Rapport – der gute Kontakt

Rapport – der gute Kontakt

Der gute Kontakt ist der Schwerpunkt in diesem Artikel. Er ist der Ausgangspunkt für stabile Beziehungen. Sobald der gute Kontakt abreißt, kommt es zu Beziehungsschwierigkeiten. Gelingt es Ihnen, wieder einen guten Kontakt zurückzufinden, werden die Schwierigkeiten nachlassen.

Ich möchte Ihnen aufzeigen, woran Sie merken, dass Sie in einem guten Kontakt sind. Ziel des heutigen Artikels ist es, dass Sie spüren, wann der gute Kontakt abreißt. Wenn Sie dies erkennen, können Sie gegensteuern.

Im Zusammenhang mit diesem Artikel greife ich das Wort „Rapport“ auf. Es wird in vielen Kursen und in der Fachliteratur genutzt.

Rapport Definition

Rapport ist ein Wort aus der französischen Sprache und bedeutet so viel wie „Beziehung“ oder „Verbindung“. Rapport, der gute Kontakt, besteht, wenn die Gesprächspartner in einer flüssigen und wechselseitigen Beziehung stehen. Der Psychoanalytiker Daniel Stern spricht hier auch von Attunement, also der Feinabstimmung der emotionalen Kommunikation.

der gute Kontakt und seine Bedeutung

Der gute Kontakt in seiner Bedeutung

Wenn wir in einem guten Kontakt, in Rapport, mit unseren Gesprächspartnern stehen, können wir Veränderungen bewirken. In meinen verschiedenen Weiterbildungen gab es einen gemeinsamen Grundsatz: „Rapport vor Intervention.“ Für mich gilt diese Aussage auch im Kontakt mit Klienten, Kunden und Mitarbeitern.

Egal ob Kritik, Feedback oder anerkennende Worte, damit Ihr Anliegen den Empfänger erreicht, ist ein gutes Miteinander erforderlich. Der gute Kontakt verschafft Ihnen eine Öffnung Ihres Gegenübers für Ihre Ideen. Befinden Sie sich nicht in Rapport, wird, wenn überhaupt, nur ein Bruchteil Ihrer Aussagen ankommen.

Bewusst einen guten Austausch herzustellen ist eine weitere Form von Wertschätzung. Da der gute Kontakt, wie ich oben geschrieben habe, ein wechselseitiger Fluss ist, bezieht er Ihren Gesprächspartner mit ein. Sie sind sowohl der aktive wie auch der passive Part in einem Gespräch. Durch dieses Wechselspiel entsteht eine Verbindung, die beide Seiten unterstützt und die Arbeitsatmosphäre deutlich verbessern kann.

Aus all diesen Gründen heraus ist es wichtig, dass Sie erkennen, wann Sie in einem guten Kontakt stehen und wann nicht.

Der gute Kontakt ist allgegenwärtig

Sich in Rapport befinden ist ein natürlicher Zustand. Es ist eine menschliche Fähigkeit, die uns im wahrsten Sinne des Wortes, in die Wiege gelegt wurde. Wir bauen auf sehr viele unterschiedliche Weisen einen guten Kontakt auf. Sie können dieses Verhalten bei Kindern sehr gut erkennen, dazu gleich mehr.

Kontakt und Zugehörigkeit sichern uns seit Jahrmillionen das Überleben. Was bei Kleinkindern ein wirklicher Bedarf ist, setzt sich in der Erwachsenzeit weiter fort. Wir brauchen Kontakte, um nicht zu verkümmern. Da wäre es ein Frevel der Natur, wenn sie uns nicht alles nötige Handwerkszeug mit an die Hand gegeben hätte, um eben den guten Kontakt zu ermöglichen.

Jeder, Sie und auch Ihre Mitarbeiter, Kunden und Klienten hat alles, was für ein gelungenes Miteinander gebraucht wird. Erfahrungen und Erlebnisse können dazu geführt haben, dass diese Grundanlagen verdeckt wurden. Verschwunden sind sie allerdings nicht.

Gute Kontakte erkennen

Woran Sie einen guten Kontakt erkennen

Bevor ich auf die Kinder eingehe, möchte ich sie gedanklich in ein Restaurant einladen. An einem Tisch sitzt ein frisch verliebtes Pärchen. Wenn Sie die beiden etwas beobachten, werden Sie eine unglaubliche Choreographie feststellen. Wenn sich einer von beiden nach vorne beugt, wird der andere nachziehen. Manchmal geschieht es sogar gleichzeitig.

Ebenso kann es sehr gut sein, dass beide gleichzeitig trinken oder die Gabel zum Mund führen. Das Spannende daran ist, dass es vollkommen unbewusst passiert. Es ist natürlich. Paare, die lange zusammenleben gleichen sich in Ihrem Verhalten an. Die Angleichung geht sogar über die Verhaltensebene hinaus. Selbst das Aussehen der beiden wird ähnlicher. Zurück zu den Kindern.

der gute Kontakt, lass uns Freunde sein

Lass uns Freunde sein

Da ich mit zwei Metern recht groß bin, gehe ich meist in die Hocke, wenn ich mich mit kleinen Kindern unterhalte. Bei Kindern zwischen zwei und drei Jahren passiert es recht häufig, dass sie ebenfalls in die Hocke gehen. Sie gleichen sich an.

