Gespräche klären, ohne den Gesprächspartner 

Gespräche klären, ohne den Gesprächspartner 

Wahrscheinlich kennen Sie, ebenso wie ich, es gibt Gespräche aus denen Sie herausgehen und sich wundern, was da eigentlich passiert ist. Sie sollten solche Gespräche klären. Nicht immer geht das (direkt) mit dem Gesprächspartner. Für sich selbst können Sie jedoch alle Gespräche klären.

Wie ich bereits geschieben hatte, gehören Übertragung und Gegenübertragung zum täglichen Miteinander. In Kontakten mit Mitarbeitern oder Klienten ist es hilfreich, diese Aufzulösen und jedem seinen Teil an der Kommunikation „zurückzugeben“.

Das Vorgehen, wie Sie Gespräche klären können, baut auf den Wahrnehmungspositionen auf. Sollten Sie den Artikel über die Vorbereitung von Konfliktgesprächen und Verhandlungen, noch nicht gelesen haben, holen Sie das bitte jetzt nach. Dadurch erhalten Sie ein grundlegendes Verständnis zum folgenden Ablauf haben.

Wann sollten Sie Gespräche klären?

Ich selber nutze die Methode – Gespräche klären – bei Klienten regelmäßig. Vor allem am Anfang eines Prozesses. Danach ungefähr nach jedem fünften Gespräch. Hierdurch entdecke ich oft Kleinigkeiten im Kontakt, die ich ansonsten übersehen hätte. Gerade diese Kleinigkeiten können die Arbeit immens erleichtern und schneller zu Ergebnissen führen.

Sobald Sie starke Veränderungen in ihrem Befinden feststellen, sollten Sie Gespräche klären. Angenommen Sie gehen gut gelaunt in einen Kontakt, nach dem Kontakt sind Sie niedergeschlagen oder wütend. Das ist ein Hinweis darauf, sich den Verlauf nochmal genau anzuschauen.

Aber auch in dem Fall, dass Sie besonders gut gelaunt aus einem Gespräch herausgehen, hilft es Ihnen und Ihrem Gegenüber, Gespräche klären zu können. Hier entdecken Sie unter Umständen Ansatzpunkte, die Sie in Ihrer Arbeit und Ihrem Gegenüber in seinen Handlungen weiterhelfen.

Die drei Wahrnehmungspositionen

Gespräche klären, das Format

Wie bereits gesagt, bezieht sich das Gespräche klären auf die Wahrnehmungspositionen. Es verlangt etwas Übung und, dass Sie sich darauf einlassen. Letzteres ist nicht immer einfach. Vor allem dann, wenn Sie sich über Ihren Gesprächspartner geärgert haben. 

Sie starten bitte von der Metaposition aus. Nach jedem, der folgenden Positionen gehen Sie bitte auf die Metaposition zurück und überlegen, welche neuen Informationen Sie für sich gewonnen haben.

Sollten Sie mit Bodenankern oder Stühlen arbeiten, platzieren Sie bitte erst nur die Kameraposition. Die beiden anderen folgen im Verlauf. Als Bodenanker können Sie einfache weiße Din A4 Blätter gebrauchen. Ich würde Ihnen die Verwendung dieses Hilfsmittels sehr ans Herz legen. Wählen Sie jetzt einen Ort für die Kamera Position.

Wahrnehmungspositionen – die Kamera Position

Die Beobachter (Kamera) Position

Stellen Sie sich nun bitte auf die Kamera Position. Versuchen Sie sich das Gespräch möglichst bildhaft vorzustellen. Sehen Sie von der Kamera Position beide Personen? Sollte dieses nicht der Fall sein, müssen Sie vielleicht noch ein Stück zurückgehen. Achten Sie darauf, beide Gesprächspartner wahrzunehmen.

Wo im Raum befinden sich die Personen? Haben beide einen gleichen Abstand zu der Kameraposition? Gilt es die Position zu verändern? Befindet sich die Kameraposition auf „Augenhöhe“ mit den Beteiligten? 

