Lösungsorientiert Denken und Handeln

Lösungsorientiert Denken und Handeln

Lösungsorientiert Denken und Handeln ist eine Herausforderung. Es handelt sich um einen sogenannten Paradigmenwechsel. Viel zu häufig bewegen wir uns in einem Problem – Analyse – Feld. (Das „alte“ Paradigma.) Ein Denken in Problemen und Analyse derselben ist historisch verankert. Dazu gleich mehr.

Gerade, wenn es um Menschen geht, zeigen sich die Vorteile lösungsorientiert zu agieren. Durch ein lösungsorientiertes Vorgehen schlagen wir eine Brücke in die Zukunft und erschaffen ein Bild von ihr. Bilder haben eine ungemein starke Sogwirkung auf die Motivation zur Veränderung.

Problemorientiert – das „alte“ Paradigma

Seine Hochkonjunktur hatte das Problem-Analyse-Denken sicherlich in der industriellen Revolution. Hierbei ging es um sogenannte „triviale Maschinen“. Eine „triviale Maschine“ ist eine, bei der es einen Input gibt und dieses zu einem vorgegebenen Output führt.

Beispielsweise gebe ich in eine Maschine vorne ein Blech rein, hinten kommt eine Dose raus. Sobald plötzlich keine Dose mehr aus der Maschine kommt, muss das Problem analysiert werden. So kann der Fehler gefunden und beseitigt werden.

Auch heute spielt dieses Denken noch eine wichtige Rolle. Wenn meine Heizung im Winter kaputt geht, hoffe ich, dass der Monteur eine sehr hohe Problemanalysefähigkeit hat. Zu meinem Glück hat er sie.

Mit der industriellen Revolution ist ein solches Denken gleichzeitig in den Umgang mit Menschen eingeflossen. Es spiegelt sich beispielsweise in dem heute zum Teil noch vorhandenen Gedanken wieder, dass der menschliche Körper mit einer Maschine verglichen wird.

Hier zeigt sich bereits die erste Hürde in diesem Denken. Heute wissen wir, welch hohen Anteil die Psyche hat, wenn es zum Beispiel darum geht, Krebs zu heilen. Chemotherapie, Bestrahlung oder Operation alleine, reichen meist nicht aus. In diesem Bereich zeigt sich sehr deutlich und nachweisbar, welchen Einfluss die psychische Verfassung hat.

Problemorientiert – das „alte“ Paradigma

Die Schwierigkeiten des Problem-Analyse-Denkens

Menschen sind keine „trivialen Maschinen“.  Wenn ich zu meinem Freund „Du Hornochse“ sage (Input) kann dies, in einer ausgelassen Situation, zu Gelächter führen (Output). Ist die Situation angespannt, könnte er verbal ausrasten (Anderer Output). Der gleiche Input kann also zu einem sehr unterschiedlichen Output führen.

Noch ein Beispiel. Ein Mitarbeiter ist in einem Team hoch effizient in seiner Arbeit. Er wird in ein anderes Team versetzt. Hier fällt er durch häufige Erkrankungen auf. Allein schon diese Beobachtung führt schnell in ein Problem-Analyse-Denken.

Wir gehen davon aus, dass wir die vielleicht teaminternen Probleme, die zur Krankheit führen, finden müssen, um sie lösen zu können. So könnte der Mitarbeiter zu seiner ursprünglichen Form zurückfinden.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen, der Gedanke ist wohlgemeint. In der Regel wird er jedoch nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Diese Form der Problemlösung führt fast zwangsläufig zu weiteren Problemen.

Sobald Sie nach den Gründen für das Problem eines Menschen oder eines Teams suchen, kommen Sie in einen Problemkreislauf. Menschen fangen an sich zu rechtfertigen, zeihen sich zurück oder beginnen mit Schuldzuweisungen. Damit zeihen die Probleme ziemlich viel Energie in ihren Bann, die anderswo sicherlich dringend gebraucht werden würde.

Lösungsorientiert – das „neue“ Paradigma

Egal, was passiert ist und was zum Problem geführt hat, es liegt in der Vergangenheit. Diese Vergangenheit lässt sich nicht mehr ändern. Das bedeutet, dass Sie auf die Analyse eines Problems ganz und gar verzichten können.

Die Zukunft ist veränderbar. Für sie gibt es eine große Auswahl an Möglichkeiten. Daher ist es für Sie und alle Beteiligten gewinnbringend, die Aufmerksamkeit auf die Zukunft zu lenken. Eine gute Lösung in einer absehbaren Zukunft ist ein Motor für Entwicklungen, den Sie kaum überbewerten können.

An dieser Stelle entsteht manchmal der Eindruck, dass Probleme unter den Teppich gekehrt werden und die Welt schöngefärbt wird. Aus meiner Sicht ist das nicht der Fall. Albert Einstein sagte schon: „Du kannst Probleme nicht auf der Ebene lösen, auf der sie geschaffen wurden.“

Für mich sind Probleme und Lösungen nicht zwingend miteinander verknüpft. Nehmen wir als Beispiel, etwas aus meiner Praxis, einen Streit zwischen zwei Kollegen. Er ist eventuell aus einem Missverständnis heraus entstanden und hat sich dann weiterentwickelt.

Die Lösung dieses Streites hat mich zur damaligen Zeit selber überrascht. Sie bestand darin, das beide Kollegen sich überlegten gemeinsam ein wichtiges Projekt in Angriff zu nehmen. Also etwas zu unternehmen, was rein gar nicht mit dem Streit zusammenhing.

In jedem Problem liegt ein Ziel

Wenn wir anfangen, lösungsorientiert zu denken und zu handeln, gehen wir in Richtung Ziel. Wir bauen quasi eine Brücke in die Zukunft. Hierbei ist es in Gesprächen sehr wichtig, darauf zu achten, dass jeder zu Wort kommt. Aussagen sollen wertfrei betrachtet und miteinander diskutiert werden.

Wenn Sie davon ausgehen, dass in jedem Problem ein Ziel liegt, ist die Frage, welches Ziel für eine deutlich besser Zukunft dienlich ist. Hier sollte Ihr Augenmerk auf dem Konsens, das Ziel betreffend, zwischen den Beteiligten liegen.

Achten Sie vor allen Dingen darauf, dass die Zielfindung nicht bereits durch Überlegungen zu Maßnahmen der Umsetzung, gestört wird. Seien Sie konsequent in der Gesprächsführung. Gleichsam werden Sie sehr in Ihrer Präsens gefordert werden. Zuerst steht das gemeinsame Ziel, dann wird über die Umsetzung gesprochen.

Sobald das Ziel gefunden ist und es zur Diskussion über die Schritte hin zu diesem geht, ist auch die Zeit der „Bedenkenträger“ gekommen. Scheuen Sie sich nicht, zu überlegen, was passieren müsste, damit die Umsetzung scheitert.

Sowohl aus den Positiven wie auch den Negativen Strategien können Sie langsam einen Fahrplan entwickeln. Setzen Sie Zwischenziele – „Meilensteine“ – fest. In der Umsetzung ist es letztendlich sehr wichtig, dass Sie gerade auch auf die kleinen Schritte achten.

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