Jeder kann alles lernen

Jeder kann alles lernen

Die Grundannahme das „Jeder alles Lernen kann“ ist sicherlich zu hinterfragen. Es ist hinterfragenswert, ob jemand alles lernen muss. Dennoch ist diese Grundannahme gerade im Zusammenhang mit der Grundannahme zum Thema „Erwartungen“ aus meiner Sicht sehr förderlich. Sie beinhaltet, dass jeder die Fähigkeiten hat, Neues zu lernen. Sowohl ihre Mitarbeiter wie auch Sie.

Die neuere Hirnforschung hat nachgewiesen, dass wir alle bis zu unserem Ableben lernen können. Unser Gehirn kann sich verändern und es verändert sich durch das Lernen. „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr.“ Ist ein Spruch der der Vergangenheit angehört. Kinder lernen einfacher, da sie weniger Angst haben etwas falsch zu machen. Somit hängt lernen auch mit der „Fehlerkultur“ in Ihrem Team und Ihrer Organisation zusammen. Dazu später mehr. Jetzt erst einmal zu Ihnen.

Sie als Leitungspersönlichkeit

Auch „Leitung sein“ will gelernt werden. Klar, Sie haben eine Theorie dazu, wie Leitung sein sollte und wie sie funktioniert. Diese Theorie müssen Sie jedoch laufend anpassen. Mitarbeiter und Arbeitsumstände ändern sich. Neue Herausforderungen warten auf Sie und auf ihr Team. Diese Veränderungen stoßen gruppendynamische Prozesse an. Auch der Umgang mit diesen Prozessen will gelernt sein.

Die Aussage, jeder kann alles lernen, steht auch Ihnen zu! Das heißt, dass Sie alle Ressourcen haben, um Ihre Leitungsposition bestmöglich auszufüllen. Auch ohne Sie zu kennen, vertraue ich da auf ihre Fähigkeiten und Sie sollten das auch tun.

Jeder kann alles lernen - perfektion

Perfektionismus

Oh ja, an dieser Stelle gestehe ich, dass ich ein ziemlicher Perfektionist bin. Ich weiß allerdings auch, dass Perfektionismus ein unerreichbares Ziel ist. Der Wunsch etwas perfekt machen zu wollen kann das Lernen auf dem Weg zum Ziel verhindern. Fehler gehören zum Lernen dazu. Ihre Mitarbeiter werden genau mitbekommen, wie Sie als Leitung im Falle eines Fehlers mit sich umgehen. Das werden sie dann Übertragen auf das was passiert, wenn sie einen Fehler machen.

Wenn es Ihnen ähnlich wie mir geht, sollten Sie geduldiger mit sich werden. Machen Sie sich klar, dass Sie der Einzige sind, der absteckt, was Perfektion ist. Gönnen sie sich am Anfang bei kleineren Dingen nicht so perfekt zu sein, wie Sie es von sich erwarten.

Manchmal ist es sinnvoll mit einem Projekt zu starten, wenn es noch nicht perfekt ist. Viele, auch sehr gute, Ideen werden nicht umgesetzt, weil sie noch nicht perfekt bis ins kleinste Detail durchgeplant sind. Schade eigentlich.

Jeder kann alles lernen – Lernen an sich

Lernen an sich

Jeder kann alles Lernen bedeutet nicht, dass jeder dazu bereit ist. Oftmals hängt der „Unwillen“ zum Lernen mit den Erfahrungen in der Schule zusammen. Bis heute findet der schulische Unterricht zum Großteil in der Form eines „Frontalen Lernens“ statt. Nicht für jeden ist die Form des Frontalunterrichtes geeignet.

Wer sich schon durch die Schule geschleppt hat, hält sich für selbst vielleicht für wenig fähig, Neues zu lernen. Teilweise fühlt er sich vielleicht sogar als Versager im Bereich des Lernens. Wenn ein Mitarbeiter den Glaubenssatz hat „Ich bin nicht gut im Lernen.“, werden ihm neue Lernanforderungen schwerfallen. Solche Situationen fordern viel Geduld, von Ihnen als Leitung.

Ich benutze in Gesprächen gerne Verbindungen, die nicht in den Bereich des schulischen Lernens fallen. Meist weiß ich von den Menschen schon, ob sie einen Führerschein haben oder nicht. Dann beziehe ich meine Aussagen darauf, nach dem Gedanken: „Sie haben Ihren Führerschein, daher kann „Neues Lernen“ für Sie ja nicht ganz unmöglich sein.“

Wenn ich weiß, dass Mitarbeiter Hobbys haben, komme ich darüber mit ihnen ins Gespräch. Meist ist den Menschen gar nicht bewusst, wie viel sie für ein Hobby lernen. Das hat nichts mit schulischem Lernen zu tun und wird daher selten als Lernen wahrgenommen.

