weg von, hin zu als grundlegende Motivation

Die weg von / hin zu Motivation

Worum geht es?

In diesem ersten Artikel möchte ich Ihnen darstellen, warum beide Motivationsstrategien wichtig sind. Nach einem kurzen Ausflug in den Sport geht es darum, dass die weg von / hin zu Motivation eine der grundlegendsten Motivation in unserem Leben ist.

Nachdem ich die Vor- und Nachteile beider Strategien aufgezeigt habe, möchte ich Ihnen kurz darstellen, woran Sie diese erkennen.

Wie Sie beide Strategien in Ihrer Organisation nutzen können, wird ich Ihnen im zweiten Artikel aufzeigen.

Beide Strategien weg von / hin zu sind wichtig

In vielen Bereichen hält sich der Mythos, dass die „Hin-zu-Motivation“ die einzig Glückbringende sei. Sie wirkt auch auf den ersten Eindruck attraktiver. Ihr liegt die Grundaussage: „Es gibt bessere Möglichkeiten zu leben. Überlege dir, was du erreichen willst und dann gehe drauf zu!“ zugrunde. Für wen ist das nicht belebend?

Diese Einstellung führt dazu, dass viele Bewerber versuchen, die „hin-zu-Strategie“ sowohl in ihren Bewerbungsunterlagen als auch im Vorstellungsgespräch präsentieren. Wenn jedoch die „weg-von-Strategie“ ihre dominantere ist, werden Verdrängung dieser und die Überrepräsentation der „hin-zu-Strategie“ früher oder später zu Problemen führen.

Aus diesem Grund werde mit dem Artikel ein wenig gegen den allgemeinen Trend halten. Ich möchte Ihnen die Vorteile beider Motivationstypen aufzeigen. Lassen Sie mich mit einem Beispiel aus dem Sport beginnen.

weg vom Sprungbrett

Die Strategien im Sport

Egal ob Sprinter oder Schwimmer, beide lernen erst einmal sehr ausführlich, weg vom Startblock zu kommen. Denn nur wenn das „weg von“ gut funktioniert, haben sie ein Chance, den Wettkampf zu gewinnen. Ich habe in diesem Zusammenhang von einem Coach, der Spitzensportler coachte, in meiner Ausbildung folgende Geschichte gehört:

„Meine Klientin XY war als Schwimmerin recht gut. Sie kam sehr gut vom Startblock weg und hatte einen guten Schwimmstiel. Nach den ersten 20 Metern wurde sie jedoch meist überholt. Ihre Motivation lag mehr als deutlich im „weg von“ Bereich. Nachdem dieses klar war, bauten wir eine Imagination in ihr Training ein. Sie sollte sich vorstellen, dass sie von einem Hai verfolgt würde. (Weg vom Hai.) Danach gewann sie jeden Wettkampf und war kaum noch zu stoppen.“

Aber auch in diesem Bereich ist das „Hin zu“ eine wichtige „Adresse“. Denn keiner möchte ja, dass der Schwimmer nach dem guten Start einfach zum Beckenrand schwimmt oder der Läufer aus dem Stadion läuft. Das Ziel an sich sollte sehr klar und deutlich sein.

Unsere Grundmotivation

Die weg von / hin zu Motivation ist wohl die grundlegendste Motivation des Menschen. Es ist quasi die Ausgangsprogrammierung unseres Gehirns. Die Grundhypothese dahinter ist weg von Schmerz hin zu Freude. Zum Scherz gehört auch der Bereich Gefahr, der einen körperlichen oder seelischen Schmerz zur Folge haben könnte. Zur Freude gehört beispielsweise die Suche nach genießbaren, denn Essen bedeutet Freude.

Auf der körperlichen Ebene haben wir alle sowohl eine „weg von“ als auch „hin zu“ Motivation entwickelt. Vielleicht kennen sie die Situation, in der Sie sich den Rücken verrenkt haben. Sie werden alles dafür tun, den Körper möglichst schmerzfrei zu bewegen. Weg von Schmerzen also. Auch wenn das dem Heilungsprozess an sich sogar zuwiderläuft.

