragen die unterstützen können

Die folgenden Fragen habe ich mir während eines Seminars mit Gunther Schmidt notiert. Für mich sind sie ein guter Ansatzpunkt, den Auftrag klären zu können. Hierbei müssen Sie natürlich selber entscheiden, welche Frage(n) für Sie passend sind und gegebenenfalls müssen Sie diese auch noch an die Situation anpassen.

  • Wer definiert was, wann und wie als Problem? Manchmal geht es auch darum, wer als Problem definiert wird. Hier gilt es besonders aufmerksam zu sein.
  • Gibt es unterschiedliche Sichtweisen (auch von nicht Anwesenden) zum Problem?
  • Ist das Problem immer gleich intensiv? Gibt es Zeiten, in denen das Problem weniger stark auftritt oder sogar gar nicht in Erscheinung tritt?
  • Wenn es unterschiedliche Sichtweisen oder Intensitäten gibt, wie werden diese erklärt?
  • Wie wirken sich die Unterschiedlichkeiten aus? Welche Wirkung haben diese Unterschiedlichkeiten auf die Beziehungen zu Personen oder Institutionen?
  • Gibt es eventuell auch „Gegner“ der Beratung oder der Zielerreichung?
  • Wer definiert welche Zielvorstellung, wie?
  • Welche Erwartungen an den Berater gehen damit einher?
  • Wie wirkt sich die Beratung auf die Beziehungen aus?
  • Wer reagiert wie auf die Beratung?

Quellen und Weiterlesen

Arist von Schlippe – Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung I und II: Limitierte Studienausgabe.

Gunther Schmidt – Liebesaffären zwischen Problem und Lösung: Hypnosystemisches Arbeiten in schwierigen Kontexten

Hier geht es zur Methodenübersicht.

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