Den geeigneten Coach / Supervisor finden

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Vielleicht stehen Sie gerade vor der Frage vor der Herausforderung, dass Sie einen geeigne­ten Coach beziehungsweise Supervisor finden wollen. Da es in beiden Bereichen mittlerweile einen recht großen „Markt“ gibt haben Sie die „Qual der Wahl“. Dieser Artikel möchte Sie ihnen aufzeigen, wie Sie den, für Sie oder Ihr Team, geeigneten Coach oder Supervisor fin­den können.

Zuerst soll es jedoch darum gehen was Supervision und Coaching voneinander unterscheidet und worin sie sich gleichen. Weiterhin geht es darum, dass Coaching und Supervision keine geschützten Begriffe sind. Mit der, aus meiner Sicht, „obersten Prämisse“ starten dann wirk­lich die Suche. Ganz eilige können direkt zum Ende springen, Hier habe ich sechs Schritte mit denen Sie einen Coach oder Supervisor finden können zusammengefasst dargestellt.

Supervisor finden Unterschiede

Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Supervision und Coaching

Zuerst möchte ich Ihnen die Beiden Felder kurz einzeln vorstellen um dann auf die Unter­schiede und Gemeinsamkeiten eingehen. Hierbei geht es um Ihre berufliche Praxis. Gerade der Coachingbereich ist mittlerweile sehr weit gefächert. Spezialisierungen wie „Abnehm-Coach“, „Schreib-Coach“ oder auch „Karriere-Coach“ können hier nicht behandelt werden.

Was ist Supervision?

Der Begriff Supervision kommt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie Überblick. Dieses – den Überblick – nutzen, weist schon in die Richtung was Supervision eigentlich ist. In der Supervision soll ein Blick von außen das berufliche Handeln reflektieren und hierdurch seine Professionalität fördern.

Hierbei kann es um die Teamsituation, das Vorgehen im Umgang mit Klienten oder Kunden, die Orientierung in der Organisation oder um das Lösen von Konflikten gehen, um ein paar Beispiele zu nennen.

Was ist Coaching?

Der Begriff „Coach“ stammt aus dem Englischen und bedeutet ursprünglich „Kutsche“. Das Coaching hat seinen Weg vom Sport in die Wirtschaft, zur Unterstützung von Führungskräf­ten gefunden. Hierbei geht es um eine gezielte Rückmeldung sowie einer Anleitung zu einem spezifischen Wissen, den Fertigkeiten und den Fähigkeiten, die als Führungskraft gebraucht werden, um der eigenen Führungsrolle gerecht zu werden, ohne dabei auszubrennen.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten

In vielen Bereichen unterscheiden sich Coaching und Supervision kaum. Bei beidem geht es um die Reflexion der Arbeitswelt. Auch die Methoden wie Fragetechniken, Herdplattenmo­dell oder auch Skulpturarbeit können in beiden Bereichen Bestandteil sein.

Der Begriff „Coach“ kommt aus dem angloamerikanischen zu uns. Zuerst ist er in der Sport­welt zu finden. Später haben Wirtschaftsunternehmen die Nützlichkeit einer Persönlichen Unterstützung, vor allem für Führungskräfte, für sich erkannt. Die ersten Coaches kamen aus dem Sortbereich. Ein bekannter Name ist beispielsweise Timothy Gallway. So begann der „Siegeszug“ des Coachings.

Hinzu kommt hier noch, dass Supervisor im englischsprachigen Bereich eine andere Bedeu­tung hat. Hier ist der Supervisor eine Art Aufsichtsperson. Daher ist der „Supervisor“ wie er im deutschsprachigen Raum zu finden ist im englischsprachigen keinen Platz hat. Der Begriff Coach ist dann letztendlich „eingedeutscht“ worden. Die Beschreibung eines Coaches im angloamerikanischen Bereich deckt sich mit der Beschreibung des Supervisors im deutsch­sprachigen Bereich. Eine Ausnahme hierbei ist, dass es sich beim Coaching hauptsächlich um eine „Beratung“ von Führungskräften handelt.

Diese Unterscheidung hat sich auch hierzulande durchgesetzt. Beim Coaching handelt es sich also um eine Beratungsform die Führungskräfte in ihrem Handeln unterstützt. Supervision bezieht sich auf die Professionalisierung des Handelns im Arbeitsumfeld.

Coaching und Supervision sind nicht geschützt

Sowohl Coaching als auch Supervision sind keine geschützten Begriffe. So darf sich jeder Coach oder Supervisor nennen, ohne eine spezielle Ausbildung absolviert zu haben. Hier kommt es in der Bandbreite dazu, dass sich jemand Coach nennt, weil er auch schon mal ein Gespräch geführt hat, was ihm Spaß machte. Und es gibt den Coach, der in einem Dachver­band ist und mittlerweile 15 Weiterbildungen in diesem Bereich absolvierte. Im Bereich Su­pervision kommen solche Schwankungen natürlich auch vor.

Wie können Sie denn jetzt den hilfreichen Coach oder Supervisor finden?

Die oberste Prämisse

Im Auftrag der Bundesregierung hat Professor Klaus Grawe die Wirksamkeit von Therapien untersucht. Seine Wichtigste Erkenntnis war: Therapie ist vor allem dann hilfreich, wenn der Therapeut glaubt, dass er seinem Klienten helfen kann und der Klient dieses auch glaubt.

