Vom Umgang mit Kritik

Vom Umgang mit Kritik

Die Aussage, „Herr Wiesejahn, wir müssen uns unterhalten.“, deutet meist schon an, dass etwas Kritisches zur Sprache kommt.  Manchmal ist die Kritik gerechtfertigt, ein andermal eben nicht. Ich musste, für mich, einen Umgang mit Kritik finden und ich möchte Sie einladen, es mir gleich zu tun.

Das Schwierige dabei ist, wie sicherlich bei allen Punkten im zwischenmenschlichen Bereich, dass Sie Ihren eigenen Umgang mit Kritik finden müssen. Ich möchte Ihnen ein paar Gedanken mit auf den Weg geben, die Ihnen den Umgang mit Kritik erleichtern können.

Was ist Kritik eigentlich?

Kritik ist die persönliche Meinung einer Person. Diese subjektive Meinung kann sich auf Ihr Verhalten, einen Vorfall oder im Extrem auf Ihre gesamte Person beziehen.

Für den Umgang mit Kritik ist es wichtig, dass Sie sich immer wieder vergegenwärtigen, dass der Kritiker eine ganz bestimmte Sichtweise hat. Darüber hinaus kann man die ganze Sache auch anders sehen. Was der eine vielleicht für kritikwürdig hält, würde dem anderen überhaupt nicht auffallen.

Wie bereits gesagt, es ist eine persönliche Sichtweise, keine feststehende Tatsache!

Egal, wie gut Sie in einem Bereich sind, es wird immer jemanden geben, der etwas an Ihnen oder Ihrem Verhalten auszusetzen hat. Für Ihr seelisches Wohlbefinden, egal ob beruflich oder privat, ist ein gelassener Umgang mit Kritik mehr als nur wichtig.

Gerade dann, wenn Kritik auf einen wunden Punkt fällt, oder wenn wir uns als gesamte Person in Frage gestellt fühlen, fällt der Umgang mit Kritik besonders schwer. In anderen Fällen ist es ein gutes Feedback für uns.

Je stabiler Ihr Selbstwertgefühl und, je positiver Ihre Selbstachtung ist, umso weniger werden Sie Kritik persönlich nehmen. Beides, Selbstwertgefühl und Selbstachtung können Sie durch einen guten Umgang mit Kritik ausbauen.  Erweitern Sie Ihre Kritikfähigkeit!

Kritikfähigkeit

Kritikfähigkeit

Kritikfähigkeit ist eben genau das, ein positiver Umgang mit Kritik. Hierzu gehört es, die Kritik anzunehmen. Und mal Hand aufs Herz, wem fällt das schon leicht? Ich gestehe, mir nicht. Es ist, für mich, immer auch etwas unangenehm. Gleichwohl können wir unsere Kritikfähigkeit ausweiten.

Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Wer mir schmeichelt, ist mein Feind, wer mich tadelt mein Lehrer.“ Ganz so würde ich der Aussage nicht zustimmen, dennoch liegt ein großer Funke Wahrheit darin. Kritik kann uns in unserer Weiterentwicklung unterstützen. In Ihr liegt eine Chance, die Sie nutzen sollten.

Leider wird Kritik auch als Machtinstrument eingesetzt. Oftmals ist sie dann auch noch unsachlich und eher auf die gesamte Person gerichtet. Viel zu oft habe ich Vorgesetzte erlebt, die kritisierten, alleine um ihre Autorität zu wahren. Aus meiner Sicht hatten sie diese dann schon verloren. Aber das ist eine andere Geschichte.

Manchmal wir Kritik genutzt um das Gegenüber klein zu halten oder zu machen. Das geschieht unter Kollegen genauso, wie im persönlichen Umfeld. Aus meiner Sicht läuft die Situation dann schon Richtung Mobbing.  Aber lassen Sie uns jetzt hinschauen, was Sie im Umgang mit Kritik wirklich machen können, und vielleicht sollten.

