weg von, hin zu Motivation nutzen

Weg von/ hin zu Motivation gewinnbringend nutzen

Worum geht es?

Im ersten Artikel hatte ich Ihnen die Vor- und Nachteile der weg von/hin zu Motivation aufgezeigt und ihnen beispielhaft gezeigt, woran Sie diese erkennen. In diesem Artikel geht es darum, diese Strategien in ihrer Arbeit zu nutzen.

Da beide Motivationsstrategien wichtig sind und sich im besten Fall gegenseitig ergänzen, können wir beide nutzen, um uns selbst und andere zu motivieren.

Hin-zu-Motivation

Menschen mit einer ausgeprägten „hin-zu-Motivation“, lassen sich über Auszeichnungen, Anreize und Lob motivieren. Sie begeben sich gerne auf neue Gebiete. Anreize für die „hin-zu-Motivation“ könnten das Führen eines wichtigen Gespräches, die Planung eines neuen Aufgabengebietes oder eine Beförderung sein. In diesem Bereich sind klare Zielbeschreibungen sowie Visionen unterstützend und motivierend für die entsprechenden Mitarbeiter.

Weg-von-Motivation

Hier ist es günstig, diese Strategie, als „weg vom“ Problem zu sehen. Menschen, die diese Form der Motivation bevorzugen, sind ausgezeichnete Problemlöser. Eine Motivation für Mitarbeiter, die so ausgerichtet sind, ist mit Problemen zu ihnen zu kommen, die sie lösen können.

weg von, hin zu im Team

Arbeiten in Teams und Organisationen

Da in jedem Team, in jeder Organisation, beide Motivationen vorhanden sind, kann man sie gut für eine Planung nutzen. Da die „weg von“ und „hin zu“ Strategien diametral entgegengesetzt sind, kann es schnell zu Spannungen kommen.

Wenn Sie eine neue Idee oder ein Ziel umsetzen möchten, werden hin zu orientierte Mitarbeiter Ihnen zustimmen und eigene Ideen einbringen. Weg von orientierte Menschen werden darauf hinweisen, warum es nicht umsetzbar ist und welche Probleme in der Idee, beziehungsweise im Ziel, stecken.

Am Anfang einer Diskussion ist es günstig weg von orientierten Mitarbeitern wertschätzend zuzuhören. Danach sollten Sie ihnen sagen, dass Sie für das Aufzeigen eventueller Probleme dankbar sind, diese allerdings zu einem späteren Zeitpunkt der Diskussion besser angebracht wären. Wenn möglich ist es vorteilhaft, mit Moderationskarten zu arbeiten. Auf diese könnten weg von orientierte Mitarbeiter bereits die Probleme aufschreiben, die sie in der Umsetzung sehen.

Bei den hin zu orientierten Mitarbeitern sollten Sie darauf achten, ihnen anfangs etwas mehr Raum einzugestehen. Hier kann es wichtig sein, zwischenzeitlich auf die „Bremse“ zu treten. Die Ideen könnten ausufern. Das Projekt an sich wird möglicherweise deutlich größer und damit schwieriger umzusetzen sein.  Auch hier können Moderationskarten den Prozess unterstützen, indem die Ideen aufgeschrieben und nachher gebündelt werden können.

Nachdem die ersten Ideen oder vielleicht sogar Visionen entstanden sind, können Sie nun die weg von orientierten Mitarbeiter bitten, mögliche Probleme aufzuzeigen. Des Weiteren sollten Sie nachfragen, welche möglichen Lösungsstrategien es für diese Probleme geben könnten.

So können sie beide Strategien für ein gemeinsames Ziel nutzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Ziel, beziehungsweise die Idee vom gesamten Team mitgetragen wird, ist sehr hoch.

In jedem Fall sollten sie zuerst die „hin zu“ und dann erst die „weg von“ Motivation hinterfragen. Ansonsten entstehen langwierige Diskussionen, die sich meist im Kreis drehen und für alle Beteiligten unangenehm sind.

Weg von/ hin zu im Umgang mit Klienten

Wenn Sie ein Augenmerk darauf haben, wie sich die beiden Motivationsstrategien äußeren, werden sie sehr schnell einen einfacheren Zugang zu ihren Klienten haben. Wenn es darum geht, gemeinsame Ziele festzulegen können Sie gut entscheiden, welchen Weg sie gehen.

Ob es nun um eine schnellere Gesundung, im Falle einer Krankheit, mehr Beweglichkeit im Alter oder den regelmäßigen Schulbesuch bei Jugendlichen geht, spielt in der Grundanlage keine Rolle.

Ziele mit weg von Klienten

Hier sollten Sie anfangs die Zeit investieren, um ausführlich über die Probleme zu sprechen, die von der Zielerreichung abhalten. Fragen Sie gezielt nach Lösungsmöglichkeiten dieser Probleme, erst, dann gehen Sie auf das eigentliche Ziel ein.

Ziele mit hin zu Klienten

Diesmal würden Sie genau anders herum vorgehen. Sie schauen sich gemeinsam das Ziel an und was beim Erreichen des Zieles für den Klienten „herausspringt“. Was wäre für den Klienten darüber hinaus möglich, wenn er sein Ziel erreicht hat?

Erst wenn Sie das Ziel klar und mit all seinen Vorteilen besprochen haben, gehen sie zu den Problemen über. Überlegen Sie gemeinsam, welche Probleme auf dem Weg zum Ziel entstehen könnten und wie diese zu lösen wären.

weg von, hin zu in Umbruchsituationen

Große Umbruchsituationen

Im sozialen Bereich haben wir es auch immer wieder mit großen, lebensveränderten Umbrüchen zu tun. Ob es sich um eine starke Erkrankung, den ungewollten Umzug in ein Altenheim oder die Aufnahme in eine Jugendhilfeeinrichtung handelt, das bisherige Leben erfährt eine starke Veränderung.

Nur bei ausgesprochen stark hin zu orientierten Menschen macht es Sinn, jetzt schon über die gemeinsamen Ziele zu sprechen. Da beide Strategien (hin zu /weg von) in unserem Leben eine Rolle spielen, empfiehlt es sich zuerst über die entstandenen Probleme zu sprechen. Hierdurch geben Sie Ihrem Klienten die Möglichkeit sein „weg von“ abzuschließen.

Natürlich sollten Sie auch in diesem Fall immer mal wieder Möglichkeiten und Zielvorstellungen einstreuen. So können sie langsam das Bild einer möglichen Zukunft aufbauen. Sie werden merken, wann ein Klient bereit ist, sich eine Zukunft vorzustellen. Er wird alleine, oder mit Ihrer Unterstützung, anfangen, über Lösungsmöglichkeiten für seine Probleme zu sprechen. Das ist dann der Zeitpunkt um Zielvorstellungen und Zukunftsvisionen immer mehr Raum einzuräumen.

Weitergehende Literatur

Weitergehende Literatur

Wort sei Dank – Sh. R. Charvet

Auf dem Weg zu exzellenter Kommunikation – M. Woodsmall, W. Woodsmall

Praxiskurs NLP – S. Andreas, C. Faulkner

Weiterlesen

Veränderungsmotivation (PDF)

 

Ich hoffe sehr, dass Sie dieser Artikel in Ihrer Arbeit unterstütz. Über Fragen und Anregungen würde ich mich sehr freuen.
 

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