Sinn und Motivation finden

Sinn und Motivation finden

Routinen an sich sind wichtig. Sie helfen Ihnen, Aufgaben sicher und konsequent auszuführen. Der Nachteil an Routinen ist allerdings auch, dass sich mache einschleichen. Im Laufe eines Arbeitstages handeln wir in vielen Bereichen aus reiner Gewohnheit. Wir denken lediglich sporadisch darüber nach, warum wir bestimmt Dinge tun oder andere liegen lassen. Wir vergessen den Sinn, der hinter unserer Arbeit steht.

Gerade in hektischen Situationen vergessen wir allzu schnell unsere Persönliches „Warum“ und „Wohin“. Das ist zeitweise notwendig. Wenn es allerdings zu oftmalig passiert, verlieren wir den Blick für das Gesamte und schlimmer noch, unsere Motivation. Der Sinn einer Aufgabe bringt uns die Motivation.

Durch ein solch eingespieltes Verhalten kommt es manchmal dazu, dass Ziele gesetzt werden, deren Sinn nicht klar oder erkennbar ist. An diesen Zielen wird dann auch noch festgehalten und alles drum herum wird übersehen oder gar vergessen. Dies gilt gleichermaßen für persönliche Ziele, wie auch für Ziele von Teams oder Organisationen.

Leider führt ein solches Vorgehen allzu oft in den Abgrund oder persönlich in ein Burnout. Wenn Sie nur noch auf „Auto-Modus“ fahren bekommen Sie früher oder später keine Luft mehr.

Sie brauchen zwischendurch Abstand um die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Es macht Sinn, wahrzunehmen, ob Sie auf dem Kurs sind, der für Sie wertvoll ist. In meiner NLP-Ausbildung war das Synonym für solche Situationen „Moomennnt“. Ich möchte Ihnen hier das STOP-Tool von Tim Gallwey vorstellen und vorschlagen.

Ein STOP für den Sinn

Ich bin ein Freund von zweckmäßigen Abkürzungen. Zum einen entsteht durch STOP für mich das Bild eines Stoppschildes. Also zwei Sekunden, manchmal auch kürzer, warten, bis ich reagiere. Zum anderen steht jeder einzelne Buchstabe für eine kleine Aufforderung.

Die Aufforderungen sind:

  • Step back – Schritt zurück
  • Think – Tunlichst denken
  • Organize your thoughts – Ordne deine Gedanken
  • Proceed – Pack es an

Ein Schritt zurück um den Sinn zu erkennen

Schritt zurück

Wenn wir gerade gedanklich mit einem Projekt beschäftigt sind, geht bestimmt das Telefon. Fast automatisch greifen wir jetzt zum Telefonhörer. Dabei passiert zweierlei. Zum einen werden wir aus unserer Arbeit herausgerissen. Später brauchen wir mehr Zeit um an dem Punkt des „verlassen“ wieder anknüpfen zu können. Zum anderen brauchen wir eventuell Zeit um uns auf den Gesprächspartner einzustellen. Das kann zu unangenehmen Nebenwirkungen führen.

Manchmal macht es keinen Sinn an das Telefon zu gehen. Ein Anrufbeantworter kann da so manches abhalten. Das Telefon ist natürlich nur ein Synonym für die vielen Dinge, die uns kurzfristig dazwischenfunken.

STOP würde in so einem Moment bedeuten, kurz inne zu halten und zu überlegen, ob der Zeitpunkt jetzt wirklich der Geeignete für ein Telefonat ist. Oder ob der Anrufer nicht besser auf dem Anrufbeantworter landet. Zu mindestens der Blick auf das Display ist möglich, bevor wir automatisch abnehmen. Hier fragen wir schon nach dem Sinn.

Einen Schritt zurücktreten bedeutet, Abstand zu gewinnen. Ein kurzer Ausstieg aus hektischem, betriebsamen Handeln oder Denken. Es bedeutet auch, sich Zeit zum Sammeln zu nehmen. Sie können in das „Hier und Jetzt“ zurückkommen und eine innere Balance finden, bevor sie den nächsten Schritt gehen.

STOP kann hierbei ein Punkt sein, um aus Ihrer bisherigen Arbeit auszusteigen und sich mit etwas Anderem zu beschäftigen. Gerade, wenn Sie sich in eine Aufgabe verbissen haben, kann es sinnvoll sein, zu einer anderen zu wechseln. Das funktioniert jedoch nur, wenn sie sich, zu mindestens kurz, von der Aufgabe lösen, die Sie derzeit bearbeiten.

Ein Schritt zurück zu treten verschafft Ihnen einen Überblick. Dadurch werden ihre Reflexion und ihr strategisches Denken gefördert. Dazu gleich etwas mehr. Manchmal macht ein größerer Schritt Sinn.

Wenn ich bei einem Problem nicht wirklich weite komme, schnappe ich mir den Hund meiner Mutter und mache einen Spaziergang mit ihm. Oft lassen sich die Dinge danach viel einfacher lösen, da ich zwischenzeitlich auf andere Gedanken gekommen bin.

