Kommunikation kennt kein Versagen

Kommunikation und Versagen

Unsere zwischenmenschliche Kommunikation kennt kein Versagen! In dieser Grundannahme geht es um die Reaktion oder das Feedback, das Sie auf Ihre Kommunikation erhalten. Denn um diese Beiden geht es. Die Bedeutung dessen, was Sie kommunizieren möchten, hängt stark von der Reaktion des Gegenübers ab. Sich hierauf einzulassen schließt Versagen aus.

Man kann nicht, nicht kommunizieren

Dieser Satz von Paul Watzlawick hat einen großen und wichtigen Beitrag zu unserem Verständnis von Kommunikation geleistet. Vor allem in der professionellen Kommunikation sollten Sie ihn deswegen gut im Auge behalten.

Seit längerem geht die Kommunikationsforschung davon aus, dass Worte in der Kommunikation oftmals der unwichtigste Faktor sind. Dies natürlich bezogen auf die Wirkung, nicht auf den Inhalt.

Wer in der nonverbalen Kommunikation geübt ist, kann erkennen, wie sie mit sich selber sprechen und welche Gedanken Sie über sich und Ihre Umwelt haben. Sicher kann er nicht Gedanken lesen. Jedoch geben wir über Körpersprache und Stimmlage viel mehr von uns preis, als uns bewusst ist.

Leider Neigen wir auch dazu, die Körpersprache anderer zu interpretieren. Selten hinterfragen wir diese Interpretation.

Ein Beispiel aus meiner Praxis

Ich hatte einen neuen Kunden. Es ging um seine grade übernommene Rolle als Gruppenleiter. Sein Team meldete ihm zurück, dass es sich nicht gesehen fühlt.

Immer, wenn wir an einen, aus meiner Sicht, wichtigen Punkt kamen, wurde er ruhig und schaute recht starr geradeaus. Wir saßen über Eck. Er schaute also an mir vorbei.

In einer solchen Situation könnten wir dazu neigen und nicht gesehen oder gehört zu fühlen. Eine mögliche Interpretation wäre auch: „Er weicht den wichtigen Punkten aus.“

Ich erkundigte mich, was in diesen Momenten bei ihm passieren würde. Er sagte, dass er gerade sehr intensiv über meine Worte nachgedacht habe, hatte mir dazu aber keine Rückmeldung gegeben. Ich riet ihm zu mindestens im Nachhinein seinem Gesprächspartner zu sagen, dass er gerade über die erhaltenen Informationen nachgedacht habe. Allein schon dieses Vorgehen verbesserte die Zusammenarbeit.

Machen Sie sich bitte bewusst, wann Sie dazu neigen, Körpersprache zu interpretieren. Fragen Sie danach, wie diese Körpersprache zu deuten ist. Werden Sie sich bitte auch der eigenen Körpersprache und ihrer Wirkung auf andere bewusst. Auch hier geht es nicht um Versagen, sondern um Bewusstheit der eigenen Kommunikation.

gockel-595710_640plumbing-1002152_640

Gleiches Wort unterschiedliche Bedeutung

Vielleicht kennen Sie das Kinderspiel „Teekesselchen“. In diesem Spiel geht es darum zwei gleiche Worte mit unterschiedlicher Bedeutung vorzustellen, ohne diese zu benennen. Beispielsweise Hahn. Das gibt es das männliche Huhn und den Wasserhahn. Das andere Kind muss erraten um welches „Teekesselchen“ es sich handelt. Weitere Beispiele wären Himmel, Mutter oder Feder.

Wenn wir schon bei diesen Wörtern, obwohl es eine klare Definition gibt, unterschiedliche Bedeutungen haben, wie groß sind die Unterschiede dann bei persönlichen Vorstellungen. Wir können und über Freiheit, Liebe oder Herausforderungen unterhalten. Sicherlich würden wir diese Begriffe, vor unserem eigenen Erlebnishorizont, unterschiedliche definieren. Ich glaube, Carl Rogers hat mal gesagt: „Manchmal grenzt es an ein Wunder, dass wir uns überhaupt verstehen.“ Von Versagen zu sprechen wäre hier fatal.

In vielen Gesprächen mit Mitarbeitern kann es sinnvoll sein, Ihre Definitionen mit einfließen zu lassen. Fragen Sie gezielt nach, was Ihr Gegenüber beispielsweise als Herausforderung erlebt. Wenn Sie ein bestimmtes Vorgehen als wichtig erachten, erklären Sie, inwieweit das Vorgehen, aus Ihrer Sicht einen Sinn ergibt.

