Wie Überzeugungen Ihre Arbeit beeinflussen

Wie Überzeugungen Ihre Arbeit beeinflussen

Wir alle haben Überzeugungen in Bezug auf unsere Arbeit, unser Leben oder zum Beispiel über den Begriff Führung. In der Fachliteratur wird der Begriff „Überzeugungen“ manchmal durch die Begriffe „Glaubenssätze“ beziehungsweise „Denksätze“ ersetzt.

Da unsere Grundhaltung einen enormen Einfluss auf unser Handeln haben, möchte ich sie hier näher beleuchten. Erst einmal gehe ich grundsätzlich auf das Thema „Überzeugungen“ ein. Danach werde ich beispielhaft zwei Bereiche aufgreifen, um Ihnen Anhaltspunkte aufzuzeigen, wie Sie Ihre Überzeugungen erweitern können.

Heinz von Förster sagte sinngemäß: „Handele stets so, dass sich deine Möglichkeiten vermehren.“ Eine Bewusstheit über Ihre Überzeugungen kann Sie genau darin unterstützen.

Grundsätzliches zu Überzeugungen

Sie haben in Ihrem Leben bereits sehr viele und unterschiedliche Erfahrungen gesammelt. Manchmal wiederholen sich Erfahrungen. Um handlungsfähig zu bleiben und schnell auf Veränderungen reagieren zu können, generalisieren Menschen ihre Erfahrungen.

Hierdurch entstehen Überzeugungen. Sie sind gleichfalls die Grundlage für unsere Erwartungen. Ob Sie der Meinung sind, dass beispielsweise ein Gespräch angehem, beziehungsweise schwierig wird, hat bereits im Vorfeld einen großen Einfluss auf dessen Verlauf.

Wir brauchen einen Rückgriff auf unsere Erfahrungen aus der Vergangenheit, um in der Gegenwart und der Zukunft handlungsfähig zu bleiben. Hier zeigt sich bereits eines der Probleme, welches mit unseren inneren Gewißheiten einhergeht.

Aus dem oben genannten Rückgriff erscheinen uns unsere Überzeugungen als wahr. Diese individuellen Regeln, nach denen wir handeln, haben sich wahrscheinlich als nützlich erwiesen. Das Problem, welches bereits in dieser Aussage steckt, ist, dass wir uns (unbewusst) unsere Welt so konstruieren, dass sie unsere Überzeugungen stützt.

Von außen betrachtet, in der systemischen Beratung spricht man von einer Beobachtung 2. Ordnung, handeln wir „nur“ so, als ob sie wahr währen. Was wir dabei oftmals übersehen ist, dass unsere Annahmen von vorneherein falsch oder veraltet sein können. (Nochmals wir konturieren unsere Umwelt so, dass sie richtig sind.)

Ich hoffe, dass ich Ihnen aufzeigen konnte, wieviel Einfluss Ihre Überzeugungen auf Ihr Leben und Ihre Arbeit haben. Im Vergleich zu ihrer (Aus-)Wirkung schenken wir ihnen jedoch recht wenig Beachtung. Dabei bestimmen sie die Regeln und Grenzen unseres Handelns. Sie lenken unsere Aufmerksamkeit. Mehr noch, wie wir Ziele und Probleme angehen, wird durch sie bestimmt.

In diesem Zusammenhang möchte ich Sie kurz auf die Grundannahmen in diesem Blog hinweisen. Denn auch diese Grundannahmen sind letztendlich nichts anderes als Überzeugungen. Lassen Sie uns nun zwei Bereiche genauer in Augenschein nehmen.

Überzeugungen zu Zielen und Plänen

Überzeugungen zu Zielen und Plänen

Sie können diesen Bereich als eine Übung ansehen. Wenn Sie diese Übung durchführen möchten, sollten Sie dieses schriftlich tun. Die nun folgende Methode können sie für den gesamten Prozessverlauf, den Plan, vom „jetzt“ bis zum Ziel überprüfen. Sie können die erworbenen Kenntnisse nutzen, um Ihre Überzeugungen anzupassen und so die Zielerreichung unterstützen.

Alles beginnt im „Jetzt“!

Leider habe ich schon viele Pläne scheitern sehen, weil sich die Menschen nicht die Zeit genommen haben, sich ihre Ausgangssituation genauer anzuschauen. Dieses „Jetzt“ ist nach jedem Zwischenziel oder Meilenstein, ein Neues. Bitte schauen Sie genau hin.

  • Was sind Ihre Überzeugungen über die gegenwärtige Situation?

Dann geht es in die Zukunft. Normalerweise gibt es zwei Varianten. Die eine bezieht sich auf das gelingen, die andere auf das misslingen eines Plans, Projektes oder dem Erreichen von Zielen.

  • Was muss zutreffen, damit Ihr Plan erfolgreich verläuft?
  • Was muss zutreffen, damit Sie mit Ihrem Plan scheitern?

