Planen mit den logischen Ebenen

Planen mit den logischen Ebenen

Ich hatte Ihnen die logischen Ebenen bereits vorgestellt. In einem weiteren Artikel bin ich auf Problemlösung und Diagnostik mit den logischen Ebenen eingegangen. Diesmal soll es darum gehen, die logischen Ebenen als Planungsinstrument einzusetzen.

Sie haben ein Ziel geplant. Vielleicht haben Sie dafür das SMART, das SCORE oder ein anderes Modell genutzt. Die logischen Ebenen dienen nun dazu, Ihre Planung zu vertiefen. Je genauer Sie planen, umso einfacher wird sich die Umsetzung gestalten lassen. Wie bei jeder Planung empfehle ich Ihnen auch hier, Zeiträume für Unplanbares mit zu bedenken.

Um Ihnen die Planung mit den logischen Ebenen näher zu bringen, gehe ich auf ein konkretes Beispiel ein. Hier geht es um die Planung einer neuen Gruppe, Station oder Abteilung. Hierbei werde ich noch zwei weitere Unterscheidungen treffen, die zwischen Kunden und dem Team.

planen mit den logischen Ebenen

Planung und Konzept

Im Idealfall haben Sie bereits ein Konzept für Ihren Wunschkunden erstellt. Die Planung einer neuen Gruppe, Station oder Abteilung baut darauf auf. Andererseits wird die Planung Einfluss auf das Konzept nehmen.

Sie sollten sich nicht scheuen, Ihr Konzept bei der Planung anzupassen. Wenn Sie beide Seiten beachten, können Sie die Ergebnisse auch gut für eine Außendarstellung nutzen.

Da die Planung einer neuen Einheit an sich sehr komplex ist, werde ich die Bereiche nur anreißen können. Wenn Sie diese Form der Planung für sich nutzen wollen, sollten Sie sich ein Blatt Papier bereitlegen und Fragen, die Ihnen einfallen notieren.

Neurologischen Ebenen – Übersicht

Übersicht logischen Ebenen

Bevor ich auf die einzelnen Punkte eingehe, möchte ich Ihnen hier noch einmal eine Übersicht der einzelnen Ebenen geben. Ich würde Ihnen auch empfehlen, erst einmal die Reihenfolge so einzuhalten, wie ich Sie Ihnen hier vorstelle.

Mit etwas Übung können Sie später auf jeder Ebene anfangen. Manchmal ist eine der logischen Ebenen für eine Planung besser geeignet, dass sich diese hauptsächlich auf diesen Punkt bezieht. Doch nun zur Übersicht:

  • Umgebung
  • Verhalten
  • Fähigkeiten
  • Überzeugungen und Werte
  • Identität
  • Zugehörigkeit

Die Ebene der Umgebung

In die Ebene der Umgebung fallen alle Bereiche der Äußerlichkeiten. Die Hauptfragen zu dieser Ebene sind wer, wo und wann.

Gibt es Möglichkeiten bei der räumlichen Gestaltung die Unterstützung der Klienten in ihrem Handeln zu unterstützen? Hier zeigt sich bereits die Verzahnung der logischen Ebenen. Die Überlegungen hierzu beziehen sich auf Verhalten, Fähigkeiten, Werte, Identität und Zugehörigkeit.

Wann wird die neue Gruppe, Station oder Abteilung eröffnet? Gibt es einen „guten“ Zeitpunkt für die Eröffnung? 

Je nach dem macht es manchmal Sinn eine Neueröffnung auf einen bestimmten Zeitpunkt zu legen. Etwa zu Beginn eines neuen Jahres oder auf den „Geburtstag“ der Organisation. Solche Punkte sind gerade für die Öffentlichkeitsarbeit sehr nützlich.

Wo wird sich die neue Gruppe, Station oder Abteilung befinden? Wie findet man dort hin? Gerade zu Beginn ist es oft hilfreich neue Bereiche deutlich auszuschildern.

Welche festen Zeiten wird es geben? Wie werden diese deutlich und zugänglich gemacht? Kann es Ausnahmen zu diesen Zeiten geben? Welche? Wie erden diese abgesprochen?