Auch beruflich haben ihre Mitarbeiter etwas gelernt. Selbst wenn es ihr erster Tag ist, haben sie bereits Praktika hinter sich. Auch das Lernen während des Arbeitens wird selten als solches wahrgenommen.

Hinweise in die oben genannten Richtungen, was schon alles (unbewusst) gelernt wurde, lässt die Mitarbeiter leichter an Lernaufgaben herangehen.

Die „ich kann das nicht“ Falle

Manchmal sagen oder zeigen Mitarbeiter wiederholt, dass sie etwas nicht können. Ich kenne viele Leitungen, die hier vorschnell einspringen. Frei nach dem Motto: „Bevor ich das erklärt habe, habe ich es schneller selbst gemacht.“ Dummerweise nageln sie sich dann, zusätzlich zu den Leitungs- und Tagesaufgaben Arbeiten ans Knie, die eigentlich jemand anderes machen sollte.

[etwwet]Jeder kann alles lernen – ernst zu nehmen, bedeutet sich auch Zeit zu nehmen.[/etwwet] Natürlich wird es immer mal wieder Situationen geben, in denen Sie Aufgaben für Mitarbeiter übernehmen. Das muss nach meiner Auffassung jedoch die Ausnahme sein. Wenn Mitarbeiter wiederholt mit einer Aufgabe nicht zurechtkommen, nehmen Sie sich die Zeit ihn nochmal einzuweisen.

Überlegen Sie gemeinsam, an welchen Punkten es hakt und was der Mitarbeiter benötigt, um mit der Aufgabe zurechtzukommen. Besprechen Sie auch ganz deutlich, wann und in welchen Bereichen der Mitarbeiter Sie wegen dieser Aufgabe erneut ansprechen kann. Vielleicht kann er sich  Unterstützung bei Kollegen holen. Auch hier müssen Sie darauf achten, dass der Mitarbeiter seine Aufgaben nicht an Kollegen weitergibt.

Abschließend machen Sie Ihrem Mitarbeiter sehr deutlich und glaubhaft klar, dass Sie darauf vertrauen, dass er die Aufgabe erledigt bekommt. Die Grundannahme – jeder kann alles lernen – wird ihnen gerade in diesem Bereich nützlich sein. Sicherheitshalber sollten Sie noch einen Termin planen an dem Sie über die Aufgabe erneut sprechen.

Jeder kann alles lernen – Fehler

Der Umgang mit Fehlern

Menschen machen Fehler. Die größten Fehler passieren dann, wenn wir versuchen Fehler zu vermeiden. Während Fehler im Privatleben schon schmerzhaft sind, können sie im Berufsleben ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen. Das führt bei einem schlechten Fehlermanagement dazu, dass Mitarbeiter schwierige Situationen vermeiden. Sie könnten ja einen Fehler begehen. Dadurch bleiben wichtige Aufgaben liegen oder sie hängen an Ihnen.

Dennoch müssen Fehler „erlaubt“ sein. Aus Fehlern lernen wir am meisten. Hierbei ist es sicherlich wichtig, dass Sie, beziehungsweise Ihre Mitarbeiter, ein und den selben Fehler nicht wiederholt machen.

Der richtige Umgang mit Fehlern kann gelernt werden. Hierfür ist es geboten, dass Sie die Schwächen und Stärken ihrer Mitarbeiter sowie des gesamten Teams kennen. Fehler sollten offen gemacht und aufrichtig besprochen werden. Bei solchen Gesprächen ist es wichtig, darauf hinzuweisen, wie mit dem Fehler umgegangen wurde.

Ein Mitarbeiter von mir „musste“ sich beispielsweise bei einer Familie und dem Amt telefonisch entschuldigen. Ein anderer Mitarbeiter musste einen Tag etwas länger bleiben, um die Kasse wieder auf den richtigen Stand zu bringen.

Es ist auch angebracht, darauf hinzuweisen, was aus den Fehlern gelernt wurde. Der Mitarbeiter, „mit der Kasse“, konnte in der nächsten Team Besprechung nochmal drauf hinweisen, wo die Hauptfehlerquellen lagen und wie man sie vermeiden konnte. Gerade wenn sie diese Lernkultur in ihrer Organisation etablieren, werden sich Fehler verringern.

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Zur Übersicht der Grundannahmen.
 

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