Beides spiegelt Ihre Überzeugungen. Ich persönlich halte beide Seiten für wichtig. Wenn Sie sich der Kriterien des Scheiterns bewusst sind, können Sie Gegenmaßnahmen planen. Die Bewusstheit über die Bedingungen des Gelingens wird ihre Aufmerksamkeit darauf ausrichten.

Überzeugungen sortieren

Sollten Sie in die Frage nach dem Scheitern des Planes gestellt haben, müssen Sie die Antworten noch einmal überarbeiten.  Nehmen wir mal an, wenn Frau Maier aus dem Team aussteigt, würde Ihr Plan nicht aufgehen.

Hier sehe ich derzeit zwei Möglichkeiten für eine überarbeitete Überzeugung. „Ich werde die Motivation von Frau Maier das Projekt zu unterstützen ausbauen.“ „Sollte Frau Maier aus dem Team aussteigen, werde ich einen passenden Ersatz finden.“

Nun gibt es zwei Fragen, nach dem Sie Ihre Überzeugungen sortieren. Für beide Fragen können Sie unterschiedlich farbige Stifte verwenden, mit dem Sie diese kennzeichnen. Ich verwende zur Überprüfung meist eine Skala von 0 – 10. Die „0“ steht für „nicht vorhanden“ und die „10“ bedeutet „voll und ganz.“

Nehmen Sie sich bitte zuerst die erste Frage und in einem weiteren Schritt die zweite Frage vor.

  1. Wie wichtig ist die Überzeugung für den Erfolg ihres Planes?
  2. Wie sicher fühlen Sie sich mit der Überzeugung? (Glauben Sie sie wirklich oder wollen Sie diese nur glauben?)

Auswertung

Die Überzeugungen, die unwichtig für Ihren Plan sind, streichen Sie bitte durch. Bei einem Vorgehen mit der Skala streiche ich alles, was unter „5“ liegt. Die Dinge, die genau auf der „5“ liegen, schaue ich mir nochmals an und bewerte sie erneut.

Wenn Sie bezogen auf Ihren Plan viele (über 50%) Überzeugungen haben, die wichtig sind, bei denen Sie sich allerdings unwohl fühlen, ist ihr Plan sehr riskant. Sie sollten ihn nochmals überdenken. Fallen viele Überzeugungen in die Kategorie „unwichtig und sicher“, haben Sie wahrscheinlich etwas übersehen.

Sollten mehr als 80% im Bereich „wichtig und sicher“ liegen, schauen Sie bitte ebenfalls noch einmal genau hin. Ist das wirklich so, oder hätten Sie es nur gerne? Wenn wir Feuer und Flamme für eine Idee sind, reden wir uns die Dinge manchmal schön. Es kann natürlich auch genauso sein.

Die Punkte, die wichtig sind, bei denen Sie sich allerdings noch etwas unsicher fühlen, sollten Sie ebenfalls Ihr Augenmerk schenken. Was können Sie unternehmen, um sich sicherer zu fühlen? Können Sie jemanden ins Bot holen, der in diesem Bereich Sicherheit hat oder Ihnen diese Sicherheit vermitteln kann? Je sicherer Sie sich ihres Planes sind, umso wahrscheinlicher werden Sie Erfolg haben!

Überzeugungen im Leitungskontext

Überzeugungen im Leitungskontext

Grundsätzlich sollten Sie versuchen, sich der Überzeugungen, die Sie zum Thema „Leiten und Führen“ haben, bewusst zu werden. Da diese Annahmen oftmals im Unterbewussten ablaufen, sollten Sie etwas Detektiv sielen.

Gedanken wie „Das ist doch meine Aufgabe“, oder „Das muss ich in meiner Funktion tun“, sind Anzeichen für Ihre Überzeugungen, wie Leitungen sein sollten. Viel stärker kommen Sie Ihren Überzeugungen jedoch auf die Spur, wenn Sie Ihre Handlungen erforschen.

  • Welche Annahme hat dazu geführt, dass ich so gehandelt habe, wie ich es tat?

Dabei sollten Sie darauf achten, ob Ihre Überzeugung Ihre Rolle als Leitung unterstützt und Sie sowie Ihre Mitarbeiter fördert. Wenn sie auf eine Überzeugung treffen, die Sie einengt oder ausbremst, ersetzten Sie diese durch eine Andere.

Da unsere Überzeugungen meist tief verankert sind, gehen Sie bitte behutsam mit sich um. Am leichtesten wird es Ihnen fallen, Ihre Grundannahmen zu verändern, wenn Sie gezielt, bewusst, nach Stimmigkeit suchen.

Neue Überzeugungen sollten Sie sich auf einem kleinen Zettel notieren. Nehmen Sie sich den Zettel immer mal wieder zur Hand und lesen ihn sich durch. Dann suchen Sie gezielt nach Situationen und Ereignissen, in denen die neue Annahme stimmt.

Quelle und Weiterlesen

Führen – mit NLP – J. O´Connor

Hier kommen Sie zur Methodenübersicht in diesem Blog.

 

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