In manchen Arbeitsstationen ist das natürlich nicht möglich. Es ist möglich, den Raum oder den Platz zu wechseln. Alleine das schafft einen Abstand und sehr häufig neue Ideen. Wenn beides nicht geht, sollten Sie versuchen, in einen anderen mentalen Zustand zu kommen.

In vielen Büchern zur Kreativität wird ein „Raum der Kreativität“ vorgeschlagen. Das ist ein Raum, in den Sie sich zurückziehen, wenn Sie kreative Ideen benötigen. Das kann in wahrsten Sinne des Wortes eine Räumlichkeit sein. Angefangen von einem Arbeitszimmer bis zu einem bestimmten Platz im Zoo. Ein besonderes Sofa oder ein Stuhl, der nur zu diesem Zwecke genutzt wird, ist genauso hilfreich. Walt Disney war beispielsweise ein Meister in der Nutzung solcher „Räumlichkeiten“.

Analog zu diesem „Kreativraum“ würde ich ihnen einen Raum für Ihre Reflexion und Ihr strategisches Denken empfehlen. Wenn Sie eine solche Ritual verwenden, wir sich Ihr Geist immer schneller auf „Reflexion“ und „strategisches Denken“ einlassen. Das Aufsuchen dieses Raumes führt auch zu mehr Abstand von den normalen Routinen. Es führt Ihnen dabei auch den Sinn Ihrer Arbeit vor Augen.

Denken um den Sinn zu erfahren

Tunlichst denken

Wir alle denken ständig. Unser Gedankenstrom reist kaum ab. Es gibt die Aussage, dass Menschen, die lange Zeit meditieren, es tatsächlich schaffen, nicht zu denken. Dieses „nicht denken“ dauert dann angeblich Sekundenbruchteile an. Also nicht wirklich lange. Hierzu habe ich selber leider keine Erfahrungen, mir fällt das meditieren nach wie vor schwer.

Da wir ständig denken, ist es hilfreich, den unseren Gedankenstrom zu lenken. Wir können unseren Gedanken eine andere Richtung geben. Diese Richtung sollte Sie in Ihrer Arbeit unterstützen. Nachfolgend möchte ich Ihnen beispielhaft ein paar Fragen mit an die Hand geben. Letztendlich ist es hilfreich, wenn Sie ihre eigenen Fragestellungen finden.

  • Was ist meine Grundhaltung und meine Grundeinstellung zu dem Thema?
  • Was soll erreicht werden? Durch mich? Durch das Team? Durch die Aufgabe?
  • Befinden wir uns noch auf dem Weg zum Ziel? Woran mache ich das fest? Woran machen die anderen es fest?
  • Welche Konsequenzen sind zu erwarten?
  • Sind die Probleme, mit denen ich mich beschäftige, wirklich Probleme?
  • Sind Veränderungen von Nöten? Welche Not würden sie ändern?
  • Welche Ressourcen haben wir noch nicht genutzt? Welche benötigen wir noch?

Weitere Fragen, die Sie in Ihrer Reflexion unterstützen erhalten sie regelmäßig über den Selbstcoachingbrief. Er erscheint zwei Mal im Monat.

Ordnen um dem Sinn eine Kontur zu geben

Ordne deine Gedanken

Unser Gedankenstrom ist meist assoziativ. Er springt von Hölzchen über Stöckchen zur derzeitigen Regenwaldsituation und wieder zurück. Gerade dann, wenn Sie über konkrete Aufgabenstellungen oder Problemlösungen nachgedacht haben, sollten Sie Ihre Gedanken neu ordnen.

Das Ordnen Ihrer Gedanken hat weiterhin den Vorteil, dass eine Zusammenfassung entsteht. Sie bildet sozusagen die Essenz ihrer Gedanken ab.  Von dieser Essenz ausgehend wird es ihnen leichter fallen, Entscheidungen zu treffen, einen Plan zu entwickeln und Prioritäten zu setzen.

Ich ordne meine Gedanken gerne schriftlich. Für mich ist die einfachste Methode, meine Gedanken zu ordnen eine Mindmap. Sie birgt auch den Vorteil, dass mein assoziatives, kreatives Denken mit einfließen kann. Wenn die Zeit es zulässt, verwende ich Sketchnotes. Hierbei muss ich meine Gedanken noch mehr auf den Punkt bringen. Zu beiden Ideen habe ich Ihnen unten einen Link bereitgestellt.

Sinn – voll handeln

Pack es an

Wenn Sie sich Ihrer Gedanken bewusst sind, sollten sie aus Ihrem „Raum für strategisches Denken“ herauskommen. Nun sind Sie sich über den Sinn ihrer Aufgaben wieder im Klaren. Ihnen sind Ihre nächsten Schritte bewusst und sie können beginnen, diese umzusetzen. Es ist die Zeit des Handelns gekommen.

Weitergehende Literatur

Literatur

Innergame Coaching – T. Gallwey

Weiterlesen

Ein Mind Map erstellen

Sketchnotes: 25 Tips für Einsteiger

Sketchnotes lernen

 

Hier geht es zur Methodenübersicht.
 

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