Texte für die Eigenwerbung

Texte für die Eigenwerbung

Während es im ersten Beitrag dieser Reihe um das Thema Bilder ging, kommen nun die Texte für die Eigenwerbung zum Zuge.

Mir ist bewusst, dass das Thema Eigenwerbung in sozialen Organisationen oftmals einen unangenehmen Beigeschmack hat. Ihre Arbeit soll für Sie sprechen! In einem Zeitalter, in dem wir es gewohnt sind, uns über alles und jeden Informationen zu beschaffen, kommen Sie um das Thema Eigenwerbung nicht herum.

Wer, wie über Ihre Arbeit erfährt, liegt ein Stück weit in Ihrer Hand. Eigenwerbung macht Sinn! Sie und Ihre Organisation leisten gute Arbeit! Klasse! Lassen Sie die Welt daran teilnehmen.

Ich werde in dem Artikel durchgehend das Wort Kunde benutzen. Sie können es natürlich durch das Wort Klient oder einen anderen Begriff ersetzen. Doch nun kommen wir zu den Texten.

Die Außensicht auf Ihre Organisation

Nach Sally Hogshed gibt es drei große Feinde im Kontakt zu Ihren Kunden. Die drei Feinde sind:

  • Ablenkung
  • Wettbewerb
  • Austauschbarkeit

Diese Punkte gilt es, in Ihrer Eigenwerbung zu berücksichtigen.

Ablenkung in der Eigenwerbung

Ablenkung in der Eigenwerbung

Wenn Ihre Leser abgelenkt sind, und Ablenkungen gibt es viele, wird Ihre Botschaft an dem Leser vorbeigehen. Er fühlt sich unter Umständen verwirrt und zweifelt daher an Ihrer Darstellung. Der beste Weg, Ablenkungen zu vermeiden, ist es klar und zielgerichtet zu kommunizieren. Auch Texte sind eine Form der Kommunikation. Schreiben ist eine sehr einseitige Kommunikation, da die Reaktion meist zeitversetzt wahrgenommen wird. Ich glaube, dass „Einfachheit“ der Schlüssel zu einer guten Eigenwerbung ist.

Wenn Sie in ihrer Eigenwerbung klar kommunizieren, können Sie Ihre Werte vermitteln. Darüber hinaus wird der Kunde Ihnen mehr vertrauen entgegenbringen. Ihre Außendarstellung hat eine größere Chance zu wirken, da Ihre Worte ankommen.

Einfache Texte siegen

Sowohl, dass was Sie schreiben, als auch das, was Sie nicht Schreiben hat eine Auswirkung auf Ihre Beziehung zum Kunden.

Wir leben, gerade in Deutschland, in einer Kultur in der Sprache einen hohen Stellenwert hat. „Das Land der Dichter und Denker.“ Wobei ich nicht verheimlichen möchte, dass mich Menschen, die gut mit der Sprache umgehen können, beeindrucken.

Leider treibt der Umgang mit Sprache auch negative Stielblüten. Viele Menschen schreiben in einem Fachjargon. Hierdurch heben sie sich aus der Menge ab, sind etwas Besonderes. Menschen, die diesen Fachjargon nicht kennen, steigen schnell aus.

Wenn Sie für andere Menschen etwas schreiben, tuen Sie gut daran, sich möglichst einfach und klar auszudrücken. Das menschliche Gehirn, setzt allem Anschein nach „Einfach“ mit „Sicher“ gleich. Schnell zu verarbeitende, einfache Worte verschaffen ihm einen kleinen Lustgewinn. Das heißt, je leichter etwas zu verstehen ist, umso positiver fühlen sich die Leser. Im Allgemeinen zieht unser Gehirn das Einfache dem Komplexen vor. Es kann auf „Sparmodus“ fahren. Möglichst wenig Energie zu benötigen um in Gefahrensituationen sofort reagieren zu können ist das Ziel unseres Gehirns.

Es ist viel einfacher, die Dinge zu komplizieren, statt sie zu vereinfachen. So schrieb der Gelehrte Samuel Johnson an einen guten Bekannten: „Ich hatte keine Zeit, Ihnen einen kurzen Brief zu schreiben, so schrieb ich Ihnen, einen langen.“ Eine einfache Eigenwerbung braucht Zeit!

Wenn Sie in einem guten Kontakt mit Ihren (perspektivischen) Kunden sein möchten, drücken Sie sich einfach aus. Versuchen Sie so gut wie möglich Fremdwörter, Anglizismen und Fachjargon zu verzichten. Forscher fanden heraus, dass Menschen, die komplexe Sachverhalte einfach darstellen konnten, einen hohen Stellenwert in ihrer Umgebung hatten. Dieses wird sich in der Außendarstellung Ihrer Organisation widerspiegeln.

