Der Umgang mit Fehlern

Der Umgang mit Fehlern

Der Umgang mit Fehlern ist ein Lernprozess. Ihn einzugehen wird Sie, Ihr Team und Ihre Kunden beziehungsweise Ihre Klienten bereichern.

Da es mir sinnvoll erscheint, möchte ich kurz auf den Begriff Theorie eingehen, bevor wir ins Thema einsteigen. Danach geht es weiter. Besserwisser erschweren uns den Umgang mit Fehlern, auch hier möchte ich etwas genauer hinschauen. Anschließend werde ich Ihnen ein einfaches Beispiel aufzeigen. Hiernach geht es um das Thema lernen und den Zusammenhang mit der Angst. Auch diesen Artikel werde ich mit Tipps und Tricks abschließen.

Theorie und Praxis

Es gibt viele Theorien zum Thema „Führen“ und „Leiten in sozialen Organisationen“. Ob Sie es glauben oder nicht, Sie bilden ebenfalls eine Theorie. Sie haben eine Idee darüber, wie Sie Ihre Aufgabe als Leitung wahrnehmen sollten.

Das ist zum Großteil keine Theorie, die irgendwo niedergeschrieben wurde. Sie kommt aus ihrem Inneren. Wahrscheinlich stammen einige Stützsäulen Ihrer ureigenen Theorie von Vorbildern. Diese Vorbilder gehen bis in Ihre Kindheit zurück. Wie haben Ihre Eltern Ihre Familie geleitet?

Vielleicht kommen noch Erfahrungen aus Jugendgruppen oder Weiterbildungen hinzu. In jedem Fall hatten Sie selber einen Vorgesetzten. Hieraus entstehen Theorien zwischen „Ich mach das genauso“, bis „Ich mach das ganz anders“.

Wie dem auch sei. Aus irgendeinem Grund müssen Sie als Leitung handeln. Wenn sie keine Idee, keine Theorie, haben, wie Sie handeln könnten, werden Sie untätig bleiben. Sobald Sie in die Handlung gehen, überprüfen Sie ihre Theorie in der Praxis. Wenn es klappt, prima! Aber was ist, wenn Sie einen Fehler machen? Wie gehen Sie dann mit sich selber um? Wie gehen Sie bei anderen vor, wenn diesen ein Fehler unterläuft? Nochmal: Der Umgang mit Fehlern ist ein Lernprozess!

Umgang mit Fehlern und das Spiel mit den selben

Das Spiel mit den Fehlern

Es ist ähnlich wie bei einer Fußballwelt- oder Europameisterschaft. Es gibt bestimmt 100.000 Hilfstrainer, die es besser gewusst hätten. Sie hätten das gewünschte Ergebnis erreicht. Viele davon haben nie auf einem Fußballplatz gestanden, dennoch wissen sie es besser.

Von diesen Besserwissern und Fehleraufzeigern gibt es unzählige, auch in unserem Leben. Sicherlich kennen Sie die Aussage: „Das hätte ich Ihnen auch gleich sagen können.“ Hierbei entgegne ich immer öfter: „Aus welchem Grund haben Sie es nicht getan?“

Diese Besserwisserei ist auch eine Ursache, die uns den Umgang mit Fehlern erschwert. Oftmals glauben wir, dass diesen Menschen der Fehler nicht unterlaufen wäre. Der Beweis hierfür fehlt vollends. Steigen Sie in dieses Fehlerspiel nicht ein! Nutzen Sie Ihre Fehler, um daraus zu lernen. Geben Sie anderen die gleiche Chance.

Manchmal haben wir den Eindruck, dass jemand mehr Ahnung oder Erfahrung hat, als wir. Das muss jedoch nicht stimmen. Sie alleine entscheiden, ob Sie einen Fehler gemacht haben. Bedenken Sie, dass es sich immer um die persönliche Meinung eines anderen handelt.

Umgang mit Fehlern, ein Beispiel

Der Umgang mit Fehlern, ein Beispiel

In der Grundschule geht es darum die Rechenaufgabe 1+3= zu lösen. Das Kind schreibt als Lösung 7 auf. Hier können wir sofort sagen, dass es sich um einen Fehler handelt. Es ist nicht das gewünschte Ergebnis.

Wenn wir an dieser Stelle bedenken, dass Kinder 4 und 7 oftmals verwechseln, können wir nachfragen. Vielleicht hat das Kind das Richtige gemeint und ausversehen das Falsche geschrieben. Ein gezieltes Nachfragen könnte die Situation klären. (Gleiches gilt übrigens für die Zahlen 2 und 5 sowie 6 und 9.)

Bitte bedenken Sie diese Klärungsmöglichkeit sowohl bei sich und bei Ihren Mitarbeitern. Gerade in der Hitze von schnellen Entscheidungen passieren Verwechslungen. Das gewünschte Ergebnis ist zwar erreicht, wird dennoch übersehen.

Schauen wir weiter. Selbst in diesem nicht gewünschten Resultat gibt es mehrere richtige Vorgehensweisen. Hinter dem Gleichheitszeichen sollte etwas stehen. Diese Aufgabe wurde richtig gelöst. Hinter das Gleichzeichen gehört eine Ziffer und kein Buchstabe. Ebenso richtig. Bei einer Addition zweier Zahlen ist das Ergebnis größer als jede einzelne Zahl. Auch wieder richtig.

