Vertrauen basiert auf Vertrauen

Vertrauen basiert auf Vertrauen

Erst einmal ist Vertrauen die Grundlage jeder Beziehung. Vertrauen teilt sich in zwei Bereiche auf. Das Vertrauen in sich selber. Somit geht es hier auch um die Beziehung in die eigene Person. Dann gibt es das Vertrauen zu Freunden, Kollegen und Vorgesetzten, um hier nur einige Beispiele zu nennen. Also die Beziehung zu der Umwelt.

Wenn Sie sich und anderen trauen, ist Ihr Handlungsspielraum sehr groß. Haben Sie hingehen wenig vertrauen, engen Sie sich und Ihre Handlungsmöglichkeiten ein. „Blindes“ Vertrauen kann Sie in die Katastrophe stürzen. Zu starkes Mistrauen bremst Sie, bis zur Handlungsunfähigkeit. Letzteres führt ebenfalls ins Desaster.

Da Vertrauen eine wichtige Grundlage des menschlichen Miteinanders ist, möchte ich Ihnen das Thema etwas näherbringen. Der „gute“ Umgang mit Vertrauen wird sich für Sie positiv auswirken. Sicherlich geht es in diesem Blog um den Bereich der Arbeit.

Letztendlich wird sich das Thema ebenfalls auf Ihr Privatleben auswirken. Hier haben wir dann eine sogenannte Rückkopplungsschleife. Wenn es Ihnen privat gut geht, wird sich das nachhaltig auf Ihre Arbeit auswirken. Umgekehrt gilt das Gleiche.

Wie Vertrauen entsteht

Wie Vertrauen entsteht

Vertrauen entwickeln wir in unserer frühesten Kindheit. Es entsteht aus unseren Erfahrungen, die wir als Kinder mit Erwachsenen gemacht haben. Sind unsere Bedürfnisse als Säugling befriedigt worden, wurde ein Grundvertrauen gelegt. Wurden sie es nicht, konnte ein solches Grundvertrauen nur schwer wachsen. Manchmal leider gar nicht.

Sobald wir über Sprache in Kontakt treten konnten, kam eine weitere Struktur hinzu. Vertrauen in Menschen entsteht dadurch, dass sie tun, was sie sagen. Ab hier hängt Vertrauen von den Handlungen der uns umgebenden Menschen ab. Wie gesagt von den Handlungen! Erzählen kann jeder viel, wenn der Tag lang ist. Weichen Aussagen von Handlungen ab, entsteht Misstrauen.

Auf diesen Grunderfahrungen baut unser Zugang in die Welt auf. Mit ihm gehen wir in die Welt. Der Kreis der Erwachsenen erweitert sich. Neben der Kernfamilie kommen Menschen aus der Ursprungsfamilie, Kindergarten und Grundschule hinzu. Erste Freundschaften entstehen. Auch hier machen wir unser Vertrauen aus der Übereinstimmung von Aussage und Handlung abhängig.

Es gehört zur Natur des Menschen und der Dinge, dass es zu Endtäuschungen kommt. Handlungen laufen entgegengesetzt der Aussagen und wir werden verletzt. Durch all dieses bildet sich unser Verhältnis zu unseren Mitmenschen aus. Die Transaktionsanalyse fast diese Grundlagen des Vertrauens in der Begrifflichkeit „Ich bin okay – Du bist okay“ zusammen.

Ich weiß nicht, wie Ihre Grundlage zum Thema Vertrauen ist. Was ich allerdings weiß ist, dass unser Gehirn bis ins hohe Alter zu Veränderungen in der Lage ist. Sollten Sie bisher Probleme damit haben, sich oder anderen Vertrauen zu können, können Sie das ändern. Gleiches gilt, wenn Sie zu vertrauensselig sind. Veränderung geschieht, indem Sie neue Erfahrungen machen. Gerade am Anfang brauchen Sie dafür etwas Mut. Da Sie sich, zum Beispiel durch das Lesen dieses Blogs, mit sich selber auseinandersetzen, weiß ich, dass Sie diesen Mut haben.