Team

Wer kümmert sich um die Planung des Rahmens? Umbaumaßnahmen, Gestaltung und Einrichtung? Gibt es hierzu Grundlagen, auf die zurückgegriffen werden, kann? Ich habe beispielsweise mal eine neue Gruppe aufgebaut und dort alles, was benötigt wurde von der Abzugshaube bis zum Zahnputzbecher aufgeschrieben. Auf diese Liste konnte dann jeder zurückgreifen.

Wer ist für was oder wen Ansprechpartner? Wer stellt das Team zusammen? Wer gehört zum Kernteam? Wer zum erweiterten? Wer ist Bindeglied zu wem?

Wann beginnt das Team mit seiner Tätigkeit? Wann muss wer vor Ort sein? Wie muss der Dienstplan aussehen? Wer gestaltet den Urlaubsplan? Welche festen Zeiten, wie Teambesprechungen, gibt es für das gesamte Team? Wo wird sich das Team treffen?

Wer lädt wen, wie zur Eröffnung ein? 

Sinn – voll handeln

Ebene des Verhaltens

Die Grundfrage hierzu ist das Was. Was wird getan oder was muss getan werden?

Gibt es grundlegende Verhaltensweisen, die wir bei unseren Kunden und Klienten erwarten? Was erwarten wir? Was an diesen Verhaltensweisen können wir nutzen oder was unternehmen wir, um sie zu unterbinden?

Was unterstützt Klienten und Kunden in ihrem Handeln? Was können sie unternehmen, um sich zu beschweren?

Team

Was sind die konkreten Handlungsfelder des Teams? Was kann das Team in seinem Handeln unterstützen? Welche Abläufe brauchen eine konkrete Handlungsplanung? Notfallpläne beispielsweise. Was wird in der Dokumentation festgehalten? 

Ebene der Fähigkeiten

Hier sind wir bei der Frage nach dem Wie? Fähigkeiten enthalten eine Vielzahl von Verhaltensweisen. Sie werden zielgerichtet eingesetzt. Die Wirkungen dieser Fähigkeiten müssen im Außen nicht immer positiv sein.

So ist es zum Beispiel eine starke Fähigkeit in jeder Suppe ein Haar zu finden. Alles zu Hinterfragen und zu Kritisieren. Wird diese Fähigkeit durch das Team oder die Leitung jedoch nicht gelenkt, kann es zu massiven Störungen kommen.

Welche Fähigkeiten bringen Kunden und Klienten mit? Wie können diese genutzt oder verändert werden? Welche Fähigkeiten können in der neuen Gruppe, Station oder Abteilung gelernt werden? 

Team

Wie wird das Team miteinander umgehen? Stichwort Gruppenregeln.

Wie wird mit Beschwerden von Kunden oder Klienten umgegangen? Wer kümmert sich darum? Wie wird das Vorgehen transparent für alle Seiten gestaltet? Wie gehen wir mit Fehlern um?

Welche Fähigkeiten sollte sich das Team gegeben Falls noch aneignen? Gibt es beispielsweise Grundlagen und Absprachen, wie in bestimmten Situationen umgegangen werden soll? Geregelte Abläufe und Notfallpläne gehören in diesen Bereich.

Welche Ausbildungen sollten im Team vorhanden sein? Wird es Einweisungen für neue Teammitglieder geben? Welche Weiterbildungen könnten auf das Team zukommen und für dieses nützlich ein? Wie gestalten wir diese Weiterbildungen?

Welche Fähigkeiten von anderen Gruppen, Stationen oder Abteilungen können wir uns zu Nutze machen? Von welchen unserer Fähigkeiten können andere profitieren?

Überzeugungen und Werte

Die Grundfrage auf dieser Ebene ist das Warum? Warum handeln wir so oder so?

Es macht durchaus Sinn sich mit den erwarteten Überzeugungen und Werten der Kunden und Klienten auseinanderzusetzen. Es gibt durchweg Werte und Überzeugungen, die in der Gesellschaft erkennbar sind. Sei es nun zu dem Thema „Alt sein“ oder „Krank gelten“.

