die richtigen Fragen stellen

Wie Sie die richtigen Fragen stellen

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Wenn Sie ein Problem zu lösen wollen, ein Mitarbeitergespräch führen oder Klienten begleiten es geht erst mal um eines: „Wie sie die richtigen Fragen stellen!“

Ganz gewiss haben Sie es auch schon erlebt. Sie sprachen mit jemanden, über ein Thema. Ihr Gegenüber hat gesagt: „Ich weiß genau, was Sie meinen.“ Irgendwie war es aber genau das nicht. Wie es zu solchen Situationen kommt und wie Sie Situationen auf den Grund gehen können, möchte ich Ihnen in dieser Serie zeigen.

die richtigen Fragen stellen, ein Modell

Das Meta-Modell

Genauer gesagt geht es in diesem und den folgenden Artikeln um das Meta-Modell der Sprache. Es geht darum, die für Sie nötigen Informationen zu erhalten, um Menschen weiterzuhelfen und Probleme zu lösen. Das alles geht, wenn Sie die richtigen Fragen stellen. Gründlich Informationen zu sammeln ist der Schlüssel für jede Entwicklung. Dies betrifft Mitarbeiter, Teams oder ganze Organisationen.

Auf den ersten Blick wirkt das Meta-Modell sehr theoretisch. Wenn der Grundsatz, „Nichts ist praktischer als eine gute Theorie“, für mich irgendwo passt, dann bei diesem Modell. Da es sich um ein recht komplexes Gebilde handelt, wird es, wie bereits erwähnt, mehrere Artikel hierzu geben.

Ich werde alle Artikel in der Übersicht zu den Methoden zusammenfassen, so dass Sie einen Überblick über den Gesamtkomplex haben. Doch nun lassen Sie uns einsteigen.

Die richtigen Fragen stellen – etwas Geschichte

Das Meta-Modell der Sprache ist eines der ersten Modelle im NLP. John Grinder und Richard Bandler untersuchten die Erfolge von drei, zu ihrer Zeit, herausragenden Therapeuten. Die richtigen Fragen stellen, war zu diesem Zeitpunkt schon ein wesentlicher Ansatz. Ihre Fragen waren:

  • Wie schaffen es diese Therapeuten ihren Klienten so gezielt weiter zu helfen?
  • Was sind die einzelnen Schritte?
  • Können andere Menschen dieses Vorgehen erlernen und ähnlich gute Ergebnisse erzielen?

Aus der Beobachtung von Virginia Satir (Familientherapeutin) und Fritz Perls (Gestalttherapeut) entstand das Meta-Modell der Sprache.  Zu dem Dritten im Bunde, Milton Erickson (Hypnosetherapeut) komme ich zu einem anderen Zeitpunkt zurück.

die richtigen Fragen stellen, aus der Therapie

Was anfangs ein „Therapieprojekt“ war, fand überraschend schnell Einzug in die allgemeinen Kommunikationstechniken. Von hier aus verbreitete es sich in alle Bereich, in denen es um den Kontakt mit Menschen geht. Durch seine Komplexität gepaart mit einer einfachen Handhabung ist es heute ein wesentlicher Bestandteil vieler Ausbildungen im sozialen Bereich. Ebenso ist es eine Grundlage in Führungskräftetrainings geworden. Aus meiner Sicht zurecht.

Zur Sprache

Tilgung

Wenn Sie über ein Erlebnis oder Ihre Erfahrungen sprechen, werden Sie einen Bereich tilgen. Sie werden nicht alle Bewussten und schon gar nicht die unbewussten Eindrücke wiedergeben. Hierin liegt der Sinn unserer Sprache. Sprache soll komplexe, detaillierte Erfahrungen zusammenfassen und auf den Punkt bringen.

Ein Beispiel:

Sie gehen in einem neuen Restaurant essen. Es gefällt Ihnen sehr gut. Am nächsten Tag sprechen Sie mit einem Freund darüber. Das Ambiente hat sie so begeistert, dass Sie mehr oder weniger ausführlich davon berichten. Vielleicht erzählen Sie von den toll angerichteten Speisen, den schön gedeckten Tischen …. Wenn Sie über alles, was ihnen in dem Restaurant aufgefallen ist, sprechen würden, wären Sie an dem Abend wahrscheinlich der Einzige, der spricht. Sie fokussieren sich auf die, für Sie, wichtigsten Dinge. Über die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit, den Geruch oder Ihr angenehmes Gefühl durch die Rückenlehne Ihres Stuhls werden Sie vielleicht nicht sprechen.

Tilgung macht also Sinn. Sie entscheiden aus Ihrer Erfahrung hinaus, was für Sie wichtig ist und was nicht.