Vertrauen – zwei Weltsichten

Aus unseren Erfahrungen bauen sich zwei Möglichkeiten aus, mit Vertrauen umzugehen. Diese beiden Sichtweisen markieren die jeweiligen Endpunkte auf der Vertrauensskala. Ihr persönlicher Umgang mit Vertrauen wird irgendwo zwischen diesen beiden Punkten liegen.

„Ich vertraue Menschen so lange, bis sie mir zeigen, dass sie meines Vertrauens nicht würdig sind.“ Ist der erste Fixpunkt. Der andere lautet, „Ich vertraue Menschen erst dann, wenn sie mir zeigen, dass sie meines Vertrauens würdig sind.“

Hieraus ergeben sich in den Extremen zwei Problematiken. Liegt die Schwelle für Vertrauen zu niedrig, werden Sie häufig enttäuscht. Sie fühlen sich vielleicht im Stich gelassen, da Sie die Grundlage für Ihr Vertrauen nicht genug überprüft haben.

Bei einer sehr hohen Schwelle vertrauen Sie erst einmal niemanden. Ein solches Verhalten führt in die soziale Isolation. Intimität ist kaum, bis gar nicht möglich. Letztendlich entsteht Vertrauen durch Vertrauen. Daher kann ein Teufelskreislauf entstehen. Wenn Sie nicht vertrauen, wird Ihnen nicht vertraut. Das wiederum führt dazu, dass Sie nicht vertrauen.

Nicht selten, im sozialen Bereich sogar öfters anzutreffen, ist ein Schwanken zwischen den Polen. Wer einen Beruf gewählt hat, in dem es um das Wohl von Menschen geht, geht im Grundsatz offen auf andere zu. Die Schwelle des Vertrauens liegt niedrig. Das kann, und wird leider oftmals, dazu führen, dass die entsprechende Person ausgenutzt wird.

Das geht eine Zeit lang gut. Irgendwann kippt die Situation. Die Schwelle wird so hoch gelegt, dass diese Menschen niemanden mehr vertrauen. Sie kapseln sich ab. In solchen Momenten wird es schwierig, Feedback zu erhalten. Dann merken diese Menschen, dass sie isoliert sind. Sie kippen zurück in das niedrige Vertrauen und werden wieder ausgenutzt. Ein gesundes Mittelmaß ist hier wichtig. Dazu später mehr.

Selbstvertrauen

Selbstvertrauen

In diesem Bereich haben wir ebenfalls eine sich wiederholende Schleife. Wenn Sie sich vertrauen, vertrauen auch andere Ihnen. Dadurch wird es Ihnen leichter fallen, Probleme zu lösen und Krisen zu meistern. Hierdurch wächst Ihr Selbstvertrauen und das Vertrauen, das andere in Sie setzen.

Haben Sie hingegen ein niedriges Selbstvertrauen, wird es anderen schwerfallen, Ihnen zu vertrauen. Probleme und Krisen lassen sich nur zäh lösen. Ihr Selbstvertrauen sinkt. Andere halten sich mit ihrem Vertrauen Ihnen gegenüber zurück.

Selbstvertrauen entwickelt sich auf zweierlei Arten. Zum einen gibt es das Selbstvertrauen, das durch ähnlich, sich wiederholende Prozesse wächst. Vielleicht erinnern Sie sich noch an die erste Teamsitzung, die Sie geleitet haben. Ich war damals sehr aufgeregt. Dennoch verlief sie gut.

Mein Selbstvertrauen für die nächste Teamsitzung stieg. Es steigerte sich mit jeder weiteren Teamsitzung. Heute mache ich mir keine Gedanken mehr, ob ich solche Situationen meistern kann. In diesem Bereich ist mein Selbstvertrauen sehr hoch, ohne, dass ich mir dessen während der Gespräche bewusst bin.

Dann gibt es da noch das Selbstvertrauen, das sich aufbaut, wenn Sie bisher Unbekanntes meistern. Bei mir war das beispielsweise eine Krisensituation, die sich über mehrere Abteilungen zog. Einen ganzen Tag bin ich durch fünf Gruppen gelaufen. Ich habe Gespräche mit Mitarbeitern sowie Klienten geführt und letztendlich alles zu einem guten Abschluss gebracht.