Auf der anderen Seite kennen Sie vielleicht die Belohnung durch das Essen von Süßigkeiten. Hin zu Genuss. Unser Zuckerspiegel wird angehoben, wir haben mehr Energie und fühlen uns oft wohler. Auch das muss unserer Gesundheit nicht unbedingt zuträglich sein.

Im Bereich der Motivation, zum Beispiel in der Arbeitswelt sieht das etwas anders aus. Hier finden wir auch beide Motivationstypen (weg von/hin zu), meist ist eine der beiden deutlich im Vordergrund. In einer Studie aus 2007 habe ich entdeckt, dass weg von/hin zu Motivation eine Aufteilung von 70% zu 30% entspricht. Der Anteil der Menschen mit einer „weg-von-Strategie“ ist also deutlich höher als die einer „hin-zu-Strategie“. Dies lässt sich evolutionsbiologisch erklären. Hier möchte ich jedoch nicht so weit ausholen.

weg von hin zu Strategie

Verdeutlichung der Strategien

Und noch einmal, beide Motivationsstrategien sind in uns angelegt. Wir benutzen eher das uns geläufigere System, um uns zu motivieren. Unsere Strategie zur Motivation ist eine mentale Einstellung, die unser gesamtes Leben beeinflusst. Schauen wir uns jetzt die Vor- und Nachteile der beiden Motivationsstrategien an.

Die „weg-von-Strategie“

Vorteile

Menschen bei denen die „weg-von-Strategie“ stärker ausgebildet ist, erkennen Probleme schneller. Sie sind sehr effektiv im Finden von Lösungen. Diese Menschen neigen dazu, Projekte und Aufgaben gründlich abzuschließen.

Nachteile

Menschen mit einer „weg-von-Strategie“ neigen dazu, sich im Kreis zu drehen, da sie kein klares Ziel haben. Leider verharren solche Menschen in Situationen, die ihnen nicht gut tun bis es gar nicht mehr anders geht. Sie achten wenig darauf, wohin sie ihr eingeschlagener Weg bringt. Pausen werde zum Beispiel erst dann gemacht, wenn die Erschöpfung nicht mehr aushaltbar ist.

Die „hin-zu-Strategie“

Vorteile

Die Menschen mit einer „hin-zu-Strategie“ sind sehr zielorientiert und bewegen sich stetig auf ihr Ziel zu. Sie können gut erkennen, wann es Zeit für einen Wechsel oder Veränderung ist. Diese Menschen können Chancen sehen, die „weg-von-Menschen“ nicht erkennen würden. Sie können bereits zu Beginn eines Projektes absehen, welche Auswirkungen und Vorteile die Erreichung eines Zieles mit sich bringen wird.

Nachteile

Menschen mit einer „hin-zu-Strategie“ schließen Aufgaben oder Projekte oft nicht gründlich ab, da sie bereits auf dem Weg zu einem neuen Ziel sind. Probleme werden, wenn sie das Erreichen des Zieles behindern könnten, verdrängt oder gar nicht erst wahrgenommen.

Weg von / hin zu Motivation erkennen

Hin-zu-Motivation

Eher „hin zu“ ausgerichtete Menschen sprechen über Ziele und über das, was sie gerne erreichen möchten. Sie haben Träume und können stundenlang darüber sprechen, was sie alles erreichen möchten.

Weg-von-Motivation

Menschen, die eher „weg von“ orientiert sind, sprechen gerne über Probleme. „Entschuldigung, wir haben hier ein Problem.“ Ist ein Satz, der oft von diesen Menschen kommt. Sie benennen Situationen, die sie gerne vermeiden möchten. Ein weiter weg von Satz sieht ungefähr so aus: „Egal was, Hauptsache anders.“

Wie geht es weiter?

Im nächsten Artikel erfahren Sie wie sie beide Strategien in ihrem Team/ Ihrer Organisation und bei Ihren Klienten nutzen können.

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