Es kann sein, dass Ihr Freund in das Restaurant geht und sich unwohl fühlt. Ihm ist die Geräuschkulisse zu laut. Diese war Ihnen nicht wichtig. Die richtigen Fragen stellen, hätte Ihren Freund vielleicht weitergebracht.

Gerade, wenn es um die Entwicklung von Menschen, Teams oder Organisationen geht, ist es hilfreich, Situationen gezielt zu hinterfragen. Wenn es um die Lösung von Problemen geht, ist es wertvoll nicht explizit genannte Aspekte des Problems herauszufiltern. Ich habe es schon oft erlebt, das genau in unausgesprochenen Bereichen die besten Lösungsansätze liegen.

die richtigen Fragen stellen, Verzerrung ist normal

Verzerrung

Ein weiterer Schwerpunkt im Meta-Modell ist die Verzerrung. Verzerrung bedeutet unter anderem, dass Sie vor Ihrem Hintergrund manchmal genau das bemerken, was sie sehen oder hören wollen. Alles andere blenden Sie aus und ordnen es Ihrem wichtigeren Aspekt unter.

Lassen Sie uns bei dem Beispiel bleiben. Angenommen, Sie waren mit Ihrer großen Liebe in dem Restaurant. Ihre Liebe hat ihnen dort das erste Mal gesagt, dass sie Sie ebenfalls liebt. Dieses unglaublich schöne Gefühl wird sich auf das gesamte Restaurant auswirken. (Das ist wohl die schönste Verzerrung der Welt.) Ob Sie das wollen oder nicht. Sie werden von dem Abend und dem Restaurant noch lange schwärmen.

Auch im Arbeitskontext neigen Menschen zu Verzerrungen. Wenn jemand beispielsweise von einem Patienten angebrüllt wird, wird er wahrscheinlich seine sonstige Arbeit weniger fröhlich ausführen. Es ist zu vermuten, dass ihm viel mehr negative Situationen auffallen als sonst. Für diese Person kann es den Tag verbessern, sofern Sie die richtigen Fragen stellen.

Generalisierung

Auch die Generalisierung hat ihre Vorteile. Sie hilft Ihnen, wiederholende Prozesse und Abläufe effektiver zu lösen. Gehen wir ein letztes Mal zum Restaurant zurück.

Aller Wahrscheinlichkeit nach gehen Sie genauso wie ich davon aus, dass es im Restaurant eine Speisekarte gibt. Zweifellos hat sie unterschiedliche Formen. Ich habe noch kein Restaurant ohne erlebt. Ich verallgemeinere also: „In jedem Restaurant gibt es eine Speisekarte.“ Genau das Gleiche gilt für Sitzplätze und Teller, sowie Besteck. Doch halt. Ich war schon in einem Restaurant in dem es keine Teller, sondern alte Zeitungen und statt Besteck einen Hammer gab. War ungewöhnlich.

Gerade Generalisierungen haben die Tendenz, sich über Genrationen von Menschen „fortzupflanzen“. Eine meiner Lieblingsaussagen hierzu ist: „Das haben wir noch nie so gemacht.“  Genauso lange werden sie nicht hinterfragt. Die richtigen Fragen stellen, kann es für den einzelnen Menschen wie auch für die gesamte Organisation lebenswichtig sein.

Zusammengefasst

Tilgung, Verzerrung und Generalisierung sind ein wichtiger Teil unserer Sprache. Alle haben ihre Vorzüge, genauso ihre Nachteile. Wenn Sie die richtigen Fragen stellen, können sie beide Seiten der Medaille in den Fokus rücken, um Menschen und Organisationen weiterzubringen.

Auf alle drei Aspekte werde ich in den nächsten Artikeln gezielter eingehen.

die richtigen Fragen stellen um Informationen zu erhalten

Abschließend

Die richtigen Fragen stellen, hilft Ihnen den geeigneten Weg zu gehen. Ansonsten kann es Ihnen passieren, dass Sie eine herausragende Lösung für eine „falsche“ Sache finden. Hier können Sie im Extrem mehr Schaden anrichten als Nutzen erzeugen.

Wenn ein Mitarbeiter oder Geschäftspartner mit Ihnen sprechen möchte oder Ihnen gar ein Problem schildern, ist das Wissen, die richtigen Fragen stellen zu können, entscheidend für einen zielgerichteten Kontakt.  

Das Meta-Modell eignet sich genauso im Kontakt mit Ihren Kunden, wie im privaten Bereich. Ich finde es für den Umgang mit Kindern sogar herausragend.

Hier geht es zur Methodenübersicht.
 

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