Auf einem Spielplatz werden Sie oftmals erleben, dass ein Kind sich der Körperhaltung eines anderen Kindes anpasst, bevor es dieses anspricht. Dadurch zeigt es: „Schau her, ich bin so wie du. Ich bin ungefährlich. Wir können Freunde sein.“

Ein guter Kontakt basiert auf Formen von Ähnlichkeiten, Vertrautheiten oder dergleichen. Sicher wollen Sie nicht direkt mit jedem, den Sie treffen Freundschaft schließen. Angenehme Beziehungen zu Mitarbeitern, Klienten und Kunden sind dennoch hilfreich. Über Anpassung lässt sich ein guter Kontakt auf- und ausbauen. Darauf werde ich im nächsten Artikel näher eingehen.

Zwei kleine Übungen

Wenn Sie Zeit und Muße haben, beobachten Sie doch einmal Menschen in einem Lokal. Können Sie erkennen, wer in einem guten Kontakt zueinander steht? Wer nicht? Woran machen Sie das fest?

Wenn Sie selber das Gefühl haben, in einem guten Kontakt zu stehen, nehmen Sie gedanklich eine Außenposition ein. Woran könnten Sie von außen sehen, dass ein guter Kontakt besteht? Zurück zu Ihrem Inneren. Wie fühlt sich dieser gute Kontakt an? Wo spüren Sie dieses Gefühl? Dieses Gefühl mit seinem Gegenpol, auf den wir gleich eingehen, kann für sie ein Referenzsystem darstellen.

Der gute Kontakt geht verloren

Der gute Kontakt geht verloren

Zum Rapport gibt es eine Aussage: Rapport gibt es immer. Die Kunst besteht darin, ihn nicht zu verlieren. Diese Aussage finde ich als Gedankenstütze gut annehmbar. In der Realität erlebe ich es manchmal anders.

Sicherlich kennen Sie auch Gesprächssituationen, in denen Sie sich unwohl fühlten. Irgendwie kam das Gespräch nicht richtig in Fluss. Sie und Ihr Gesprächspartner haben nicht zueinander gefunden. Entweder ist der gute Kontakt sehr schnell abgebrochen oder er hat gar nicht stattgefunden.

Wenn Sie sich noch lebhaft an eine solche Situation erinnern können, überprüfen Sie doch einmal Ihr Gefühl dabei. Wie hat es sich angefühlt? Wo im Körper haben Sie es wahrgenommen? Die Meisten Menschen beschreiben solche Situationen mit „unwohl“ als Gefühl.

Dieses unangenehme Gefühl ist meist schon recht frühzeitig zu erspüren. Leider trauen sich viele Menschen nicht, ihrem Gefühl zu vertrauen. Gefühle werden dann viel zu schnell wegrationalisiert. Gehen Sie anders vor! Seien Sie sich Ihrer Gefühle bewusst! Sie müssen sie ja weder benennen noch ausleben.

Eine Übung für mutige

Um zu erkennen, wie sich der Verlust eines verlorenen Kontaktes anfühlt, können Sie diese Übung durchführen:

Wenn Sie sich in einem guten Gespräch mit einem Freund befinden, werden Sie eine ähnliche Körperhaltung einnehmen. Dieses geschieht, wie oben dargestellt, automatisch. Gehen Sie nun hin und verändern bewusst Ihre Körperhaltung. Versuchen Sie möglichst gezielt eine andere einzunehmen.

Wenn Ihr Freund die Beine überkreuzt hat, stellen Sie die Beine nebeneinander. Ist er nach vorne gebeugt, beugen Sie sich zurück. Erst einmal wir sich Ihr Freund der neuen Körperhaltung anpassen. Daher ist es wichtig, dass Sie auf seine Veränderungen reagieren und Ihre Körperhaltung erneut abwandeln.

Sobald es Ihnen zu unangenehm wird oder Sie merken, dass Sie ihren Freund beunruhigen, nehmen Sie bewusst wieder seine Körperhaltung ein.

Manchmal nutze ich diese Technik bei Klienten um ein Gespräch langsam, aber sicher zum Ende zu bringen.

Umsetzung in der Praxis

Umsetzung in der Praxis

Es ist wichtig zu merken, wann der gute Kontakt sich einstellt und wann nicht. Beziehungsweise ob er überhaupt zustande kommt. Nutzen Sie hierfür Ihr Gefühl, das Sie bisher bei einem gelungenen oder misslungenen Kontakt hatten.

Gehen Sie in jedes Gespräch mit dem Vorsatz einen guten Kontakt herzustellen.

Der gute Kontakt wird erleichtert, wenn Sie Ihrem Gegenüber mit einem ehrlichen, aufrichtigen Interesse begegnen.

Weiterlesen

Warum ich fühle, was du fühlst – J. Bauer

Praxiskurs NLP – S. Andreas; C. Faulkner

Hier geht es zur Methodenübersicht.

 

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