Überlegen Sie sich, welche Überzeugungen und Werte ihre Klienten und Kunden mit in das neue System bringen werden. Da in diesem Bereich viele Prozesse auf der Unbewussten Ebene ablaufen, kann es hilfreich sein, genau danach zu suchen.

Team

Welche Werte sind uns als Team und in der Organisation wichtig? Wie leben wir diese Werte im Umgang untereinander, innerhalb der Organisation und mit unseren Kunden?

logische Ebenen und Identität

Ebene der Identität

Hier kommen wir zu der Frage Wer. Wer ist die Person, die so handelt oder diese Fähigkeiten besitzt? Was glaubt sie über sich selber?

Wenn ich hier davon ausgehe, dass eine Gruppe mehr als die Summe seiner Teile ist, bildet die Gruppe ein eigenes Wesen. Diese Wesen lässt sich zum Beispiel in gruppendynamischen Prozessen nutzbar machen.

Welche Identität wollen wir der neuen Gruppe, der Station oder Abteilung geben? Wie füllen wir diese Identität mit Leben?

Team

Welche Identität geben wir uns als Team? Wie machen wir diese Identität erkennbar?

Ebene der Zugehörigkeit

Die Hauptfrage zu dieser Ebene ist das Wozu.

Im Umgang mit Kunden und Klienten ist die Zugehörigkeit eine zwiespältige Sache. Zu einen wird es eine Zugehörigkeit zum Herkunftssystem geben zum anderen soll eventuell die Zugehörigkeit zur Gruppe gestärkt werden. Hier ist die Frage in welchem Rahmen was und wie stark gefördert wird.

Team

Wer ist für welche Bereiche zuständig? Wer arbeitet wie mit dem Herkunftssystem?

Wie können Leitung und die Organisation dafür sorgen, dass sich die Teammitglieder zugehörig fühlen? Sowohl zum Team als auch zur Organisation.

Abschließend

Wie bereits gesagt lassen sich die logischen Ebenen für nahezu alle Planungen nutzen. Ich hoffe Ihnen einen kleinen Einblick, in die Möglichkeiten der logischen Ebenen gegeben zu haben. Dennoch ist auch dieser Einblick unvollständig.

Ich habe beim Schreiben dieses Artikels noch einmal gemerkt, dass sich immer wieder verschiedene neue Fragen auf allen Ebenen ergeben. Da dies nur eine Anregung sein soll, habe ich es so belassen. Auf gezielte Fragen von Ihnen kann ich gerne eingehen.

Hier geht es zur Methodenübersicht.

 

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4 comments on “Planen mit den logischen Ebenen

  1. Vielen Dank für diesen klasse Artikel Peter. Das Logische ist meist das Offensichtliche. Oft wird das Offensichtliche übergangen, da die Annahmen als bekannt vorausgeetzt werden. Dabei liegen in dem Offensichtlichen viele Ansatzpunkte, die nicht berücksichtigt werden.

    1. Hallo Ulrich,
      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Ich gebe dir vollkommen Recht. Das Offensichtliche ist oftmals gar nicht so offensichtlich. Ich habe es schon des Öfteren erlebt, dass Klienten für sich wirklich weitergekommen sind, wenn sie sich zu einem das Offensichtliche klargemacht haben. Zum anderen ist es oft auch ein „Aha-Erlebnis“ wenn Offensichtlichkeiten anders gewertet werden können.
      Lieben Gruß
      Peter

  2. Interessant, dass Du das Verfahren auch für die Planung einsetzt, Peter. Mit den logischen Ebenen arbeite ich gern, wenn es im Einzelcoaching darum geht, wie ein Ziel erreicht werden kann. Auch die Anwendung auf ein Team war mir neu. Danke für den interessanten Artikel!

    1. Hallo Christine,
      die logischen Ebenen sind wirklich ein wunderbares Werkzeug. Gerade im Team lässt es sich wunderbar nutzen. Viele Teamtage habe ich schon mit einem Alignment im Kreis begonnen. Hat sich immer ausgezahlt.
      Schön, dass dir der Artikel gefällt. Vielen Dank für deinen Kommentar.
      Peter

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