Probleme sind lösbar und kontextabhängig

Probleme sind lösbar und kontextabhängig

Probleme sind lösbar und gleichzeitig auch abhängig von dem Kontext (der Umgebung) in der sie auftauchen. Das ist eine weitere hilfreiche Grundannahme in der Zusammenarbeit mit Menschen. Auf den ersten Blick wirkt dieser Grundsatz vielleicht ein wenig weit hergeholt.

Grundannahmen bilden eine gedankliche Ausgangsbasis. Wenn Sie davon ausgehen, dass Probleme lösbar sind, werden eher eine Lösung enddecken. Eines meiner Lieblingszitate stammt aus der Bibel: „Suchet und ihr werdet finden.“ Dieses Zitat lässt sich auf viele menschliche Gegebenheiten ausweiten.

Wer grundsätzlich davon ausgeht, dass ihm hauptsächlich Negatives wiederfährt, wird sehr wahrscheinlich positive Situationen übersehen. Sie kommen auf seiner mentalen Landkarte nicht vor. Hierzu gibt es etliche Experimente aus der positiven Psychologie, die das bestätigen (siehe Weiterlesen).

Die Grundannahme, Probleme sind lösbar, führt also dazu, dass Sie sich mehr auf die Lösungen als auf das Problem konzentrieren. Daher werden Ihnen verschiedene Möglichkeiten viel leichter und schneller auffallen.

Probleme sind kontextabhängig

Probleme sind kontextabhängig

Nehmen wir mal an, dass Sie im Team ein Problem mit einem Mitarbeiter haben. Er fällt durch ein äußerst kritisches und rechthaberisches Gebaren auf. Im Team führt das zu Verstimmungen und erschwert offene Diskussionen. Das Verhalten des Mitarbeiters wird im Team zu einem Problem.

In welcher Umgebung könnte das Vorgehen des Mitarbeiters für diesen nützlich sein? Spontan fällt mir da eine Reklamation in einem Geschäft ein. Das Verhalten des Mitarbeiters würde, von außenstehenden Menschen, welche die Szene beobachten, eventuell sogar als positiv eingestuft.

Das Beispiel zeigt ein kleines Paradox auf. Probleme sind oftmals Lösungen für eine andere Umgebung. So entsteht übrigens auch unser Verhalten. Wir haben in unserer persönlichen Geschichte gelernt, wie wir schwierige Situationen lösen können. Wie schon gesagt, Probleme sind lösbar.

Unsere Problemlösungen werden verfestigt, wenn sie wiederholt zum Erfolg führen. Je nachdem wie flexibel wir sind, erweitern wir unsere Lösungsstrategien, oder eben nicht. Im zweiten Fall können sogar sehr gute Lösungen für einen Bereich in einem anderen zum Problem werden.

Probleme wegmachen

Neben einer positiven Absicht, die hinter einem Problem liegt, zeigt sich hierbei auch, dass Sie Probleme nicht einfach wegmachen können und sollten. Es geht darum, für einen anderen Kontext eine neue Lösungsstrategie zu entwickeln. Also insgesamt flexibler mit Problemlösungen umzugehen.

Vor allem im Gespräch mit Klienten hat mir dieser Ansatz schon oftmals weitergeholfen. Aufzuzeigen, dass eine Strategie für einen bestimmten Bereich gut ist, hilft nach meiner Erfahrung die Veränderungsbereitschaft zu erhöhen. Doch zurück zur Problemlösung.

Probleme sind lösbar

Probleme sind lösbar

Alle? Ja, alle! Das heißt allerdings nicht, dass Sie jede Lösungsstrategie auch tatsächlich umsetzen können. Wenn Sie ein Problem für unlösbar halten, liegt das oft daran, dass Sie keinen Weg für eine Lösung sehen. Diese „Lösungsblindheit“ entsteht mehrheitlich aus dem Druck durch Zeit und andere Aufgaben. Daher ist es oftmals hilfreich, eine Problemlösung zu verschieben.

Durch einen Blick von außen auf das Problem werden sich Lösungen manchmal schneller zeigen. Hierfür könnten Sie zum Beispiel auch die Wahrnehmungspositionen nutzen, die ich Ihnen in einem anderen Artikel vorgestellt habe. Sie ersetzen die zweite Person (Pos. 2) durch das Problem.

Bildlich gesprochen können Sie durch den Abstand zum Problem statt einer extrem hohen und geschlossenen Mauer, auch Türen erkennen. Oder Sie finden eine Möglichkeit, diese Mauer anderweitig zu überwinden.

Probleme und Herausforderungen

Sicherlich haben Sie schon des Öfteren gehört oder gelesen, dass Sie statt dem Wort Problem das Wort Herausforderung verwenden sollten. Soviel vorweg, es macht einen Unterschied. Probieren Sie es aus.

Probleme als Herausforderungen zu verstehen ist für die eigene Herangehensweise hilfreich. Da das Wort „Problem“ negativ belastet ist, wirkt sich diese Belastung auch auf Sie aus. Probleme sind lösbar, und das eher, wenn Sie diese als Herausforderung ansehen.

Sie sind gefordert, eine Lösung aus der Situation hinaus zu finden. Anders verhält sich das in Gesprächen. Wenn ich meinem Gegenüber sage, dass er eine für ihn belastende Situation als Herausforderung sehen sollte, wird er sich wahrscheinlich nicht gesehen fühlen.

Es entsteht schnell ein Gefühl von „Kleinreden“. Menschen fühlen sich und ihre Schwierigkeiten nicht ernst genommen. Das führt entweder dazu, dass sie ihr Gefühlsleben für falsch halten, oder sich aus dem Gespräch zurückziehen. Beides erschwert das Auffinden von Lösungen.

Andere daran zu erinnern, dass Probleme Herausforderungen sind, ist vor allen Dingen hilfreich, wenn eine Lösung gefunden wurde. Probleme sind lösbar und ich bin an der Herausforderung gewachsen, ist dann eine Erkenntnis, die für die Zukunft weiterhilft.

Den Blick auf Lösungen richten

Den Blick auf Lösungen richten

Jedes Problem ist erst einmal ein Ereignis. Dieses Ereignis interpretieren Menschen vor dem Hintergrund ihrer Gedanken über die Welt und sich selber. Je weniger Wahlmöglichkeiten einer Person zur Verfügung stehen, umso schneller wird aus einem Ereignis ein Problem.

Ein Problem ist vor allem der Unterschied zwischen einer vorhandenen und gewünschten Situation. Somit ist jedes Ziel im Übrigen ein selbst erschlafftes Problem. Doch genau hierin liegt oftmals der Weg.  Denn so gesehen können Sie aus jedem Problem auch Ziel gestalten. Probleme sind Lösbar, wenn Sie diese als Ziel gehalten.

Eine Problemorientierung führt dazu, dass Sie aktiver nach Problemen suchen werden. Und Sie werden genügend finden. Eine Orientierung auf Lösungen und Ziele führt gleichsam dazu, dass Sie diese schneller und häufiger finden werden. Glauben Sie mir, auch hier werden Sie genügend finden.

Weiterlesen

Pessimisten Küsst man nicht – M. Seligman

Hier geht es zur Übersicht der Grundannahmen.
 

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