Jedem Verhalten liegt eine positive Absicht zugrunde

Jedem Verhalten liegt eine positive Absicht zugrunde

Das ist eine weitere Grundannahme, die ich Ihnen hier näherbringen möchte. In jedem meiner Seminare gab es hierzu den größten Diskussionsbedarf. Lassen Sie mich mit einer kurzen Darstellung anfangen.

Ich nehme das Beispiel »Rauchen«

Allen, die Rauchen, ist es bewusst, dass diese Handlung schädlich für ihre Gesundheit ist. Dennoch fällt es oft schwer, mit dem Rauchen aufzuhören. Wenn wir davon ausgehen, dass hinter jeder Handlung eine positive Absicht steckt, wie sieht es an dieser Stelle damit aus?

Die positive Absicht könnte folgendermaßen aussehen: „Rauchen beruhigt mich.“; „Ich gehöre zu einer Gruppe, in der Raucherecke hat man die besten Gespräche.“; „Nach einer anstrengenden Arbeit will ich mir auch mal etwas Gutes tun.“ …

Auch wenn das Verhalten, Rauchen, schädlich ist, so steckt im Moment der Handlung doch eine positive Absicht dahinter. Eine positive Absicht hat nicht zwangsläufig positive Auswirkungen.

Wenn Sie zu der Gruppe der Raucher gehören und das Rauchen beenden wollen, sollten sie sich der oder sogar den positiven Absichten hinter dem Rauchen bewusst sein. Wenn Ihnen die Absichten bewusst sind, überlegen Sie sich für jede Absicht, die Sie gefunden haben, zehn alternative Handlungen. Eine dieser Handlungen können Sie dann, statt dem Rauchen, ausführen.

Positive Absicht im zu spät kommen

Lassen Sie mich Ihnen ein weiteres Beispiel geben:

Ein Mitarbeiter kommt zur jeder Besprechung zu spät. Die positive Absicht dahinter könnte sein, dass er hierdurch Aufmerksamkeit bekommt, wohlgemerkt könnte.

Damit zurück zur Arbeit.

Die positive Absicht ergibt sich aus dem Nutzen

Wenn sich ein Mensch „problematisch“ verhält, tut er das selten aus böser Absicht. Oft steht ein Nutzen dahinter, der ihm selbst noch nicht einmal bewusst sein muss. Wenn ihm eine andere Verhaltensweise zur Verfügung stünde, würde er diese wahrscheinlich wählen.

Alles, was wir tun, dient einem Zweck! Wir wollen etwas erreichen, was uns wichtig ist und was uns nützt. Somit ist es geboten, zwischen der Absicht hinter der Handlung und der Handlung selber zu unterscheiden.

Jetzt zum „Insel-Modell“

Ich hatte Ihnen das „Insel-Modell“ in der Grundannahme „Die Landkarte ist nicht das Gebiet“, bereits vorgestellt.

Meist glauben wir, die Beweggründe für ein bestimmtes Verhalten zu kennen. Gerade, wenn wir ein bestimmtes Verhalten nicht verstehen oder uns sogar darüber ärgern. Wenn Sie davon ausgehen, dass hinter dem Verhalten eine positive Absicht steckt, können sie die Insel des Anderen „untersuchen“. Sollten Sie sich sehr stark ärgern, warten Sie noch etwas damit.

Sie könnten das Verhalten des anderen hinterfragen. Geben Sie dem anderen ein Feedback und hören sich seine Meinung an. Fragen Sie genau nach, sprechen Sie auch darüber, was Ihnen auffällt.

Wenn Sie seine „Insel“ erkunden und die positive Absicht entdecken, wir es Ihnen leichter fallen eine „Brücke“ zu bauen. Sollte Ihnen das gelingen, wird sich Ihr gegenüber leichter auf Veränderungen einlassen.

Positive Absicht: Wahrgenommen werden

Die positive Absicht ist oftmals „wahrgenommen werden“

Wir alle wollen von anderen Menschen wahrgenommen, akzeptiert und wertgeschätzt werden. Je nach unserer eigenen Biographie kann die Suche nach Anerkennung sehr komische Auswüchse haben.

Wenn Menschen es gewohnt sind, sich nur über negative Rückmeldungen wahrgenommen zu fühlen kann das anstrengend für die Umwelt werden.

Positive Absicht heißt nicht gleich Gut!

Gerade als Leitung müssen Sie nicht jedes Verhalten ihrer Mitarbeiter gutheißen. Wie in dem Beispiel oben geht es nicht, dass jemand ständig zu spät kommt. Es ist Ihre Aufgabe einzugreifen und zu lenken.

Statt das Verhalten an sich zu bekämpfen, können Sie ab jetzt nach dem Nutzen und damit der positiven Absicht hinter dem Verhalten suchen. Dadurch wird es Ihnen leichter fallen, gemeinsam nach geeigneteren Mitteln suchen, um die positive Absicht angebracht zur Geltung zu bringen.

Um bei dem „zu spät kommen“ Beispiel zu bleiben, könnte es eine Möglichkeit sein, dem Mitarbeiter einen Teil der Besprechung zu übertragen. Wenn möglich zu Beginn derselben.

Fazit

Die positive Absicht hinter einem Verhalten, auch wenn dieses Verhalten ärgerlich ist, zu erkennen wird die Veränderungsbereitschaft erhöhen. Sie zu hinterfragen ist Ihre Aufgabe als Leitung. Wenn Sie mit dem Bewusstsein einer positiven Absicht in ein Gespräch gehen, wird es Ihnen leichter fallen, in einen guten Kontakt mit Ihrem gegenüber zu gelangen.

Weiterlesen

Trennung zwischen Absicht und Verhalten

Positive Absicht … negative Wirkung

Hier geht es zur Übersicht der Grundannahmen die, aus meiner Sicht hilfreich sind.

 

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