Einfach ein Konzept entwickeln

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Um den Text übersichtlich zu gestalten, habe ich das Wort „Kunde“ verwendet. Sie können es, dort, wo es Ihnen nützlich erscheint, gerne durch das Wort „Klient“ ersetzen.

 

Leistungbeschreibung und Konzept

Leistungsbeschreibung und Konzept

Leistungsbeschreibungen geben an, welche Leistung wie erbracht wird. Sie sind branchenabhängig und zum Teil sogar ortsgebunden. Wechselt die Zuständigkeit in eine andere Behörde, kann es zu einer Anpassung kommen. In meinem Unternehmen gibt es derzeit vier Leistungsbeschreibungen für sechs Ämter.

Da diese Beschreibungen so unterschiedlich sind, empfiehlt es sich, sich bei den entsprechenden Stellen zu melden und nach Vorgaben zu fragen. Darüber hinaus kann es hilfreich sein, bei „Google“ nach den Leistungsbeschreibungen von Mitanbietern zu suchen.

Während die Art und Weise von Leistungsbeschreibungen meist durch Ämter und Behörden vorgegeben ist, gibt es beim Konzept mehr Spielraum. Die Grundidee, die ich Ihnen gleich vorstellen möchte, ist auch unabhängig von den jeweiligen Zielgruppen.

Konzept - das mehrere Kunden Problem

Das mehrere Kunden Problem

Egal, in welchem sozialen Bereich sie tätig sind, oft werden Sie mehrere Kunden haben. Im Bereich der Altenheime gibt es die Bewohner, die ihre Kunden sind. Darüber hinaus auch noch die Familien, der Bewohner, die Kostenträger, die Ärzte die ihre Einrichtung empfehlen und so weiter.

In der Jugend- oder Behindertenhilfe sieht es nicht anders aus. Sogar im Bereich der Krankenhäuser verlasse ich mich gerne auf die Empfehlungen der Ärzte. Also für wen schreiben Sie jetzt ihr Konzept?

Ich möchte Ihnen an dieser Stelle empfehlen, Ihr Konzept an dem Kunden auszurichten, mit dem Sie direkt arbeiten. Im oben beschriebenen Fall der Altenpflege, am Bewohner.

In Ihrem Konzept sollte klar sein, für welchen Kunden sie welche Unterstützung anbieten.

„Wird schon passen“

ist keine gute Grundlage für ein Konzept. Überlegen sie vor dem verschriftlichen genau, wen sie als Kunden haben wollen. Welcher Kunde kann von Ihrer Dienstleistung am meisten profitieren?

Es gibt den Spruch „Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein.“ Wenn Sie jeden und alles Aufnehmen wollen, sind Sie von außen in ihren Kompetenzen nicht gut erkennbar.

Das Wunskunden Konzept

Das Wunschkunden – Konzept

Bevor Sie jetzt einen Riesen Schreck kriegen und Angst haben, bestimmte Kunden nicht mehr zu erreichen, atmen Sie durch. Wenn Sie sich einen Wunschkunden vorstellen, schließt das andere Kunden nicht aus!

Ich vergleiche das Konzept des Wunschkunden gerne auch mit einem Schaufenster. In diesem Schaufenster präsentiere ich das, was mir besonders am Herzen liegt und die Menschen in meinen Laden lockt. Hat ein Kunde jedoch einen anderen Wunsch, kann es gut sein, dass ich ihn in meinem Geschäft trotzdem bedienen kann. Auch wenn ich dafür vielleicht ins Lager laufen muss. Wenn ich ihn nicht gar nicht bedienen kann, kann ich ihn an ein anderes Geschäft weiterempfehlen.

Mein Wunschkunde in der Jugendhilfe war beispielsweise der „alleinerziehende Vater“. Dieser Wunschkunde nahm maximal einen Raum von 20% ein. Dennoch basierte mein Konzept auf ihm. Dadurch konnte ich es passgenau füllen.

Ich glaube, des der Wunschkunde der wichtigste Focus für jede Organisation ist. Ein Wunschkunde sorgt dafür, dass Sie ihr Konzept emotional füllen können. Menschen werden leichter durch Emotionen als durch Fakten überzeugt.

Was sind Wunschkunden?

Der Wunschkunde ist der, der von Ihrer Organisation am meisten profitiert und den Sie am besten unterstützen können. Klar kann die Kinderstation eines Krankenhauses jedes kranke Kind aufnehmen. Den meisten Erfolg hat sie, durch ihre Kompetenz, vielleicht im „Hals-Nasen-Ohren-Bereich“. Dann sollte dieser Bereich die Grundlage für ihr Konzept bilden.

Der weitere Vorteil von Wunschkunden ist, dass diese Sie weiterempfehlen werden.