Aus meiner Sicht lässt sich dieses auch auf den Bereich Coaching und Supervision übertra­gen. Von daher sollten Sie einen Coach beziehungsweise Supervisor finden, von dem Sie glauben, dass er/sie in Ihrem Fall hilfreich ist!

Was Sie konkret tun können:

Supervisor finden Empfehlungen

Empfehlungen

Die einfachste Möglichkeit einen Coach oder Supervisor zu finden ist es natürlich bei Be­kannten und Kollegen nachzufragen. Allerdings sollten Sie hier durchaus gezielt nachfragen. Was war für dich hilfreich? Welche Methoden wurden verwendet? Gab es auch etwas, das nicht so gut gelaufen ist? Bei Teamsupervisionen können Sie auch noch nachfragen, wie das Team die Situation erlebt hat.

Bedenken Sie immer, was für eine Person hilfreich war, muss für Sie nicht zwingend auch hilfreich sein.

Dachverbände als Ausgangspunkt

Sowohl im Coaching wie auch in der Supervision gibt es Dachverbände. Während es im Be­reich Supervision einen Dachverband gibt, kam ich im Bereich Coaching auf 27. Die Dachver­bände legen einen Standard für ihre Mitglieder fest und sind somit oftmals ein guter Aus­gangspunkt, um den geeigneten Coach oder Supervisor finden zu können.

Ich habe selber etliche Supervisoren und Coaches konsultiert. Manche waren sehr hilfreich, andere weniger. Erstaunlicherweise (oder eben auch nicht) war dieses unabhängig von einer Mitgliedschaft in einem Dachverband. Mittlerweile schaue ich bei meiner Suche darauf, wel­ches Menschenbild die Kolleg*innen haben und welche Weiterbildungen Sie besuchten. Damit liege ich heute fast durchgängig richtig.

Supervisor finden internet

Das Internet der Dinge

Fast jeder Coach und Supervisor hat eine Webseite. Hier können Sie sich die ersten Informa­tionen holen. Achten Sie hierbei vor allem darauf, ob Sie die verwendete Sprache im Grund­satz anspricht.

Geben Sie den Namen des Coaches oder Supervisors auch ruhig mal in eine Suchmaschine ein. Eventuell finden Sie hier noch weitere Artikel oder gar Videos. So können Sie sich in je­dem Fall ein besseres Bild machen. In diesem Bereich sind die Coaches den Supervisoren meist voraus.

Blick auf die Weiterbildungen und Fragen dazu

Welche Weiterbildungen wurden besucht und was wurde daraus mitgenommen? Ich glaube ich kenne kaum noch einen Supervisor der nicht in irgendeiner Weise „Systemisch“ unter­wegs ist. Irgendwie muss das Wort „Systemisch“ vorkommen. Und was bedeutet das? Erst einmal nichts! Fragen Sie hier ruhig gezielt nach. Für mich bedeutet systemisch beispielswei­se auf gewünschte und unerwünschte Auswirkungen von Veränderungen, auch über das eigene Team hinaus zu achten. Weiterhin beinhaltet es für mich, dass es wichtig ist an den persönlichen Strukturen, also Wissen, Fähigkeiten und Kompetenzen, meines Gegenübers anzusetzen.

Manchmal finden Sie vielleicht auch etwas Exotisches, wie beispielsweise bei mir die Gestalt­therapie oder die Hypnose. Auch hier sollten Sie gezielt nachfragen, was denn diese Punkte mit dem Coaching, der Supervision, zu tun haben. Immerhin stehen Sie ja als „Qualifikati­onsnachweis“ auf der Webseite.

Supervisor finden Fragen

Noch ein paar Fragen, die Ihr Bild abrunden können

Natürlich sollten Sie den Coach beziehungsweise Supervisor danach fragen, welche Metho­den er verwendet und wie ein Coaching, eine Supervision in der Regel abläuft.

Es gibt aber noch ein paar Fragen, die Sie ruhig stellen können:

  • Was hat der Coach/ Supervisor aus seiner letzten Weiterbildung für sich mitgenom­men?
  • Wie entwickelt er/sie sich weiter?
  • Worin sieht er/sie sich als hilfreich und was liegt ihm/ihr eher nicht?
  • Was war für ihn/sie in der Rolle des Klienten unterstützend und was nicht?

Schritte, um einen Coach oder Supervisor finden zu können

  1. Bedenken Sie immer, dass Sie ein Gefühl von „hilfreich“ haben sollten, wenn Sie sich auch eine Supervision oder ein Coaching einlassen.
  2. Fragen Sie bei Bekannten und Kollegen an und Hinterfragen Sie geleichzeitig die Emp­fehlungen.
  3. Schauen Sie, ob der Coach oder Supervisor in einem Dachverband ist oder aus Ihrer Sicht über die passenden Weiterbildungen verfügt.
  4. Gegen Sie ins Internet und suchen gezielt nach dem Coach oder Supervisor. Gibt es Artikel oder gar Videos von Ihm? Wie wirken diese auf Sie?
  5. Vereinbaren Sie einen Kennlerntermin. Bereiten Sie sich gut auf diesen vor und stel­len Fragen, die Ihnen einen Einblick in das Menschenbild und die Methoden das Su­pervisors oder Coaches geben.
  6. Wenn Sie sich eine Online-Supervision oder ein Online-Coaching vorstellen können, erweitern Sie ruhig Ihren Suchbereich.

 

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