Für diesen Bereich ist es wichtig, dass Sie sich sowohl Ihrer Stärken, wie auch Ihrer Schwächen bewusst sind. Sie sollten sich auch darin üben, Ihre zahlreichen Fähigkeiten auf andere Bereiche zu übertragen. Was Sie sonst noch tun können, um Ihr Selbstvertrauen zu stärken, sage ich Ihnen am Ende des Artikels.

Vertrauen in andere

Vertrauen in andere

Allen Menschen gleichermaßen zu vertrauen wäre ziemlich naiv. Hier geht es darum, Ihre Wahrnehmung zu schulen und auf Ihre Erfahrungen zurückzugreifen. Manchen Menschen können Sie in einigen Situationen blind vertrauen. In anderen Situationen sollten Sie es besser nicht tun.

Auch heute in meinem Team gibt es Mitarbeiter, denen ich vertraue mit Krisen gut zurechtzukommen. Gleichzeitig „kontrolliere“ ich ihre Aktenführung, da ich bei ihnen in diesem Bereich Schwierigkeiten sehe. Andere haben eine hervorragende Dokumentation, benötigen aber Unterstützung bei Unvorhergesehenen oder einer strukturierten Planung.

Egal, wie es ist, letztendlich müssen Sie immer wieder einen Vertrauensvorschuss gewähren. Sammeln Sie daher von Anfang an Informationen.

  • Wie verhalten sich die Menschen in bestimmten Situationen?
  • In welchen Bereichen handeln Menschen so, wie sie es sagen, in welchen nicht?
  • Welche Fähigkeiten, Stärken und Schwächen haben die Menschen?
  • Wie offen und ehrlich sind sie Ihnen gegenüber?

Vor allem geht es darum, die anderen Menschen zu verstehen. Eine Grundfrage hierzu ist: „Wie muss der Andere denken, um so zu handeln, wie er es tut?“ Wohl gemerkt, es geht hier um „verstehen“ nicht um „Übereinstimmen“. Das wird Ihnen Aufschluss darüber geben, wem Sie in welchem Bereich vertrauen können.

Sinn – voll handeln

Handlungsmöglichkeiten

Selbstvertrauen ist leider eine sehr flüchtige Sache. Wenn die Dinge gut laufen, stellt es für uns kein Problem dar. Im Gegenteil, es erhöht sich, fast unbemerkt. Kommt es jedoch zu größeren Krisen, ob privat oder beruflich, sinkt es leider dramatisch ab.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie sich Ihre Erfolge immer wieder vor Augen führen. Vielleicht hängen Sie sich eine kleine Kollage auf, die in Bildern und Symbolen Ihre Erfolge darstellt. Diese Kollage sollten Sie so aufhängen, dass Sie diese immer mal wieder anschauen.

Ich persönlich schreibe mir einmal in der Woche meine Erfolge, der vergangenen Woche auf. Darüber hinaus führe ich eine Liste mit meinen größten Erfolgen, die ich immer wieder erweitere.

Um Ihr Selbstvertrauen noch mehr zu stärken, sollten Sie möglichst oft aus gewohnten Bahnen ausbrechen. Probieren Sie Neues, für Sie Unbekanntes oder Ungewohntes aus. Nutzen Sie hierfür besser Ihren privaten Bereich. Es muss ja nicht direkt das Fallschirmspringen sein. Obwohl es das natürlich auch sein darf.

Üben Sie sich darin, den Standpunkt anderer zu Verstehen. Vergessen Sie dabei nicht, dass Verstehen nicht bedeutet, dass Sie die Sicht Ihres Gegenübers teilen. Wenn Sie lernen andere besser zu verstehen, wissen Sie, in welchen Bereichen Sie auf diese Menschen zählen können.

Vielleicht kennen Sie dieses ja aus Ihrem Freundeskreis. Ich habe einen guten Freund, mit dem ich gerne in Actionfilme gehe und mich über Computerprobleme austausche. Bei speziellen Fragen rund um die Computersicherheit habe ich hier eine äußerst vertrauenswürdige Person gefunden. Geht es jedoch um die Bereiche von Intimität und Sexualität unterhalte ich mich eher mit einem anderen Freund.

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