Gehen wir zu den Stimmen über. Wessen Stimme hören Sie? Wie laut? Von wo kommen die Stimmen? Sprechen Sie mit sich selber? Würde die Stimme eher zu einer der anderen beiden Positionen gehören? Wenn ja, wohin?

Welche Gefühle haben Sie? Sind es Ihre eigenen, oder fremde Gefühle? Wo und wie genau nehmen Sie die Gefühle wahr?  

Jetzt geht es darum, diese Position zu reinigen.

Achten Sie darauf, dass Sie beide Personen im gleichen Abstand zu der Kameraposition sehen und auf „Augenhöhe“. Jetzt sorgen Sie das die Stimmen der beiden Personen genau von Ihrer Stelle kommen. Wenn Sie innere Stimmen hören, bringen Sie diese nach außen. Sprechen Sie diese aus. Achten Sie dabei auf Neutralität. Nutzen Sie die dritte Person, um über die Gesprächspartner zu sprechen.

Wahrnehmungspositionen – die Mehta Position

Zwischenbetrachtung

Bevor Sie auf die Metaposition gehen, legen Sie bitte noch Bodenanker für die beiden anderen Positionen aus. Auf der Metaposition überlegen Sie nun, ob Sie neue Informationen bekommen konnten. Vielleicht hat sich Ihr Thema bereits geklärt und Sie können die Situation für sich gut beenden. Sollten Sie sich noch nicht sicher sein, geht das – Gespräche klären – nun weiter.

Wahrnehmungspositionen – die Ich Position

Die Ich Position

Gehen Sie jetzt bitte in die „Ich-Position“ (Pos. 1). Wo im Raum sehen Sie Ihr Gegenüber? Aus welcher Höhe sehen Sie ihn? Befinden Sie sich auf Augenhöhe oder weicht die Betrachtung davon ab?  

Von wo aus hören Sie die Stimme Ihres Gegenübers? Gibt es innere Stimmen oder Kommentare? Woher kommen diese? (Manchmal fühlt es sich so an, als würden die Stimmen von hinten kommen. Das ist durchaus nicht ungewöhnlich.) Gehören diese Stimmen zu einer der anderen beiden Positionen oder sind sie auf der Ich-Position richtig? Was genau sagen sie?

Welche Gefühle zeigen sich in der Situation? Sind es Ihre Gefühle oder gehören sie eigentlich zu jemand anderem? Vielleicht zum Gegenüber? Wo genau nehmen Sie die Gefühle wahr?

Reinigen der Ich-Position

Sorgen Sie dafür, dass Sie Ihr Gegenüber auf Augenhöhe wahrnehmen! Achten Sie darauf, dass die Stimme Ihres Gegenübers wirklich von der Du-Position kommt. Sprechen Sie eigene Gedanken und Kommentare aus. Sollten diese an jemand ganz anderen, als Ihr Gegenüber gerichtet werden? Für diesen Fall suchen Sie sich bitte eine weitere Position im Raum und sprechen Sie dorthin aus. Nutzen Sie für diese Aussagen in jedem Fall Ich-Botschaften.

Achten Sie darauf, dass Ihre Gefühle in jedem Fall neutral sind und die „Femdgefühle“ dorthin gehen wohin sie gehören. Noch besser ist es natürlich, wenn Sie ressourcevoll aus der Situation hinausgehen.

Zwischenschritt

Gehen Sie bitte wieder auf die Metaposition und sammeln dort Ihre gewonnen Erkenntnisse. Mir hilf es, wenn ich mir auf die Metaposition einen Blog lege und mir kurz Notizen mache. 

Wahrnehmungspositionen – die Du Position

Abschluss

Zum Abschluss gehen Sie auf die Du-Position (Pos. 2). Hier können Sie die gleichen Anregungen verwenden, wie ich sie in der Ich-Position dargestellt habe. Nach der Du-Position gehen Sie zum Sammeln der Informationen bitte letztmalig auf die Metaposition. 

Hier gelangen Sie zur Methodenübersicht in diesem Blog.

Bemerkung

Ein Großteil der Informationen aus diesem Text stammen aus dem Skript zum NLP Master von Tom Andreas. Ihm möchte hier gerne noch einmal für seine ausgezeichnete Ausbildung danken.

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