Grundlagen der Gruppendynamik

Grundlagen der Gruppendynamik

Worum geht es?

Da es einen sehr starken Zusammenhang zwischen Gruppendynamik und Motivation gibt, stelle ich Ihnen an dieser Stelle die Grundlagen der Gruppendynamik vor. Nach einer grundlegenden Darstellung der Gruppendynamik werde ich Ihnen kurz die fünf Phasen nach Tuckman vorstellen. In den zwei folgenden Artikelen werde ich die 5 Phasen dezidierter aufgreifen.

Was ist Gruppendynamik?

Die Gruppendynamik bezeichnet die Entstehung von Verhaltensweisen, Werten und Einstellungen, die ausschließlich durch die Interaktion in einer Gruppe entstehen. Sie tauchen bei einzelnen Personen nicht auf. In der Gruppendynamik spielen neben dem sachlichen Inhalt die emotionalen Aspekte und sozialen Zusammenhänge eine wesentliche Rolle. Durchweg geht es um die Entwicklung von einem, ich nenne es mal bunten Haufen zu einer Gruppe. Für mich ist der Weg von der Gruppe zum Team dabei ein weiterer Schritt. Zu den Grundlagen der Gruppendynamik gehören Prozesse wie die Entstehung sozialen Hierarchien, das Leit- beziehungsweise Führungsverhalten innerhalb der Gruppe, Verhaltensnormen und etliches mehr. Kurt Levin hat die Grundlagen der Gruppendynamik erstmals beschrieben. Die Untersuchung der Gruppendynamik fand vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Es wurde nach einem Muster gesucht, das erklären sollte, warum so viele Menschen einem Diktator wie Hitler gefolgt sind. Einhergehend mit der Gruppendynamik wurde auch das Massenverhalten von Großgruppen untersucht. Beides findet sich heute in der Planung von Großveranstaltungen wieder. Bruce Tuckman, ein amerikanischer Psychologe hat 1965 ein Vier-Phasen-Modell der Gruppendynamik entwickelt. Etwas später hat er noch eine fünfte Phase mit aufgenommen. Dieses Modell stellt noch heute die Grundlagen der Gruppendynamik dar.

Grundlagen der Gruppendynamik – Wo?

Wo entsteht eine Gruppendynamik?

Die Gruppendynamik entsteht in jeder Gruppe. Da eine Paardynamik nochmals ihre eigenen Gesetzte hat, fängt eine Gruppe, in diesem Sinne, bei drei beteiligten Personen an. Auch wenn ich in den Grundlagen der Gruppendynamik hauptsächlich auf ein Team eingehe, sind die Erkenntnisse gut auf andere Gruppen übertragbar. In der Jugendhilfe gibt es den Spruch: „Eine gut gesteuerte Gruppendynamik ist mit einem weiteren Sozialpädagogen gleichzusetzen.“ Diese Idee lässt sich jedoch genauso im gleichen Sinne auf Altenheime, die Stationen im Krankenhaus, Berufsbildungsmaßnahmen und die Behindertenhilfe übertragen. Die Prozesse sind zwar von den Gruppenmitgliedern abhängig, verlaufen jedoch gruppenübergreifend sehr ähnlich.

Grundlage der Gruppendynamik, die 5 Phasen

Bei den fünf Phasen nach Tuckman handelt es sich um ein Modell. Es ist eine vereinfachte Darstellung der Realität („Die Landkarte ist nicht das Gebiet.“). Die Schwierigkeit, die das Modell beinhaltet liegt in ihren Zusammenhängen. Die Phasen der Gruppendynamik verlaufen nicht linear. Sie treten vielmehr in unterschiedlichen Zeitfolgen und in einer schwankenden Intensität auf. Neue Aufgaben oder Mitarbeiter können dazu führen, dass ein Team, welches sich beispielsweise in der dritten Phase befindet, plötzlich wieder in der ersten Phase steckt.

Grundlagen der Gruppendynamik – Wo?

Eine kurze Übersicht

Die fünf Phasen als Grundlage der Gruppendynamik sind:

  1. Forming – Der Einstieg und die Findung.
  2. Storming – Die Konfliktphase, auch Geschwisterstreit genannt
  3. Norming – Die Phase der Regelungen und des Übereinkommens
  4. Preforming – Die Leistungsphase oder Produktivität
  5. Adjouring – Die Auflösung, der Abschied

In vielen Situationen, wie Teambesprechungen, werden die fünf Phasen regelmäßig durchlaufen. Wenn sich das Team, als solches, in der vierten Phase befindet, werden die ersten drei sehr schnell, manchmal kaum spürbar durchlaufen. Letztendlich beginnt der Forming-Prozess bei jedem Teamtreffen, oder sogar jeden Morgen, von neuem. Die Phasen sind alle wichtig! Nur wenn eine Leitung ein Team so steuert, dass es alle Phasen durchläuft, entwickelt sich ein herausragendes Team. So können Herausforderungen gemeistert und Lösungen von Problemen erarbeitet werden. Wie Sie, als Leitung, die Gruppendynamik unterstützen können, zeige ich Ihnen in den nächsten Artikeln zu diesem Thema auf. Die Grundlagen der Gruppendynamik zu durchlaufen kann ein arbeitsreicher Prozess sein, den Sie als Leitung im Auge behalten sollten. Er ist von vielen Faktoren abhängig. So spielt die Teamzusammensetzung eine wesentliche Rolle. Die Erfahrung von Mitarbeitern in der Teamarbeit, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten spiegeln sich im Prozess ebenfalls wieder. Letztendlich wird der Verlauf auch durch Sie als Leitung, die Aufgabenstellung und die Rahmenbedingungen geprägt. In diesem Zusammenhang kann es hilfreich sein, den momentanen Stand des Teams immer wieder zu hinterfragen. Wo steht ihr Team gerade? Welche der fünf Phasen ist gerade aktuell? Woran erkennen Sie, in welcher Phase das Team gerade steht? (Hier werden Ihnen die detaillierten Beschreibungen im nächsten Artikel sicherlich hilfreich sein.) Was brauchen Sie und was braucht das Team, um die Phasen für sich nutzen zu können? Ist mehr klare Führung des Prozesses durch Sie von Nöten? Ist es besser, das Team sich selber organisieren zu lassen?

Fazit

Als Leitung sollten Sie die Grundlagen der Gruppendynamik nicht nur kennen, sondern diese auch im Auge behalten. Eine Vernachlässigung der Dynamik im Team senkt nicht nur die Motivation. Ich habe leider schon mehrere Teams erlebt, die durch diese Vernachlässigung auseinandergefallen sind.

Hier geht es zur Übersicht „Teamarbeit“.
 

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