Mitarbeitergespräche führen Teil 2

Mitarbeitergespräche führen Teil 2

Einige Mitarbeitergespräche und ihre Formen hatte ich bereits im letzten Artikel aufgezeigt. (Delegations-, Förder-, Fach- und Konfliktgespräch) in diesem Beitrag gehe ich auf Beurteilungen, Zielvereinbarungen und das Mitarbeiterjahresgespräch ein.

Das Beurteilungsgespräch

Mitarbeitergespräche in Form einer Beurteilung finden in der Regel am Ende oder vor einer neuen Phase statt. Beispielsweise am Ende eines Praktikums oder vor einer Vertragsverlängerung. Es ist auch üblich ein Beurteilungsgespräch zu führen, wenn ein Mitarbeiter neue Aufgaben übernimmt.

In diesem Gespräch wird die Hierarchie sehr deutlich. Es gibt eine Person, meist eine höhergestellte, die beurteilt und eine die beurteilt wird. Mitarbeitergespräche die Beurteilungen enthalten fallen, nach meiner Erfahrung, aus diesem Grund manchen Leitungen schwer.

Bedenken Sie bitte, dass eine Beurteilung eine Momentaufnahme darstellt. Sie soll die Leistungen und die Potentiale eines Mitarbeiters aufzeigen. Gleichsam tragen sie zur Entwicklung des einzelnen Mitarbeiters wie auch des Teams und sogar der Organisation bei.

Leider erlebe ich es viel zu oft, dass Mitarbeitergespräche in diesem Segment nicht sattfinden. Stattdessen finden heimliche Beurteilungen statt. Das Schlimme daran ist, dass die Person, auf die es sich bezieht, dann keine Äußerung dazu teffen kann. Zum anderen wird sie der Möglichkeit von Entwicklung beraubt.

Für alle Beteiligten werden Mitarbeitergespräche, bei denen es um eine Bewertung geht einfacher, wenn die Kriterien nach denen bewertet wird, klar und transparent sind. Im idealen Fall kennt der betreffende Mitarbeiter diese im Vorfeld. Ein solches Vorgehen ermöglicht es auch, dass er zu Beginn des Gespräches eine Eigeneinschätzung abgeben kann.

Mitarbeitergespräche zur Zielvereinbarung

Mitarbeitergespräche zur Zielvereinbarung

Oftmals hängen Zielvereinbarungsgespräche eng mit Bewertungs-, Delegations- oder Mitarbeiterjahresgesprächen zusammen. Mittlerweile drehen sich solche Gespräche auch im sozialen Bereich um Zahlen. So geht es zum Beispiel um die Auslastung von Stationen oder Gruppen.

Hauptsächlich geht es in diesem Komplex um organisatorische Belange. So sollte jeder Mitarbeiter die Prozessabläufe kennen, die für ein Audit wichtig sind. In den meisten Organisationen findet eine dementsprechende Form der Qualitätssicherung regelmäßig statt.

Während ein Audit mehr nach außen gerichtet ist, sind genauso innere Faktoren wichtig. So gehören formale Bedingungen für Berichte wie auch das Beherrschen einer neuen Software in Zielvereinbarungen.

Hierzu gehört dann ebenfalls die Einarbeitung in fachliche Aufgaben, die für das Team oder die Organisation wichtig sind. In diesem Fall kann die Zielvereinbarung in Beziehung mit einem Fördergespräch stehen.

Darüber hinaus können Sie Zielvereinbarungsgespräche auch über „weichere“ Faktoren führen. Die Gebiete, die besprochen werden sollten, sind zahlreich. Angefangen vom „persönlichen Auftreten“, über den Bereich „Konfliktverhalten“ gehen sie bis zum „Umgang mit Angehörigen“.

Bei diesen Themen ist es wichtig, dass sie im Zusammenhang mit einem fundierten Feedback angesprochen werden. Achten Sie bitte darauf, dass Sie das Feedback an möglichst konkreten Situationen darstellen. Bedenken Sie ebenfalls Ihre Vorbildfunktion für diesen Bereich.

An der Stelle möchte ich noch einmal wiederholen, wie wichtig es ist, Mitarbeitergespräche zu mindestens stichpunktartig festzuhalten. Sorgen Sie dafür, dass alle Beteiligten ein Exemplar der Aufzeichnung erhalten. Missverständnisse können hierdurch schneller aufgearbeitet werden und beim nächsten Gespräch haben Sie eine gute Grundlage.