Übertragungen und Versagen

Übertragungen und Versagen

Ich habe heute Morgen kurz in eine Talkshow reingeschaut. Ein junger Mann, der mit 12 Jahren beide Eltern verloren hatte, sprach von einer solchen Übertragung. Sein Vater hatte ihm, um ihm zu zeigen, dass er ihn liebt, die Hand auf die Schulter gelegt. Wenn ihm jetzt, vor allem ein älterer Mann, eine Hand auf die Schulter legt, gehen seine Erinnerungen sofort zu seinem Vater. Das gegenüber hat eine Reaktion ausgelöst, die ihm nicht bewusst war.

Das ist sicherlich ein extremes Beispiel. Wir treffen diese Form von Übertragungen regelmäßig in unseren Kontakten an.

Während eines Trainings hatte eine Frau immer wieder Probleme mit mir. Es kam permanent zu kleinen Reibereien. Diese konnten wir erst nach fünf Tagen Training auflösen.  Ich bin kräftig gebaut, würde ich sagen, andere würden es als dick bezeichnen. Diese Frau war während ihrer Schulzeit permanent von einem, wie sie sagt, „Dicken Jungen“ gehänselt worden. Diese Erinnerung spielte bei jedem männlichen Wesen mit, das nicht im Bereich des Normalgewichtes lag, mit. Ihre Reaktionen auf mich hatten also gar nichts mit mir zu tun. Dennoch hätte ich schnell in die Idee des „Versagen“ als Trainer kommen können.

Gerade als Leitung werden Sie es leider oft erleben, dass Entscheidungen der Organisation auf Sie als Leitung übertragen werden. Sie sind an dieser Stelle die Vertretung des Systems. Die Bewusstheit über solche Übertragungsphänomene kann ihnen den Umgang und die Kommunikation erleichtern.

Eine weitere stark verbreitete Form von Übertragungen, in Bezug auf Ihre Rolle als Leitung, sind Eltern und Lehrer. Beides verbinden wir aus Kindheitstagen mit Autorität. Wenn in diesem Bereich noch Themen offen sind, kommt es schnell zu Übertragungen in Richtung Vorgesetzte. Innerhalb des Teams können, im wahrsten Sinne des Wortes, Geschwisterrivalitäten auftreten. Auch hier handelt es sich um Übertragungen.

Das schwierige an solchen Übertragungen ist, dass sie oft unterbewusst stattfinden und so selten aufgeklärt werden können. Beruflichen Bereich ist es aus meiner Sicht sehr hilfreich, sich seiner Rolle bewusst zu sein sowie diese voll und ganz einzunehmen.

Ergebnisse und Versagen

Ergebnisse und Versagen

Neben vielen informellen Gesprächen, die Sie hoffentlich mit Ihren Mitarbeitern führen, gibt es um das Erreichen von Zielen. Mitarbeiter- und Teamgespräche sollten zielgerichtet sein. Was aber, wenn sie das gewünschte Ziel nicht erreichen? Das Ergebnis verfehlen?

Viele Leitungen gehen in solchen Momenten in einen autoritären Führungsstiel über. Manchmal ist dein autoritäres Auftreten sowohl nützlich als auch sinnvoll. Oftmals ist es jedoch viel zielführender die Art, wie Sie kommunizieren, zu überdenken. Vielleicht können Sie durch eine andere Kommunikation ihre Ziele und die Ziele des Teams effektiver erreichen.

Dieser Artikel sollte Sie zum Nachdenken anregen und Ihnen Hinweise zur Kommunikation mit auf den Weg geben. Im weiteren Verlauf des Blogs werde ich noch mehrfach auf verschiedene Möglichkeiten eingehen die Kommunikation, zielführender zu gestalten.

Fazit

Achten Sie auf die Art und Weise, wie Sie kommunizieren. Entwickeln Sie ein Bewusstsein über Ihre Körpersprache und über Ihre Interpretationen. Seien Sie sich der Übertragungen auf Ihre Rolle als Leitung im Klaren.

Wenn Sie nicht das gewünschte Ergebnis erzielen, überdenken Sie Ihre Kommunikation.  

Weiterlesen

Körpersprache – Quiz

Zur Übersicht der Grundannahmen geht es hier.
 

Möchten Sie keinen Artikel mehr verpassen? Wollen Sie zusätzlich den Selbstcoachingbrief erhalten? Dann tragen Sie sich doch einfach in den Newsletter ein!

Unser Newsletter informiert Sie über Themen der sozialen Arbeit im Insbesonderen über Themen von Leitungsfunktionen in der sozialen Arbeit. Informationen zu den Inhalten, der Protokollierung Ihrer Anmeldung, dem Versand über den US-Anbieter MailChimp, der statistischen Auswertung sowie Ihren Abbestellmöglichkeiten, erhalten Sie am Ende unserer Datenschutzerklärung.



Merken

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.