Präsent sein, eine Königsdisziplin

Präsent sein, eine Königsdisziplin

In diesem Artikel soll es um den Kontakt mit Mitarbeitern und Kunden gehen. Präsent sein schlägt jedes rhetorische Stielmittel. Präsent sein bedeutet, dem andern zu signalisieren: „Du bist in diesem Moment wichtig, und zwar wichtiger, als alles andere.“ Damit ist Präsenz eine Form der Wertschätzung.

Zu Beginn des Artikels geht es um das präsent sein, beziehungsweise die Präsenz an sich. Unter der Überschrift Tipps und Tricks, im Anschluss, finden Sie praktische Möglichkeiten, Ihre Präsenz zu verbessern.

Eine Definition und ihre Folgen

Präsent sein lässt sich über das Hauptwort Präsenz definieren.

Präsenz hat die phänomenologische Bedeutung von Anwesenheit und Gegenwart in einer jeweils räumlichen sowie zeitlichen Sichtweise. In der Umgangssprache bezeichnet das Wort Präsenz die Ausstrahlungskraft einer Person. (Wikipedia)

Diese Definition bezieht jeden Moment Ihres Lebens ein. Ob es darum geht, zuhause den Abwasch zu machen, einen Bericht zu schreiben oder ein Gespräch zu führen. Zur Präsenz bei der Arbeit hatte ich bereits etwas im Artikel über das „STOP-Tool“ geschrieben. Wie gesagt, soll es hier um den zwischenmenschlichen Kontakt gehen.

Präsent sein, erzeugt Präsenz. Im Sinne von Ausstrahlungskraft. Wenn Sie in Ihren Kontakten präsent sind, wird sich das auf Ihren Status auswirken. Eine Anerkennung ist Ihnen gewiss und Sie werden ein gesuchter Gesprächspartner auf allen Ebenen.

Präsent Sein im Gespräch

Präsent sein, die Schwierigkeiten

Sicherlich haben Sie es auf einer Party oder Veranstaltung schon mal erlebt: Es gibt Menschen, die zwar körperlich anwesend, aber nicht wirklich da sind. Wahrscheinlich ist es Ihnen selber, zu irgendeinem Zeitpunkt, genauso ergangen. Bis jetzt!

Gedanklich hängen wir noch fest. Wir denken an die Arbeit, einen Streit oder ob wir auch wirklich den Herd ausgeschaltet haben. Unsere Gedanken haben ein Eigenleben. Das Gehirn ist darauf spezialisiert uns, unbeendete Situationen wieder in Bewusstsein zu holen. Leider macht es das meist dann, wenn wir es am wenigsten gebrauchen können.

Präsent Sein bei der Arbeit

Präsent sein fängt bei Ihnen an

Zu aller erst sollten Sie sich bewusstwerden, ob Sie im Moment präsent sein können. Das „Prinzip der offenen Tür“ kann hierbei hinderlich wirken. Wenn Sie gerade über Akten brüten oder einen Bericht schreiben, wird Sie ein Gesprächsangebot aus der Aufgabe reißen.

Gedanklich sind Sie noch bei dem, was sie gerade getan haben. Sie werden etwas Zeit brauchen, um im Gespräch anzukommen. Von präsent sein kann, zumindest am Anfang nicht die Rede sein. Später brauchen sie wieder einen Anlauf, um in Ihre vorherigen Gedanken zurückzukommen.

Das wirkt sich also störend auf alle Bereiche Ihrer Arbeit aus. Daher sollten Sie Zeiten reservieren in denen Sie ihrer sonstigen Arbeit nachgehen können. Schließen Sie ruhig mal die Tür und stellen das Telefon um.

Tipps und Tricks

Präsent sein, Tipps und Tricks

Da ich Ihnen hoffentlich aufgezeigt habe, warum Sie präsent sein weiterbringt, möchte ich Ihnen ein paar Ideen mit auf den Weg geben. Sie sollen Ihre Präsenz, sowohl im Sinn von präsent sein wie auch in Bezug auf Ihre Ausstrahlung stärken.

Trainieren Sie Ihre Präsenz

Präsenz können Sie zu jedem Zeitpunkt trainieren. Wenn Sie etwas Trinken konzentrieren Sie sich auf das Aussehen, den Geruch, den Geschmack und die Konsistenz Ihres Getränkes. Für Essen gilt das Gleiche.