Umgang mit Kritik

Umgang mit Kritik

Ob eine Kritik berechtigt oder unberechtigt ist, ob es eine Form von Wohlwollen Ihnen gegenüber ist, oder Machtausübung lässt sich auf den ersten Blick nicht so leicht feststellen. In den folgenden Punkten wird sich die Spreu allerdings vom Weizen trennen.

Auf Distanz gehen

Gehen Sie innerlich auf Distanz zum Inhalt der Kritik. Wie bereits oben angeführt ist Kritik immer eine persönliche Sichtweise. Sie sollten dementsprechend ruhig bleiben. Achten Sie gleichzeitig darauf nicht ein in Abwehrverhalten zu geraten. Dieses drückt sich meist durch die Körpersprache aus. Verschränkte Arme oder das Abwenden vom Kritiker seien hier als Beispiele benannt.

Zuhören

Auch wenn es noch so juckt, wiederstehen Sie dem Reflex sich zu rechtfertigen. Hören Sie genau zu, was der Kritiker Ihnen zu sagen hat. Das beinhaltet in jedem Fall, den anderen Ausreden zu lassen.

Nachfragen

Wenn es unklare Punkte oder Verallgemeinerungen gibt, fragen Sie nach! Was genau meinen Sie mit …? Wo erleben Sie, dass …? Was genau verstehen Sie unter … ? … Hier deckt sich Kritik, die Sie klein machen soll, meist schon auf. Eine gerechtfertigte Kritik kann nämlich meist sehr detailliert beschrieben werden, eine ungerechtfertigte selten.

(Bedenkzeit)

Manchmal wird es so sein, dass Sie die geäußerte Kritik erst einmal überdenken müssen. Vielleicht wollen Sie ja auch noch einmal mit jemand Außenstehenden darüber sprechen.  Teilen sie das mit! Ich möchte über die Punkte, die sie mir gesagt haben, nochmals nachdenken.

Sprechen Sie gleichzeitig ab, wann Sie das Gespräch wieder aufnehmen. Nichts ist für eine Beziehung tödlicher als eine Kritik, die im Raum stehenbleibt.

Zustimmen und Bedanken

Dies ist eine gute Gelegenheit, das Gehörte nochmals zusammenzufassen. Damit ist sowohl Ihnen, wie auch Ihrem Gegenüber klar, was bei Ihnen angekommen ist. Stimmen Sie dann an den Stellen und nur genau an denen zu, an denen ihr Gegenüber Recht hat. Bedanken Sie sich auch für diese Hinweise. Schließlich werden Sie diese weiterbringen.

Natürlich kann der Andere auch vollkommen daneben liegen. Aber auch dann können Sie dem Grundthema zustimmen. Anschließend stellen Sie ihre Sicht der Dinge dar. Achten Sie hierbei darauf, auf einer sachlichen Ebene zu bleiben und begründen Sie ihre Darstellung mit möglichst konkreten Punkten. Letztendlich können Sie sich wiederum Bedanken, nämlich für die Gelegenheit, die Dinge richtig zu stellen.

Weiterdenken

An jede Kritik sind Erwartungen geknüpft. Meist die Erwartung, dass sich etwas oder jemand ändert. Trauen Sie sich an dieser Stelle ruhig nach den Erwartungen ihres Gesprächspartners zu fragen. Nutzen Sie darüber hinaus die Möglichkeit mit Ihrem gegenüber Lösungen für das Problem oder die Situation zu finden.

Je nach dem kann es hier förderlich sein ein weiteres Gespräch zu terminieren, an dem über die gefundene Lösung, deren Umsetzung oder eben auch über Probleme bei der Umsetzung gesprochen wird.

Ungerechtfertigte Kritik

Der Umgang mit Kritik beinhaltet auch den Umgang mit ungerechtfertigter Kritik. Diese sollten Sie nicht stehen lassen. Hier geht es oftmals darum, sehr klare Grenzen aufzuzeigen. Machen Sie deutlich, was mit Ihnen geht und was eben nicht. Selbst in diesem Fall sollten Sie auf einer sachlichen Ebene bleiben, und zwar unabhängig davon, wie sachlich Ihr Gegenüber ist.

 

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