Eigenwerbung und Wettbewerb

Eigenwerbung und Wettbewerb

Wir leben in einer Gesellschaft, in der es darum geht „besser als…“ zu sein. Das fängt in der Schule an und endet leider all zu oft in Perfektionismus. Gerade Männer neigen dazu, sich einem Wettbewerb zu stellen. Wann immer es für Sie und Ihre Organisation möglich ist, steigen Sie aus dem Konkurrenzdenken aus und positionieren Sie sich.

Sehen Sie „besser sein“ als eine Illusion an. Mit dieser Illusion gehen Sie genauso vor wie Ihre Wettbewerber. Mehr noch, manchmal werden über „best practices“ Sachen übernommen, um Sie auch so auszuführen. Vielleicht nochmal Sie zu verbessern.

„Wettbewerb kann Menschen zu Höchstleistungen bringen, aber er zwingt sie möglicherweise auch dazu, in einem Hamsterrad zu laufen, einfach nur schneller zu rennen als die anderen, statt sich in eine andere Richtung zu bewegen.“ Sally Hogshead

Sie müssen nicht besser sein als die Konkurrenz. Sie sollten anders sein! Dieses „anders sein“ sollten Sie in Ihrer Eigenwerbung darstellen. Eine Hilfe hierzu kann es sein, Ihr Konzept und damit Ihre Eigenwerbung auf einen Wunschkunden auszurichten. Meinen Artikel zu dieser Idee finden Sie hier.

Das Hervorheben der „Persönlichkeit“ Ihrer Organisation oder ihres Teams ist ein guter Weg, um „anders“ zu sein. Denken sie in, „Was zeichnet uns aus?“; „Was sind unsere Werte und wie leben wir diese?“; statt „Worin sind wir besser?“ Durch solche Überlegungen wird Ihre Eigenwerbung auch lebendiger.

Eigenwerbung und Austauschbarkeit

Eigenwerbung und Austauschbarkeit

Wenn Sie jede Kommunikation mit den Vorzügen und der Einzigartigkeit Ihrer Organisation anreicherten, wenden Sie seltener in die Austauschbarkeitsfalle geraten.

Dar Nobelpreisträger für Psychologie, Daniel Kahnemann, beschrieb es ungefähr so: „Menschen sind eher bereit Geschäfte mit einem Menschen (einer Organisation) abzuschließen, die ihnen sympathisch sind.  Selbst wenn die Dienstleitung eine niedrigere Qualität und/oder einen hören Preis hat.

Sie werden in Ihrer Eigenwerbung sympathischer, wenn Sie Ihre Einzigartigkeit herausstreichen. Selbstverständlich werden Sie nicht für jeden sympathisch sein. Die Menschen, die auf Ihre Eigenwerbung reagieren, werden Menschen sein, mit denen Sie gut zusammenarbeiten können. Bei Menschen, denen Sie oder Ihre Organisation unsympathisch sind, wird es umgekehrt mehr Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit geben.

Fazit

Stellen Sie Ihre Einzigartigkeit in Ihrer Eigenwerbung zur Schau. Zeigen Sie Ihre Vorzüge und Ihr „anders sein“ auf. Versuchen Sie ihre Texte möglichst einfach und ohne Fremdwörter und Fachausdrücke zu formulieren.

Weitergehende Literatur

Literatur

Wie die Welt dich sieht – Sally Hoshead

Texten fürs Web – Stefan Heijnk

Weiterlesen

10 Tipps wie Sie perfekte Texte für Blog und Webseite schreiben

6 Tipps, wie Sie wirkungsvolle Webtexte schreiben

Tips für gelungene Werbebroschüren

 

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2 comments on “Texte für die Eigenwerbung

  1. Ja und nein. Einfach kann zu mehr Zufriedenheit führen, muss es aber nicht. Je nach Motivlage eines Interessenten. Es gibt auch Menschen, die das Motiv haben: zu wachsen. Denen sollte man etwas bieten, was nicht jeder auf Anhieb versteht. Lindenberg, Grönemeyer und Niedecken sind in ihrer Undeutlichkeit interessant. Da muss ich mich schon etwas anstrengen, um etwas zu verstehen. Dichter sind in ihren VerDichtungen auch nicht auf Anhieb zu verstehen. Ich schlafe z.B. schneller ein, wenn ich nicht gefordert bin. Unnötige Fremdwörter finde ich allerdings auch albern. Häufig will der Nutzer damit Eindruck machen. Ich schätze Redner und Autoren, die sich auf ihr Gegenüber einstellen können. Mein Fazit: Versuche es einfach zu sagen, aber nicht eindimensional. – Insgesamt hat mir der Beitrag, v.a.D. auch die Idee gefallen. Beste Grüße, Hans Wolter (www.WehrWolter.com)

    1. Sehr geehrter Herr Wolter,
      vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich finde er ist eine gute Anregung, damit aus „Einfach“ nicht „Flach“ wird.
      Freundliche Grüße zurück
      Peter Wiesejahn

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