Wenn Sie eine Strecke gehen, achten Sie einmal bewusst auf den Weg. Wo genau gehen Sie gerade lang? Wen oder was sehen Sie? Welche Geräusche nehmen Sie wahr? Gibt es Gerüche? Wie fühlt sich der Boden an?

Machen Sie sich hierfür bitte keinen Plan. Wahrscheinlich haben Sie auch so schon genug zu tun. Denken Sie einfach von Zeit zu Zeit daran. Wenn es darum geht, abzuschalten, können solche Übungen ebenfalls sehr hilfreich sein.

Ihre Präsenz überprüfen

Der Coach Alexander Hartmann schlägt in seinem Buch vor, sich immer mal wieder zu fragen, wie präsent Sie im Moment sind. Hierbei benutzt er eine Skala von 1 – 10. Eins bedeutet kaum präsent, zehn, absolut Präsent.

Diese Überprüfung wird Ihnen helfen, sich selber besser einzuschätzen. Darüber hinaus führt die Eigenbefragung dazu, dass Ihre Präsenz steigt. Das, auf was Sie sich konzentrieren wird automatisch mehr werden. Konzentrieren Sie sich also darauf, präsent zu sein.

Aus der Arbeit gerissen

Sollten Sie während einer Arbeit oder eines Gedankenganges gestört werden, sagen sie dies! „Ich bin gerade noch mit anderen Dingen beschäftigt. Wir können und gerne in einer halben Stunde unterhalten. Dann werde ich auch nicht von andren Sachen abgelenkt und kann mich besser auf unser Gespräch konzentrieren.“

Achten Sie hierbei bitte darauf, eine konkrete Zeitangabe vorzugeben. „Später“ ist zu vage und wird von Menschen sehr unterschiedlich ausgelegt. Sollte es dringend sein, nehmen Sie sich trotzdem die Zeit, Ihre derzeitigen Gedanken kurz schriftlich festzuhalten.

Zum einen wird es Ihnen nach dem Gespräch leichter fallen in Ihrer Arbeit fortzufahren. Zu anderen Signalisieren Sie Ihrem Gehirn, dass nun etwas Anderes ansteht. Sie werden freier in das Gespräch gehen können.

Aufschreiben

Mir geht es manchmal so, dass meine Gedanken einfach weiterrasen oder ungebeten auftreten. Dann bin ich abgelenkt und sicherlich nicht mehr bei meinem Gesprächspartner. Wie bereits gesagt bringt uns unser Unterbewusstsein offene Punkte immer wieder aufs Tablet. In der Fachsprache nennt man das Zeigarnikeffekt.

Es wird Sie unterstützen, wenn Sie sich offene Punkte aufschreiben oder sogar einen kleinen Plan skizzieren.  Hierdurch hat das Unterbewusste das Gefühl, dass Sie an dem Thema dran sind und wird sich beruhigt zurückhalten. Sie haben den Kopf wieder frei für anderes.

Sprechen Sie es an

Wenn Sie in einem Gespräch in Gedankengänge abrutschen, sprechen Sie es an. Wir Menschen sind prädestiniert darin Umstände auf uns selbst zurück zu führen. Ihr Gegenüber könnte den Eindruck gewinnen, dass es an ihm / ihr liegt, wenn Sie aus der Präsenz gehen. Sagen Sie einfach: „Ich bin gerade in einen anderen Gedankengang abgerutscht, entschuldigen Sie bitte.“

Vor und während des Gespräches

Auch hier möchte ich zum Thema präsent sein, nochmals auf Alexander Hartmann verweisen. Er benennt zwei Fragen, die ich als hilfreich ansehe:

  • Welche Erfahrung soll mein Gegenüber im Gespräch mit mir machen?
  • Welche Gedanken hinterlasse ich bei meinem Gesprächspartner?

Beide Fragen stellen ebenfalls eine gute Grundlage für die Vorbereitung eines Gespräches dar.

Fazit

Präsent sein zahlt sich sowohl für Ihre Mitarbeiter wie auch für Sie selbst aus. Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Präsenz und bauen Sie diese weiter aus. Gerade in schwierigen Gesprächen, wie einer Kündigung, wird eine deutliche Präsenz Sie unterstützen. Sie werden das Gespräch einfacher zu einem Abschluss bringen.

Weiterlesen

Mit dem Elefant durch die Wand – A. Hartmann

Links

Ausstrahlung verbessern, ganz einfach!

(Nicht nur für Schauspieler) Mehr Bühnenpräsenz

Hier geht es zur Methodenübersicht.

 

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