Das Mitarbeiterjahresgespräch

Eigentlich habe ich hierzu bereits alles geschrieben. Das Mitarbeiterjahresgespräch ist im Grunde genommen eine Zusammenfassung aller vorausgegangen Gesprächstypen. Es sollte, wie der Name bereits sagt, jährlich stattfinden.

Es empfiehlt sich, das Sie Mitarbeitergespräche in diesem Bereich auf einen bestimmten Zeitpunkt im Jahr festzulegen. Nach meiner Sachkenntnis gibt es in allen Organisationen Zeitpunkte im Jahr, die wenig durch Störungen beeinträchtigt werden. In meiner Arbeit sind es beispielsweise die Monate Februar, März, August und September.

Wenn Sie neu in Ihrem Aufgabenbereich sind, erkundigen Sie sich bei Kollegen, wann diese Zeitpunkte in Ihrem Arbeitsumfeld liegen. Nach meiner Erfahrung sind diese Mitarbeitergespräche am besten möglichst nahe am Jahreswechsel angesiedelt.

Durch seine Regelmäßigkeit bietet das Mitarbeiterjahresgespräch eine gute Reflexionsmöglichkeit für das vergangene Jahr. Einzelne Entwicklungen werden hierdurch deutlich sichtbarer und können für das Team und die Organisation genutzt werden.

Informelle Mitarbeitergespräche

Informelle Mitarbeitergespräche

Informelle Mitarbeitergespräche sind in ihrer Wichtigkeit nicht zu unterschätzen! Zum einen sind sie gelebte Wertschätzung und zum anderen eine herausragende Informationsquelle. In diesen Gesprächen erfahren Sie viel über die Befindlichkeit der einzelnen Mitarbeiter wie auch der innerhalb des Teams beziehungsweise der Organisation.

Sie können Qualitäten, zum Beispiel aus dem privaten Bereich, erkennen, die Ihnen ansonsten verborgen geblieben wären. Ein wenig Smalltalk gehört dazu. Er ist lernbar.

Je nachdem für welche Bereiche sie zuständig sind, empfehle ich Ihnen an dieser Stelle, sich ebenfalls ein paar Notizen zu diesen Mitarbeitergesprächen zu machen. Was Sie sich aufgeschrieben haben, brauchen Sie nicht im Kopf zu behalten. Und mal ehrlich, in Ihrem Kopf dürfte sich sowieso eine Menge bewegen. Das bringt der soziale Bereich so mit sich.

Abschließend

Bis auf das informelle Gespräch sind alle Mitarbeitergespräche in diesem Artikel durch eine Hierarchie gekennzeichnet. Sie finden nicht wirklich auf Augenhöhe statt. In der Regel werden solche Gespräche nur dann schwierig, wenn Sie mit der Hierarchie Probleme haben oder Ihr Amt nicht einnehmen.

Letztendlich können Ihnen vier Vorgehensweisen helfen, diese Mitarbeitergespräche gewinnbringend für alle Beteiligten zu gestalten.

  • Sorgen Sie gut für sich! Achten Sie darauf, dass Sie selber in einem guten Zustand sind, wenn Sie die Gespräche führen. Nehmen Sie Ihr Amt ein und machen Sie dieses gegenüber Ihrem Gesprächspartner deutlich.
  • Das Gespräch soll den Mitarbeiter weiterbringen. Wenn Sie diesen Grundsatz im Hinterkopf behalten, wir es Ihnen einfacher fallen, kritische und unangenehme Dinge anzusprechen. Schließlich ist die Endausrichtung eine positive.
  • Sorgen Sie für eine gute Atmosphäre. Wählen Sie, wenn möglich, den Raum so aus, dass er zum Anlass passt. Vielleicht gibt es eine Ecke in Ihrem Büro, die Sie mit einem Tisch und zwei Stühlen bestücken können. Bitte bleiben Sie nicht hinter ihrem Schreibtisch sitzen.
  • Sorgen Sie in jedem Fall dafür, dass Sie ungestört sind.

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Eine Übersicht zu den Teamthemen finden Sie hier.

 

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