Hierdurch werden auch die anderen „Nebenkunden“ wie Ärzte, Behörden und Ämter davon erfahren und Sie dementsprechend empfehlen.

Werte im Konzept

Hier spielen Ihre Werte eine Rolle

Wunschkunden sind die Kunden, die besonders gut zu Ihrer Organisation passen. Daher wird es Ihnen und Ihren Mitarbeitern viel einfacher fallen, auf einer menschlichen Ebene Kontakt aufzunehmen. Das nicht nur im Konzept.

Ihre Wertvorstellungen im Team und in der Organisation werden so mit Leben gefüllt und transparent. Deswegen sollten Wunschkunden auch ihre Werte und Einstellungen teilen.

Problemlöser sein

Wenn Sie sich in Ihrem Konzept auf einen Wunschkunden konzentrieren, denken Sie an seine Bedürfnisse. Welche Probleme ihrer Kunden können Sie besonders gut lösen? Wie machen Sie das?

Wunschkunden für Konzept erstellen

 

Einen Wunschkunden basteln

An dieser Stelle schlage ich Ihnen vor, sich Ihren Wunschkunden genau vorzustellen. Wenn Sie ein Bild von ihm haben, können Sie das Konzept für ihn schreiben. Wenn Sie das Konzept für einen, „zwar fiktiven“ Menschen schreiben, wird es lebendiger.

Also nun zu ihrem Wunschkunden:

Wie alt ist er? Wie sieht er aus? Wie lebt er? Welchen Tätigkeiten geht er nach? Hat er Hobbys und wenn ja, welche? Ist er Single, verheiratet, getrennt oder geschieden? Hat er Kinder? Ist er sportlich? Welche Wünsche und Bedürfnisse hat er? Wovon träumt er? Was zeichnet ihn aus? Welche Erfahrungen hat er bereits gemacht? Was sind seine Probleme und Herausforderungen? Aus welchem Grund benötigt er Unterstützung? …

Ich würde ihm sogar einen Namen geben. Meier, Müller, Schmitz sind da sehr beliebt.

Ihre Kompetenzen sind gefragt

In Ihrem Konzept geht es vor allem um ihren Kunden, aber auch um Sie und Ihre Organisation.

Wenn Sie also eine klare Vorstellung von Ihrem Wunschkunden haben, stellt sich jetzt die Frage: „Warum Sie?“

Was sind ihre Kompetenzen in der Unterstützung dieses Kunden? Was erhofft sich ihr Kunde von Ihnen und wie können Sie diese Hoffnung stützen? Was denkt und fühlt Ihr Kunde, wenn er das erste Mal bei Ihnen auftaucht? Welche Informationen benötigt er dann? Wie fühlt er sich angenommen? Was fühlt er, wenn er Ihre Dienstleistung in Anspruch nimmt? Wie können Sie ihm beim Weg in und durch ihre Organisation beistehen? Wie können das Team und die Organisation ihn unterstützen sein Ziel zu erreichen? Welche unterstützenden Besonderheiten gibt es bei Ihnen? …

Fazit

Wenn Sie für sich einen Wunschkunden entwickeln, können Sie ein passgenaues Konzept erstellen. Der Gedanke an diesen Kunden wird Ihnen helfen, auch schriftlich eine emotionale Brücke zu bauen.

Diese Brücke wird sich auch auf andere Menschen übertragen und dadurch die Empfehlungen deutlich steigern.

Ich wünsche Ihnen viel Freude und Erfolg bei der Erstellung ihres Konzeptes.

 

Weiterlesen

Wunschkunden finden

Der strategische Weg zum Wunschkunden

 

Hier geht es zur Übersicht der Methoden für Leitungen.

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
 

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2 comments on “Einfach ein Konzept entwickeln

  1. Hallo

    Nachdem ich Ihnen seit ein paar Wochen auf Twitter Folge, hab ich mich jetzt gerne in Ihre Twitterliste eingetragen.
    Ihr Artikel über den Wundchkunden fand ich besonders für unsere Kirchengemeinde gut. Da bereiten wir gerade eine Evangelisation vor.

    Gruss

    1. Nur kurz zur Erklärung:
      Evangelisation ist die Wiedererweckung beziehungsweise Neubelebung des Glaubens. Sie geht auf Jesus zurück, der seine Jünger auffordert, hinaus in die Welt zu gehen und die Frohe Botschaft zu verkünden. (Sehr verkürzt dargestellt.)

      Vielen Dank für die Rückmeldung,
      mich würde sehr Interessieren, wie Sie das Konzept des Wunschkunden in diesem speziellen Fall einsetzen werden.
      Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

      Peter Wiesejahn

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