Wenn Sie persönlich etwas als Fehler einstufen, schauen Sie bitte auf alle Elemente. In vielen Prozessen gibt es gelungene Zwischenschritte. Wir geraten schnell in eine Starre, wenn das Wort „Fehler“ fällt. Unser Blick richtet sich nur auf das gewünschte Ergebnis aus. Ob es von Anderen oder uns selber gebraucht wird, ist hierbei egal. Nehmen Sie sich bitte die Zeit, um zu analysieren, was richtig gelaufen ist. Richtige Zwischenschritte können Sie gezielt nutzen, um zum gewünschten Ergebnis zu gelangen.

Ein Lernen ohne Fehler ist nicht möglich!

Sie können nur so handeln, wie es Ihr derzeitiges Wissen und Können erlaubt. Gerade in neuen Situationen fehlt Ihnen manchmal das nötige Wissen. Sie greifen auf vergleichbare Gegebenheiten zurück und bilden sich hierzu eine Theorie, mit der Sie handeln können. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie einen Fehler begehen ist, groß.

Beachten Sie dabei, dass ein Fehler im Prinzip nichts Anderes ist, als ein unerwünschtes Ergebnis auf Ihrem Weg zum Ziel. Wie bereits gesagt: Achten Sie auf die Zwischenschritte.

Umgang mit Fehlern, die Angst

Das Ding mit der Angst

Wenn andere uns sagen, dass wir einen Fehler gemacht haben, beurteilen sie uns. Leider sind wir es spätestens seit der Schule gewöhnt, uns von anderen beurteilen zu lassen. Wir haben oftmals Angst vor dieser Beurteilung. Diese resultiert aus den Verlustängsten sowohl in der Beziehung als auch in der Zugehörigkeit.

Diese Angst hemmt die Fähigkeit, uns zu entwickeln. Ebenso verhindert Sie einen guten Umgang mit Fehlern. Sie sollten den Mut ausbauen, durch diese Angst hindurchzugehen. Eine gute Möglichkeit hierzu ist es, Fehler als Lernaufgabe wahrzunehmen. Gerade wenn Sie größere Projekte in Angriff nehmen, bedenken Sie die Risiken. Hierdurch werden Sie um einiges leichter mit Fehlschlägen umgehen können.

Viele Menschen neigen dazu, Fehler zu verheimlichen oder abzustreiten. Wenn Ihre Mitarbeiter merken, dass Sie mehr an dem Prozess als dem Fehler interessiert sind, wird sich diese Angst abbauen.

Tipps und Tricks

Tipps und Tricks

Umgang mit Fehlern bei Mitarbeitern

Je unerfahrener ein Mitarbeiter ist, umso mehr Zeit sollten Sie sich nehmen, um gemeinsam den Prozess zu analysieren. Diese Wertschätzung werden Ihre Mitarbeiter zu schätzen wissen.

Zeigen Sie, dass sie Ihren Mitarbeitern vertrauen. Lassen Sie ihm Zeit und Raum um Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Wie kann das gewünschte Ergebnis erreicht werden? Diese Lösungsvorschläge können Sie dann mit ihm oder sogar im Team besprechen.

Ein solches Vorgehen führt dazu, dass Ihr Mitarbeiter nicht in die Angst verfällt, seine Zugehörigkeit zu verlieren.

Vorwürfe an Sie

Hier ist es wichtig, dass Sie offenbleiben. Viele Menschen blocken hier ab. Sie sollten nicht dazugehören. Fragen Sie gezielt nach! Was wird von dem Anderen als Fehler angesehen? Was wären seine Lösungsvorschläge? Hier trennt sich oft schon die Spreu vom Weizen. Ewige Besserwisser werden sich schnell zurückziehen.

Wenn es klare Aussagen gibt, bedanken Sie sich für dieses Feedback. Behalten Sie jedoch die Hoheit über Ihr Handeln. Sagen Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie seine Ideen in Ihre Überlegungen einfließen lassen werden.

Hierdurch stellen Sie sicher, dass Sie nicht in eine Starre verfallen. Sie können den Prozess überdenken und entscheiden, wo und wie Sie ihn anpassen. Denken Sie, gerade bei Vorgesetzten daran, später Ihre Analyse und Ihr weiteres Vorgehen mitzuteilen.

Umgang mit Fehlern bei Kunden und Klienten

Das Unbehagen und die Abwehr, wenn wir Fehler aufgezeigt bekommen, ist tief in unserem Unterbewusstsein verankert. Diesmal unterscheide ich deutlich zwischen Kunden und Klienten.

Einem Kunden sollten Sie in keinem Fall sagen, dass er etwas falsch gemacht hat. Auch wenn es erkennbar auf der Hand liegt, wird er sich dagegen wehren. Die einfachste Möglichkeit für ihn ist es, eben kein Kunde mehr zu sein.

In diesem Fall sollten Sie mehrere Lösungsvorschläge anbieten, um doch noch zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Nur ein Lösungsvorschlag würde ähnlich Folgen haben wie der Vorwurf eines Fehlers.

Bei Klienten kommt es zu Rechtfertigung und aufzeigen von Gründen, wen wir Fehler benennen. Nach meiner Erfahrung gibt es Gründe, wie Sand am Meer. Daher kann es unterstützend sein, auf den Prozess zu schauen. Sie können gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten suchen. Auch hier ist es förderlich, mehrere zu finden.

Je nach Vertrauen und Erfahrung kann ihr Klient eigene Lösungsvorschläge erarbeiten. Manchmal ist es hilfreich, wenn Sie mehrere anbieten. Entscheiden sie sich dann gemeinsam für einen Weg, den sie beide gehen wollen.

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Mehr vom Leben – E. Adler

Links

5 Schritte, professionell aus Fehlern zu lernen

Hier geht es zur Übersicht der Methoden.
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